Sie will für frischen Wind sorgen
27.03.2026 Wohlen, Parteien, Politik, WahlenGeneralversammlung der FDP Wohlen: Denise Strasser zur Präsidentin gewählt – Nachfolgerin von Sämi Keller
Sie verspricht neuen Schwung und hat mit einem verstärkten Vorstand den Aufwärtstrend der Freisinnigen im Visier. Denise Strasser, die ...
Generalversammlung der FDP Wohlen: Denise Strasser zur Präsidentin gewählt – Nachfolgerin von Sämi Keller
Sie verspricht neuen Schwung und hat mit einem verstärkten Vorstand den Aufwärtstrend der Freisinnigen im Visier. Denise Strasser, die neue Präsidentin, ist starke Frau der FDP Wohlen.
Daniel Marti
Sie ist ehemalige Gemeinderätin, politisiert aktuell im Einwohnerrat und im Grossen Rat. Bei Denise Strasser laufen Fäden, Geschäfte und viel Politwissen zusammen. Der Schritt hin zur Präsidentin der FDP Wohlen scheint da irgendwie logisch. Zudem hat sich der abtretende Präsident Sämi Keller gewünscht, «dass jemand das Präsidium übernimmt, der schon länger dabei ist». Und viel Erfahrung mitbringt. Dessen ist sich auch Denise Strasser bewusst, darum übernimmt sie die Verantwortung gerne. «Ich möchte frischen Wind in die FDP bringen und das Leben der FDP auffrischen», betont sie. «Alle Mitglieder sollen sich zudem vermehrt einbringen.» Dabei will Strasser auch ihre Kontakte nützen und gut einsetzen.
Von der Enttäuschung angespornt
Für die Partei sei es schwierig, einen nahen Kontakt mit dem Stimmvolk zu pflegen, sagte sie noch. «Aber dieses Problem haben andere Parteien auch.» Das zeigte sich auch bei den Einwohnerratswahlen im vergangenen November. Diese endeten für Strasser und die FDP mit einer Enttäuschung. Mit einer guten Liste – vier Bisherige, zwei ehemalige Einwohnerrätinnen, zwei weitere Personen mit viel Potenzial, total 16 Personen – hat man sich mehr erhofft. Letztlich blieb es bei der Verteidigung der vier Sitze. «Das war eine Ernüchterung», blickt Strasser zurück. Mindestens einen Sitzgewinn hatten die Freisinnigen einkalkuliert.
Diese Enttäuschung war für sie auch Antrieb und Ansporn, das Präsidium zu übernehmen. «Wir haben im vergangenen Wahlkampf zwar vieles richtig gemacht, aber vielleicht waren wir auch etwas spät dran. Wir müssen jetzt schon mit dem Wahlkampf für die nächsten Wahlen beginnen und ein neues Team aufbauen», betont sie.
Neuer Vize will neue Lösungen
Denise Strasser ist zudem überzeugt davon, dass ihr erneuerter Vorstand sich stark engagieren werde. Mit Marco Fröhlich hat sie einen neuen Vizepräsidenten zur Seite. Er wohnt seit drei Jahren in Wohlen, ist Wirtschaftsprüfer und an einem Start-up-Unternehmen beteiligt. Er freue sich auf seine Arbeit in der Partei, erklärte Fröhlich. «Wohlen ist eine interessante und spannende Gemeinde», sagt Fröhlich. Er möchte dazu beitragen, neue Lösungen zu erarbeiten, «damit wir bei den nächsten Einwohnerratswahlen wieder mehr Sitze gewinnen», so der 43-Jährige.
Und mit Rafael Schürer wird für den zurückgetretenen Sämi Keller eine neue Kraft in den Einwohnerrat nachrutschen. Ursprünglich aus Chur stammend, wohnt Schürer seit rund 15 Jahren in Wohlen. Er sei schon immer politisch interessiert gewesen, erklärt er. «Nun bin ich gespannt auf die Arbeit im Einwohnerrat.» Mit Fraktionspräsident Lionel Zingg bleibt der FDP eine bewährte Kraft erhalten.
