Ausgelassen gelacht
27.03.2026 Bremgarten, Essen und TrinkenDas Standortkafi Bremgarten sorgte für heitere Stimmung
Viel Spass zu einem ernsten Thema bot das Standortkafi Bremgarten am Dienstagmorgen im Hexenturm. Nina Zuffellato stellte eine Methode vor, wie unterschiedliche Kulturen zu erfahren sind. Zudem wurde über ...
Das Standortkafi Bremgarten sorgte für heitere Stimmung
Viel Spass zu einem ernsten Thema bot das Standortkafi Bremgarten am Dienstagmorgen im Hexenturm. Nina Zuffellato stellte eine Methode vor, wie unterschiedliche Kulturen zu erfahren sind. Zudem wurde über ein mögliches allgemeines Fahrverbot in der Marktgasse diskutiert.
Roger Wetli
«Mit dieser Übung seid ihr gerade voll in die Veränderung gegangen», erläuterte Nina Zuffellato bei der Besprechung des soeben beendeten Spiels. Die Inhaberin eines Coaching-Unternehmens führte aus: «Es geht hier im Wesentlichen um den Umgang mit verschiedenen Kulturen.»
Gleiche Zeichen mit unterschiedlicher Bedeutung
Zuvor gab es für die anwesenden Gewerbler im Standortkafi viel zu lachen. Die Coachin verteilte jeder Person Becher mit 20 Plastikmünzen. Zudem erhielt jeder Tisch zwei Würfel und ein A4-Blatt mit Regeln. Diese mussten innert kurzer Zeit verinnerlicht werden, bevor es ohne zu sprechen ans Spielen ging. Dabei wurden mit den Würfeln Aktionen wie Handzeichen ausgelöst. Wer diese Aktion als Letzter machte, musste dem Würfelnden die Anzahl Plastikmünzen aushändigen, die auf dem zweiten Würfel angezeigt wurde.
Nach einer Weile forderte Nina Zuffellato die Männer auf, ihre Tische zu wechseln. Was niemand wusste, war, dass jeder Tisch andere Anweisungen hatte, wie er auf die Zeichen des ersten Würfels reagieren muss. Das führte in der zweiten Runde zu Verwirrungen. Zumal weiterhin nicht gesprochen werden durfte. Die Bremgarter Gewerbler nahmen das mit sehr viel Humor.
«Ich führe diese Übungen bei meinen Coachings immer wieder durch», so die Coachin. Nicht immer würden die Leute in der zweiten Runden so gelassen reagieren wie die Gewerbler im Hexenturm. «Manche Personen beginnen laut zu fluchen, weil sie überzeugt sind, dass sie die Regeln richtig einhalten. Andere verliessen auch schon genervt den Raum.» Für die Coachin zeigt dieses Spiel auf, was passiert, wenn zum Beispiel ein neues Teammitglied in eine Gruppe kommt. «Die Person war zuvor in einer anderen Gruppe oder einer anderen Firma, wo die gleichen Zeichen etwas ganz anderes bedeutet haben können. Sie versucht, sich also richtig zu verhalten, nach den für sie gewohnten Regeln, und stösst damit auf Widerstand.»
Nina Zuffellato zählte drei verschiedene Personentypen auf, von denen jede Person etwas enthält und deren Eigenschaften mal stärker oder schwächer ausgeprägt sind. «Es gibt die sachlichen und distanzierten Leute mit einer Tendenz zu Verschlossenheit und einem Hang zur Perfektion», so die Coachin. «Andere neigen zum Wettbewerb, streben nach Überlegenheit, möchten spontan handeln und sind impulsiv. Die Dritten vermeiden radikale Änderungen und suchen menschliche Nähe.» In der Regel brauche es alle drei Typen, um erfolgreich zu sein. Diese Informationen nahmen die Gewerbler gerne auf.
Veloschlangen begrüsst
Zu Diskussionen führte am Standortkafi, dass manchmal rund um die Freiämter Gelateria in der Marktgasse die Kunden ihre Fahrrädern dermassen kreuz und quer parkieren, dass kaum mehr ein Durchkommen möglich ist. «Die Gelateria möchte jetzt den Verkehr besser lenken», erklärte Citymanager Ralph Nikolaiski. Er wies darauf hin, dass Fussgänger in der Altstadt Vortritt vor allen anderen Verkehrsteilnehmern wie Velo- oder E-Trottinett-Fahrer haben. «Die Gelateria bringt Leben in die Altstadt. Das ist toll. Es braucht aber ein Miteinander.» Stadtammann Stephan Troxler meinte: «Im Stadtrat diskutieren wir zurzeit, ob wir in der Marktgasse ein allgemeines Fahrverbot einführen sollen. Und ob wir das durch die Altstadt führende Netz über die Antonigasse umleiten möchten. Was meint ihr dazu?» Keiner der anwesenden Gewerbler sprach sich für ein allgemeines Fahrverbot aus. Eine Person begrüsste die Schlange vor der Gelateria, weil diese den Verkehr abbremst. Andere gaben zu bedenken, dass auch Velofahrer Kunden seien und die Altstadt gerne sehen würden. Weitere lehnten Verbote ab und sprachen sich für respektvolleres Verhalten aus.
Antrag zur Mitgliedschaft
Am letzten Standortkafi im Dezember wurde die Verd-Bezahlkarte als Alternative zu den verbreiteten digitalen Zahlungsmöglichkeiten vorgestellt. Der Anbieter verlangt für seine Dienstleistungen einen deutlichen tieferen Preis und verteilt die Gewinne in der Region. «Ich bereite einen Antrag an den Stadtrat vor, dass Bremgarten Mitglied der Verd-Genossenschaft wird», kündigte Ralph Nikolaiski an. «Viele andere Städte machen mittlerweile mit.» Die Anwesenden fanden dieses Ansinnen gut.
Der Citymanager wusste von verschiedenen Anlässen, die noch vor den Sommerferien stattfinden werden. Dazu zählen die szenischen Führungen am 20. Mai zum Thema «Aussenseiter» und die Aktion «Städtli mit Herz» am 12. und 13. Juni. Die Gewerbler lobte er: «Ihr seid die Visitenkarte von Bremgarten und beantwortet auch immer wieder allgemeine Fragen eurer Kunden zu Bremgarten.» Er wies darauf hin, dass er Verzeichnisse zu den Unterkünften, Raummieten und Gastronomie führe, die man unter www.bremgarten.ch herunterladen und ausdrucken könne. «Ein verteilter Druck ist einerseits zu teuer, andererseits ändern sich die Angaben zum Teil sehr schnell.»
Im Verzeichnis zu den Raummieten ist auch der Hexenturm aufgeführt. Zu diesem erhielten die Gewerbler am Schluss des Standortkafi eine Kurzführung durch Luzia Mühlemann.

