Weiterhin stabile Verhältnisse
06.03.2026 Wohlen, EnergieGaspreis: Regelung zwischen Preisüberwacher und ibw Energie AG – und Kriegsauswirkungen
Die Enerprice AG und die ibw Energie AG wandten sich gemeinsam an den Preisüberwacher, um die Messkosten zu prüfen. Diese sinken nun um ein Prozent. Und wie wirkt ...
Gaspreis: Regelung zwischen Preisüberwacher und ibw Energie AG – und Kriegsauswirkungen
Die Enerprice AG und die ibw Energie AG wandten sich gemeinsam an den Preisüberwacher, um die Messkosten zu prüfen. Diese sinken nun um ein Prozent. Und wie wirkt sich der Iran-Krieg auf den Gaspreis aus? ibw-Geschäftsleiter Peter Lehmann gibt Entwarnung.
Daniel Marti
Der Preisüberwacher und die ibw Energie AG haben eine einvernehmliche Regelung getroffen – dabei handelt es sich nicht um eine Rüge, sondern um ein gemeinsames Vorgehen. Ausgangspunkt waren die Messkosten, die von der ibw einem Kunden verrechnet wurden, der sein Gas zwar nicht von der ibw bezieht, für die Gaslieferung jedoch das Netz der ibw nutzt als sogenannter «fremdbelieferter Kunde».
Kapitalkostensatz von fünf Prozent ist zu hoch
Im März des vergangenen Jahres wandten sich die Enerprice AG und die ibw Energie AG an den Preisüberwacher. Sie beantragten eine Prüfung der Höhe der Messkosten, die von der ibw der Enerprice in Rechnung gestellt werden. «Der Preisüberwacher greift grundsätzlich nicht in individuelle Vertragsverhältnisse zwischen Energieunternehmen und Einzelkunden ein. Die ibw verfügt jedoch bezüglich der Erdgas-Durchleitung in ihrem Versorgungsgebiet über eine Monopolstellung», heisst es in der Mitteilung des Preisüberwachers.
Der Preisüberwacher entschied sich deshalb, sowohl die Entgelte für die Netznutzung als auch jene für das Messwesen generell zu prüfen, die im Falle einer Durchleitung von der ibw in Rechnung gestellt werden.
«Der Preisüberwacher beurteilt den von der ibw in ihren Berechnungen angewandten Kapitalkostensatz von fünf Prozent als zu hoch.» Und im Rahmen der Verhandlung konnte eine einvernehmliche Regelung erzielt werden. Die Lösung: Die ibw verpflichtet sich, die Höhe des Kapitalkostensatzes, der in die Berechnung der Netznutzungs- und Messentgelte einfliesst, auf 4,05 Prozent zu senken. «Damit sinken sowohl die Netz- als auch die Messkosten für alle ibw-Kundinnen und Kunden.»
Die einvernehmliche Regelung trat am 1. Januar 2026 in Kraft und hat eine Laufzeit von drei Jahren.
Preissenkung von rund 1,5 Franken pro Monat
Was bedeutet diese Korrektur genau für die Kundschaft? Peter Lehmann, Vorsitzender der ibw-Geschäftsleitung: «Auf den durchschnittlichen Haushalt hat der leicht reduzierte Kapitalkostensatz für Investitionen ins Gasnetz nur minimale Auswirkungen. Wir reden von vielleicht 1.50 Franken pro Monat, eher weniger. Schwankungen im Energiebezug – wenn die Kundinnen und Kunden nur ein paar Kilowattstunden Gas mehr oder weniger beziehen – haben ungleich grössere Auswirkungen.»
Sowohl beim Strom als auch beim Gas fliessen laut Lehmann allfällige Mehr- oder Mindereinnahmen in die Über- und Unterdeckung der Netzkalkulation ein «und werden jeweils über die drei folgenden Jahre ausgeglichen. Dieses Vorgehen wurde auch vom Preisüberwacher gutgeheissen.»
Gaspreise bleiben trotz Iran-Krieg bis Ende Jahr unverändert
Anderes Thema. Momentan gibt es etliche Meldungen, dass wegen des Kriegs im Iran der Gaspreis nach oben schnellen wird. Wie sehen hier die Situation und die Preisentwicklung bei der ibw aus? «Wie den Strom beschafft die ibw auch das Gas mit langfristigem Horizont, der Einkauf erfolgt gestaffelt über die Gasverbund Mittelland AG», betont Peter Lehmann.
«So ist gewährleistet, dass sich kurzfristige Ausschläge nicht auf die Endkundenpreise auswirken.» Der ibw-Geschäftsleiter spricht also von stabilen Verhältnissen und verweist zudem darauf, dass die ibw das benötigte Gas für das Jahr 2026 und zu grossen Teilen auch für die Folgejahre bereits eingekauft hat.
«Dadurch bleiben die Preise bis Ende Jahr unverändert. Sollte das allgemeine Preisniveau an den Märkten über längere Zeit steigen, wird sich dies mittelfristig natürlich auch in den Gaspreisen in Wohlen niederschlagen. Sind die Preisausschläge nur von kurzer Dauer, werden die Endkundinnen und -kunden nichts davon merken», so Peter Lehmann.

