Immer wieder fallen mir die Baugespanne nördlich der Hauptstrasse in Wohlen auf. Angesichts der geltenden Wohnzone W2 erstaunt mich die geplante Dimension der Überbauung. Dass ein derart umfangreiches Bauvorhaben realisiert werden kann, scheint nur möglich, wenn für das ...
Immer wieder fallen mir die Baugespanne nördlich der Hauptstrasse in Wohlen auf. Angesichts der geltenden Wohnzone W2 erstaunt mich die geplante Dimension der Überbauung. Dass ein derart umfangreiches Bauvorhaben realisiert werden kann, scheint nur möglich, wenn für das ehemalige Bauerndorf Wohlen ein typisches Bauernhaus an der Bärholzstrasse abgebrochen wird. Ein Gebäude aus der Zeit um 1920 – und damit ein Stück Ortsgeschichte – würde damit unwiederbringlich verschwinden. Dies einzig, um eine Arealüberbauung zu ermöglichen. Neben den Bauernhäusern an der Steingasse ist es das einzige im näheren Dorfkern, das noch original vorhanden ist.
Leider ist dies kein Einzelfall. Auch an anderen Orten in Wohlen verschwinden derzeit Zeitzeugen der Dorfgeschichte. Es drängt sich die Frage auf, ob wirklich alles, was an die Vergangenheit erinnert, dem Fortschritt und dem Profit geopfert werden muss. Müssen in Wohlen wirklich alle Gebäude, die an früher erinnern, zerstört werden? Aktuelle Beispiele gibt es genug: der Abbruch der alten Häuserzeile an der Bahnhofstrasse oder der geplante Abriss des Lüthi-Tschiemer-Hauses. Ein bewussterer Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und ein Umdenken bei der Bewilligungspraxis der Gemeinde wären dringend wünschenswert.
Heinz von Allmen, Meisterschwanden