Patrick Schmid, Grüne, ist neuer Grossrat
Seit Mai 2020 politisiert Patrick Schmid für die Grünen im Einwohnerrat. Nun ist ihm der Sprung in den Grossen Rat gelungen. Er rutscht nach für den zurückgetretenen Hannes Tobler. Schmid möchte ...
Patrick Schmid, Grüne, ist neuer Grossrat
Seit Mai 2020 politisiert Patrick Schmid für die Grünen im Einwohnerrat. Nun ist ihm der Sprung in den Grossen Rat gelungen. Er rutscht nach für den zurückgetretenen Hannes Tobler. Schmid möchte Qualität vor Quantität anstreben.
Gratulation. Sie rücken in den Grossen Rat nach. Was bedeutet das für Sie und Ihre Politkarriere?
Patrick Schmid: Es ist eine grosse Verantwortung und eine Chance, Themen aus der Welt, aber auch aus dem Freiamt und Wohlen auf kantonaler Ebene einzubringen. Für mich ist es weniger Karriere, sondern mehr eine Konsequenz aus jahrelangem Engagement, ökologische Vernunft mit sozialer Verantwortung zu verbinden, jetzt mit mehr Wirkungsspielraum.
Im letzten Herbst die Gemeinderats-Kandidatur, dies ohne Erfolg. Nun bald Grossrat. Ist das eine Art kleiner Trost für die verpasste Chance?
Es ist kein Trostpflaster, sondern eine andere Aufgabe. Gemeinde- und Kantonsebene sind verschieden. Beide sind wichtig. Jetzt zählt, dass ich im Grossen Rat an Verbesserungen arbeiten darf, auch zum Wohle Wohlens und anderer Zentrumsgemeinden.
Einwohnerrat, Grossrat, Lehrer – wie bringen Sie das unter einen Hut?
Mit klaren Prioritäten, guter Planung und Transparenz. Mein Arbeitspensum an der Bezirksschule Spreitenbach habe ich reduziert, um den Aufgaben gerecht werden zu können. Mein Lehrberuf erdet mich im Alltag: Ich sehe, was junge Menschen brauchen. Politisch fokussiere ich auf Dossiers, in denen ich Wirkung entfalten kann, und arbeite teamorientiert in der Fraktion. Qualität vor Quantität.
Was möchten Sie bewirken im Grossen Rat?
Den Klimaschutz und die Energiewende voranbringen: Solar- und Gebäudesanierungen beschleunigen, Hürden abbauen, Förderinstrumente gezielt einsetzen. Den ÖV und Langsamverkehr fördern, die Bildung stärken, gute Rahmenbedingungen für Schulen und Lehrpersonen, Chancengerechtigkeit statt Sparen um jeden Preis. Ich werde die Aufgabenverteilung Kanton/Gemeinden analysieren und umverteilen, etwa bei den Soziallasten.
Und wo liegt das Hauptaugenmerk der Grünen-Fraktion in Wohlen?
Beim Verkehr und bei der Lebensqualität strebe ich sichere Velorouten, Verkehrsberuhigung in Quartieren und attraktive ÖV-Anbindung an. Energie und Gemeindeinfrastruktur: Photovoltaik auf kommunalen Dächern, effiziente Nutzung von Abwärme, erneuerbare Heizungen in Gemeindebauten. Bei der Siedlungsentwicklung nach innen verfolge ich eine kluge Verdichtung mit Grünräumen, bezahlbares Wohnen, gute Architektur. Und ich möchte unbedingt den Bünzraum ökologisch aufwerten und vernetzen. Dazu zählt ein Baumpflanzprogramm für kühlere Ortskerne wie Schattenachsen vom Bahnhof Richtung Zentrum/Niedermatten. Und ich möchte die Biodiversitätsflächen auf öffentlichen Flächen und Schularealen sowie das Wassermanagement fördern, also weniger Trinkwasser verschwenden. --dm