Schulstart im Aargau: Förderklassen plus auf dem Vormarsch
Rund 85 300 Schülerinnen und Schüler werden ab Montag in einer Aargauer Gemeinde die Volksschule besuchen. Für rund 15 000 Kinder ist es der allererste Tag im Kindergarten (7700) oder neu als ...
Schulstart im Aargau: Förderklassen plus auf dem Vormarsch
Rund 85 300 Schülerinnen und Schüler werden ab Montag in einer Aargauer Gemeinde die Volksschule besuchen. Für rund 15 000 Kinder ist es der allererste Tag im Kindergarten (7700) oder neu als Schüler oder Schülerin (7500).
Mit dem Start des neuen Schuljahrs treten das neue Volksschul- und das Mittelschulgesetz in Kraft. Dies bringt insbesondere im Volksschulbereich einige Neuerungen mit sich, die sich im Schulalltag bemerkbar machen. Ab der 3. Klasse der Primarschule sind Belege in promotionswirksamen Fächern, die in den Zwischenbericht oder das Jahreszeugnis einfliessen, zwingend mit Noten zu beurteilen.
An der Oberstufe werden neu sowohl unentschuldigte wie auch entschuldigte Absenzen im Zwischenbericht und im Jahreszeugnis eingetragen. Auch geben die Volksschulen die Ergebnisse des Check S3 an die Lehrbetriebe und die weiterführenden Schulen weiter, sodass eine nahtlose Förderung stattfinden kann.
Gezielte Förderung im frühen Kindheitsalter
Erstmals werden im Januar 2027 flächendeckend alle Gemeinden bei den Dreijährigen eine Umfrage zu den Deutschkenntnissen durchführen. Ziel ist, dass möglichst viele der Kinder, die wenig oder gar kein Deutsch verstehen und sprechen, vor dem Kindergarteneintritt ein Deutschförderangebot nutzen. Der Kanton unterstützt Gemeinden, die ein Angebot zur frühen Sprachförderung in Deutsch bereitstellen, fachlich und finanziell.
Im Kindergarten gibt es neue Möglichkeiten, wie die Zeit durchlaufen werden kann. Eltern können während des ganzen Kindergartens beantragen, dass ihr Kind mehr als einen halben Tag pro Woche fehlen darf. Ausserdem können Kinder bis zu drei Jahre im Kindergarten bleiben, wenn das für ihre Entwicklung gut ist.
Ausbau von Sonderschulplätzen
Die Anzahl jüngerer Kinder mit einem hohen Förderbedarf nimmt zu. Bei rund 600 Schülerinnen und Schülern beantragten die Gemeinden eine Zuweisung an eine Sonderschule. Mit Unterstützung der sich im Aufbau befindenden departementalen Koordinationsstelle wurde den rund 300 Kindern mit dem dringlichsten Bedarf ein passender Platz an einer Sonderschule vermittelt. Weitere 75 fanden Platz in einer Förderklasse plus. Die verbleibenden Schülerinnen und Schüler werden mit geeigneter Unterstützung mehrheitlich in einer Regelklasse unterrichtet. Ab dem nächsten Schuljahr wird die Koordinationsstelle für die Zuweisung an Sonderschulen zuständig sein. Damit wird sichergestellt, dass tatsächlich die Kinder mit dem höchsten Förderbedarf eine Sonderschule besuchen können.
Förderklassen plus erfreuen sich grosser Nachfrage
Der Kanton Aargau versteht unter einer integrativen Schule die Integration von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bildungsbedürfnissen und hohem Förderbedarf auf demselben Schulareal wie alle anderen Kinder, aber nicht zwingend in derselben Klasse. Mit den Förderklassen plus wird dies umgesetzt. Die einzelnen Schulen können Ressourcen bündeln und eine Basis für die gezielte Beschulung, Förderung und Unterstützung bieten. Gleichzeitig werden die Regelklassen entlastet.
Ab dem Schuljahr 2026/27 starten neben den beiden bereits bestehenden Angeboten 16 zusätzliche Gemeinden mit einer Förderklasse plus. So werden insgesamt rund 130 Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bildungsbedürfnissen im Kindergarten- und Primarschulalter in 21 Klassen an der Regelschule beschult und gefördert. Die Lücke zwischen dem separativen Angebot an der Sonderschule und der Beschulung in einer Regelklasse wird geschlossen. Weitere Gemeinden haben ihr Interesse an der späteren Umsetzung einer «Förderklasse plus» angemeldet.
--pd