Klares Ja nach Diskussionen
23.06.2026 Region Bremgarten, Zufikon, Schule«Gmeind» bewilligte den Baukredit für ein neues Schulhaus und eine neue Doppelturnhalle
Vielen kritischen Fragen musste sich der Zufiker Gemeinderat am Donnerstagabend an der «Gmeind» stellen. Das Thema «Neues Schulhaus und ...
«Gmeind» bewilligte den Baukredit für ein neues Schulhaus und eine neue Doppelturnhalle
Vielen kritischen Fragen musste sich der Zufiker Gemeinderat am Donnerstagabend an der «Gmeind» stellen. Das Thema «Neues Schulhaus und Doppelturnhalle» bewegt. Das Abstimmungsresultat war schliesslich mit 80 Ja- zu 26 Nein-Stimmen sehr deutlich.
Roger Wetli
«Wir können nicht warten. Eine Zusammenarbeit mit Bremgarten in der Schulraumplanung würde uns zwei bis drei Jahre zurückwerfen. Wir brauchen diesen neuen Schulraum aber dringend», erklärte Gemeinderat Reto Knecht. Er reagierte darauf auf ein Votum, das in dieser Sache eine engere Zusammenarbeit mit Bremgarten verlangte. «Wir haben mit dem Stadtrat gesprochen und stellten fest, dass wir deutlich weiter sind als Bremgarten.»
Unterkellerung weniger ökologisch
Knecht stellte das 22,9-Millionen-Franken Projekt vor. In Richtung Aettigüpfstrasse soll ein weiteres Schulhaus entstehen. Dieses deckt den zusätzlichen Bedarf an fünf Klassenzimmern, fünf Klassenräumen, zwei Räumen für Textiles und Technisches Gestalten, einen Lehrpersonenbereich und einen für die Heilpädagogik sowie Nebenräumen ab. Neben dem neuen Schulhaus ist eine neue Doppelturnhalle geplant. Diese kann in drei Hallen unterteilt werden und enthält deshalb sechs Umkleideräume. «Die Platznot ist gross. Bereits heute werden drei Klassen im alten Gemeindehaus unterrichtet», unterstrich Reto Knecht.
Diese Dringlichkeit wurde von den wenigsten angezweifelt. Ein mehrfach genannter Kritikpunkt ist dagegen die fehlende Unterkellerung. «Wir müssen haushälterisch mit unserem Boden umgehen. Ich verstehe nicht, wieso das hier nicht vorgelebt wird», äusserte sich eine Anwesende. Reto Knecht begründete: «Der Bau von Kellerräumen verursacht hohe CO2-Emissionen. Zudem verteuert er die beiden Bauten um rund 5 Millionen Franken.»
Neue Turnhalle nicht nur für die Vereine
Kritisiert wurde auch, dass von den fünf Vorschlägen, die an der Ausscheidung teilgenommen hatten, ausschliesslich das Siegerprojekt öffentlich bekannt gemacht worden ist. Gemeindeammann Daniel Stark begründete: «Wir hätten die anderen vier gerne gezeigt. Aber das von uns gewählte Verfahren verbietet das.» Als nicht nachvollziehbar bezeichnete Reto Knecht den mehrfach geäusserten Vorwurf, dass die Vereine zu wenig in die Planung einbezogen wurden. «Mit Maurus Gamper als Vertreter der Vereine und des Referendumskomitees des Projektierungskredites hatten die Vereine in der Planung einen Vertreter. Er wird sich auch im weiteren Verlauf der Planung an die Vereine wenden.»
Stiftungsgelder beantragen
Ein anderer Votant wollte, dass man über den Bau des neuen Schulhauses und der neuen Doppelturnhalle separat abstimmt. «Das ist nicht möglich», erklärte Reto Knecht. «Kommt hinzu, dass wir die neue Doppelturnhalle nicht nur für die Vereine bauen, sondern diese vor allem durch die zusätzlichen Schüler benötigt wird. Die jetzigen Kapazitäten würden künftig für den Sportunterricht nicht reichen.»
Ein weiteres Thema war die Finanzierung der beiden Bauten. «Ich habe bis jetzt noch nichts darüber gehört, wie das geschehen sollte», sagte ein Votant. Daniel Stark erklärte, dass zuerst das Gemeindevermögen von rund 14 Millionen Franken abgebaut und für den Rest ein Kredit aufgenommen wird. «Wir senkten 2023 den Steuerfuss um 6 Prozent. Wir werden ihn wohl wieder erhöhen müssen. Aber wohl weniger hoch als die damaligen 6 Prozent.» Der gleiche Votant wies auf die Stiftung Sportförderung Schweiz des Bundes hin, wo für den Bau der Turnhalle bis zwei Millionen Franken abgeholt werden können. «Wurde daran gedacht?», fragte er. Reto Knecht betonte, dass die Leistungsträger verpflichtet seien, jede mögliche Subvention zu beantragen. Darauf wies der Votant hin, dass der Gemeinderat diese Gesuche stellen müsse.
Es gab aber auch Voten, die sich sehr deutlich für den Baukredit starkmachten. So etwa ein FDP-Vertreter, der das Projekt als sehr vernünftig bezeichnete. Schliesslich äusserte sich der Gesamtschulleiter Giovanni Soricelli. «Ich werde bald pensioniert. Von daher betrifft mich das neue Schulhaus nicht mehr, sondern meine Enkel. Es ist mir wichtig, zu betonen, dass hier sehr weitsichtig geplant wurde.» Das überzeugte eine grosse Mehrheit der Anwesenden, die dem Baukredit zustimmten. Klappt jetzt alles Weitere reibungslos, rechnet der Gemeinderat mit dem Bezug der neuen Gebäude auf Beginn des Schuljahres 2029/30.
Spatenstich Ende August
Die Versammlung schien nach diesen intensiven Diskussionen etwas erschöpft zu sein. Nur bei einem Traktandum wurde noch eine Frage gestellt. Ein Votant bezweifelte, dass die vorgesehenen und beantragten Massnahmen für einen besseren Hochwasserschutz in der Breiten Überschwemmungen verhindern könnten. «Das Projekt wird funktionieren», betonte Vizeammann Boris Sommer. Er konnte damit die allermeisten Anwesenden überzeugen.
«Der Spatenstich für das neue Ortsbürgerhaus mit Restaurant ist auf Ende August geplant», erklärte Daniel Stark. «Wir hoffen, dass dieser Bau Ende 2027 fertiggestellt ist.»
Ueli Schertenleib regte an, dass der Gemeinderat das einst abgeschaffte Ressort «Natur- und Heimatschutz» wieder einführe und einem Gemeinderat zuteilt. Der Rat nahm dieses Votum zur Kenntnis.
Die Beschlüsse
An der Gemeindeversammlung in Zufikon nahmen 113 von 3164 Stimmberechtigten teil. Sie fassten folgende Beschlüsse: 1. Protokoll vom 20. November 2025, Ja mit grossem Mehr. – 2. Rechenschaftsbericht 2025, Ja mit grossem Mehr. – 3. Jahresrechnung 2025, Ja mit grossem Mehr. – 4. Baukredit Schulraumerweiterung, angenommen mit 80 Ja- zu 26 Nein-Stimmen – 5. Entwässerungsplanung, GEP-Massnahmen Schulareal, Ja mit grossem Mehr. – 6. Baukredit für den Hochwasserschutz Ziegelbach, Ja mit grossem Mehr.
--rwi

