Weil ihnen «Beuel» wichtig ist
17.02.2026 Region Oberfreiamt, Villmergen, Wahlen, Beinwil/FreiamtEric Erni, Lucas Beck und Josef Villiger kandidieren für zwei Sitze im Beinwiler Gemeinderat
An der letzten «Gmeind» verkündeten Guido Wigger und Jürg Barmettler überraschend ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat. Am 8. März steht die ...
Eric Erni, Lucas Beck und Josef Villiger kandidieren für zwei Sitze im Beinwiler Gemeinderat
An der letzten «Gmeind» verkündeten Guido Wigger und Jürg Barmettler überraschend ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat. Am 8. März steht die Ersatzwahl für die beiden Sitze an. Mit Lucas Beck, Josef Villiger und Eric Erni stellen sich drei Männer zur Wahl.
Annemarie Keusch
Es war ein Thema, das das Dorf zu spalten drohte. Ja zum Windpark. Nein zum Windpark. Weiss oder Schwarz. Grauzonen gab es keine. Die Wogen gingen hoch. Quer durch Vereine, durch Familien. Im Oktober folgte die Entscheidung an einer emotionalen ausserordentlichen «Gmeind». Der Windpark auf der Beinwiler Seite des Lindenbergs ist Geschichte. Heisst aber nicht, dass dem Gemeinderat die Aufgaben und Themen ausgehen. Dessen sind sich die drei Kandidaten für die zwei freien Sitze im Gemeinderat bewusst.
Villigers offene Persönlichkeit
Mit Josef Villiger tritt einer an, den im Dorf wohl kaum jemand nicht kennt. Villiger ist in Beinwil aufgewachsen, lebte nur zwölf Jahre seines Lebens nicht im Dorf. «Hier ist meine Heimat», sagt er und nennt damit die Hauptmotivation dafür, sich im Gemeinderat zu engagieren. «Ich möchte die Gemeinde bei ihrem Wirken unterstützen und meine berufliche Erfahrung in das Gremium einbringen», ergänzt er. Berufliche Erfahrung, die Villiger zuletzt als Geschäftsführer des St. Martin, Muri, gesammelt hat. Ende Monat nun wird er pensioniert, hätte also Zeit, sich im Gemeinderat zu engagieren. Entsprechende Qualifikationen und Fähigkeiten bringe er mit, davon ist Villiger überzeugt: «Einen ausgewogenen Erfahrungsschatz aus jahrzehntelanger Führungsarbeit.»
Thematisch würde Villiger als Gemeinderat den Fokus am liebsten auf die Ressorts Bildung, Soziales, Gesundheit und KESD setzen. Grundsätzlich aber sei er offen: «Der Gemeinderat ist schliesslich für viele Themen zuständig und hat die Kompetenz, diese zu gestalten.» Für die Politik im Dorf interessiere er sich unter anderem wegen des Zusammenspiels von Organisation, Gestaltung und Vernetzung – auch auf regionaler und kantonaler Ebene. Warum die Beinwiler Bevölkerung ihn wählen soll? «Als offene Persönlichkeit bin ich für die Anliegen der Bevölkerung da und versuche, diese mit dem Umfeld in Einklang zu bringen.» Er werde die Interessen der Bevölkerung im Gremium vertreten. Villiger hat Jahrgang 1963, ist verheiratet und Vater dreier erwachsener Töchter. Zu seinen Hobbys zählt er Musik, Natur und Gesang.
Erni will zuhören und helfen
Dass Beinwil bewegte Zeiten hinter sich hat, weiss auch Eric Erni. «Es kann nur allen gedient sein, wenn nun wieder etwas Ruhe und Gelassenheit einkehren und wir uns in der Gemeinde auf die anstehenden, ziemlich gewichtigen Projekte konzentrieren», sagt er. Erni, Jahrgang 1963, ist verheiratet, Wirtschaftsinformatiker, parteilos und interessiert sich in seiner Freizeit für geopolitische Ereignisse, Zusammenhänge und Entwicklungen. Seine weiteren Hobbys sind Sport und Maine-Coon-Katzen. Zudem interessiert ihn Politik als Ganzes – also auch auf Gemeindeebene.