Der scheidende Präsident Sämi Keller schaute auf das letzte Jahr zurück. Auch er hatte sich erhofft, bei den Einwohnerratswahlen «ein bis zwei Sitze dazuzugewinnen». Trotz Rechtsrutsch sei das Resultat mit vier Sitzen für die FDP ernüchternd gewesen, so Keller, der sich schon früh auf den Wechsel im Vorstand einstellte. Vor vier Jahren teilte er der Partei mit, dass er das Präsidium 2026 abgeben werde. Er möchte Platz machen für neue Kräfte, zudem will er mehr Freizeit und seine Pensionierung geniessen. «Ich weiss», sagte er an der GV, «ich hätte noch mehr bewirken können. Aber die Energie liess letztlich nicht mehr zu.»
Stellen ein Dauerbrenner
Diesen Extraschub verspricht er sich nun von Denise Strasser. «Sie hat sich gut auf die Übernahme des Präsidiums vorbereitet», ist er überzeugt davon, dass Grossrätin Strasser die richtige Frau am richtigen Ort ist. Wenn sie schon diesen Posten übernehme, antwortete Strasser, «dann will ich es auch richtig machen und den nötigen Aufwand leisten».
Sämi Keller übergibt Denise Strasser eine intakte FDP Wohlen. Dies verdeutlichte auch Fraktionspräsident Lionel Zingg bei seinem Jahresbericht. «Die Schulraumplanung hat sich durch das ganze Jahr gezogen», betonte er. Wichtig sei dabei auch das Kindergarten-Projekt Farn. Dank dem neuen Kindergarten könne die Gemeinde ein «teures Mietverhältnis auflösen». Die Kosten sind der FDP laut Zingg sowieso wichtig. «Zusätzliche Stellen auf der Verwaltung sind ein Dauerbrenner, da schauen wir auch in Zukunft genau hin.»
Aktiver auftreten
Zudem beschäftigen sich die Freisinnigen mit dem Steuerfuss. Dieser werde im kommenden Herbst sicherlich wieder ein Thema. «Viele Investitionen stehen an», so Zingg, «positiv ist dabei, dass die neue Schulraumstrategie nun rasch umgesetzt wird.» Der Fraktionspräsident wagte auch einen kurzen Ausblick: «Wir wollen in dieser Legislatur noch aktiver auftreten.» Dies ist auch ganz im Sinne der neuen Präsidentin der Freisinnigen.
Sämi Keller und die Stadt
Rücktritt als Einwohnerrat, Rücktritt als FDP-Präsident. Sämi Keller verabschiedet sich von der Lokalpolitik. Aber nicht ganz. Zweimal war er vier Jahre lang Präsident der Freisinnigen, zwischendrin führte Thomas Hoffmann diesen Job aus.
Nun sei es an der Zeit, kürzerzutreten, sagt er. Und mit Denise Strasser habe die FDP eine gute neue Präsidentin. «Ich bin überzeugt, sie wird das ganz gut machen. Als Grossrätin hat sie gute Kontakte. Sie ist engagiert und motiviert.» Sämi Keller wird weiterhin als Revisor der FDP Wohlen tätig sein. Und wie sieht es mit seinem Lieblingsthema aus? Dies ist die Stadt-Erklärung der Gemeinde Wohlen. Wird er diese irgendwann wieder lancieren?
«Ich habe noch nicht aufgegeben. Betreffend Stadt habe ich noch etwas vor», erklärt er. Wie das aussehen könnte, das lässt er noch offen. Er sei zwar zurückgetreten als Einwohnerrat und FDP-Präsident, «aber ich betone stets, dass ich nur einen Schritt zur Seite mache». Wohlen – eine Stadt. Das lässt Sämi Keller wohl nicht mehr los. --dm