Dieses Interesse mündete nun in der Kandidatur für den Gemeinderat. «Ich bin es gewohnt, mich in interdisziplinären Teams einzubringen», sagt er zu den Fähigkeiten, die er für dieses Amt mitbringe. Erni legt seine jahrelange Führungserfahrung in die Waagschale. «Ich sehe mich für die anstehende Aufgabe gut gerüstet.» An Themen mangle es dem Gemeinderat in Zukunft nicht, «einhergehend mit finanzieller Brisanz». Er sehe sich als Schnittstelle für die Einwohner zur Verwaltung und wolle sich im Tagesgeschäft des Gemeinderates nahtlos einbringen und das Dorf zielsicher vorwärtsbringen. «Ich orte meine Vorzüge darin, dass ich meinen Mitmenschen mit ihren Sorgen und Anliegen gern zuhöre und helfe, möglichst zeitnah Lösungen zu finden.» Er fühle sich rundum wohl in Beinwil und wolle dazu beitragen, dass der Ort all seine positiven Eigenschaften behält «und sich dennoch verantwortungsvoll für die Ansprüche zukünftiger Generationen rüstet».
Beck will sich dort engagieren, wo er lebt
Lucas Beck hat sich anfangs eigentlich gar keine Gedanken darüber gemacht, als Gemeinderat zu kandidieren. «Als ich im Dezember darauf angesprochen wurde, gefiel mir die Idee immer mehr, je länger ich darüber nachdachte.» Beinwil sei für ihn ein Ort mit Lebensqualität und Potenzial. Ein Dorf, das er mitgestalten möchte – «mit Kopf, Herz und Bodenhaftung». Seit einigen Jahren lebt der 51-Jährige mit seinem Partner in einem selber umgebauten und renovierten Haus in Wiggwil. «Ich möchte nicht nur zuschauen, sondern Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass Beinwil ein lebendiger, offener und freundlicher Ort bleibt.» Zuhören, unterschiedliche Sichtweisen einbeziehen und den Kompromiss suchen – das wolle er als Gemeinderat tun. «Wer mich wählt, bekommt keinen Lautsprecher, sondern jemanden, der sorgfältig hinschaut, Fragen stellt, Verantwortung übernimmt und sich langfristig für das Dorf einsetzen will.»
Beck ist selbstständiger Umweltingenieur, zu seinen Hobbys zählt er Skitouren, Wandern und Alpinismus. Zudem ist er passionierter Jäger. Warum er kandidiert? «Es ist mir wichtig, mich dort zu engagieren, wo ich lebe.» Er bringe einen offenen Horizont und ein gutes Gespür für Menschen und ihre Anliegen mit. Analytisch, lösungsorientiert und pragmatisch zu arbeiten, sei er sich gewohnt. Und Beck weiss, welche Themen ihm als Gemeinderat besonders wichtig wären. Er spricht das Wachstum an und betont: «Integration ist keine Einbahnstrasse. Sie braucht eine Willkommenskultur der Ansässigen und den Willen der Neuzuzüger, sich auf das bestehende Dorfleben einzulassen.» Potenzial sieht er zudem im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Und er werde sich für ein behutsames Wachstum der Gemeinde einsetzen. Beck ist motiviert: «Das Engagement vor der eigenen Haustür kann am meisten bewirken.»
Neue Frau Vizeammann
Mit dem Rücktritt von Guido Wigger wird auch das Amt des Vizeammanns frei. Mit Bettina Krummenacher ging nur eine Kandidatur ein. Krummenacher ist seit Anfang Jahr Teil des Gemeinderates. --ake



