Wasser gezielt lenken
12.06.2026 Region Bremgarten, Zufikon, Kommende EventsAm Donnerstag, 18. Juni, findet in Zufikon die Gemeindeversammlung statt
Die Zufiker Stimmbürgerinnen und -bürger haben an ihrer Sommer-«Gmeind» neben dem Kredit für den Neubau von Schulraum und einer Doppelturnhalle noch weitere Entscheidungen zu ...
Am Donnerstag, 18. Juni, findet in Zufikon die Gemeindeversammlung statt
Die Zufiker Stimmbürgerinnen und -bürger haben an ihrer Sommer-«Gmeind» neben dem Kredit für den Neubau von Schulraum und einer Doppelturnhalle noch weitere Entscheidungen zu treffen. Auch über den Hochwasserschutz beim Ziegelbach haben sie zu befinden.
Sabrina Salm
Bei starken Niederschlägen trat der Ziegelbach in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach über die Ufer. Besonders betroffen waren die Landwirtschaftsflächen bis ins Gebiet Breiten. Die Folgen reichten von Ernteausfällen bis zu Problemen im Siedlungsraum. Nun liegt ein Projekt vor, das die Wassermassen künftig kontrollierter ableiten und Wohngebiete besser schützen soll. Im Fokus stehen die Trottenstrasse und die Herrengasse. Dort befindet sich eine Eindohlung, deren Kapazität für grosse Hochwasserereignisse nicht ausreicht. Ein sogenanntes HQ100-Hochwasser könnte mit der heutigen Infrastruktur nicht sicher abgeführt werden.
Neuer Durchlass unter der Trottenstrasse
Die grössten bekannten Hochwasserereignisse ereigneten sich 1999 und 2007. Daneben kam es immer wieder zu kleineren Überflutungen, die landwirtschaftliche Kulturen beeinträchtigten. Besonders in Erinnerung geblieben ist das Ereignis von 2007. Damals erreichte das Wasser die Liegenschaften im Breitenzelg. Mehrere Keller mussten von der Feuerwehr ausgepumpt werden. «Das Hochwasser hat damals die Liegenschaften im Breitenzelg erreicht», hält Gemeindeschreiber Uwe Krzesinski fest. Wie hoch die Schäden ausfielen, lässt sich heute nicht mehr beziffern. Die wiederkehrenden Ereignisse machten jedoch deutlich, dass Handlungsbedarf besteht.
Kernstück des Projekts ist ein neuer, grösser dimensionierter Durchlass unter der Trottenstrasse. Zudem wird der Bach im angrenzenden Waldstück geöffnet und bis zum Einlassbauwerk geführt. Die bestehende Linienführung bleibt weitgehend erhalten. Dadurch können grössere Baumfällungen vermieden werden. Für die Bauarbeiten müssen jedoch einzelne Sträucher entfernt werden. Zur Verbesserung der Abflusskapazität wird die Bachsohle abgesenkt. Vorgesehen ist ein naturnaher Ausbau mit Totholz, Faschinen und gegebenenfalls Wurzelstöcken. Auch der Abschnitt Richtung Talachere soll im Rahmen des regulären Unterhalts instand gestellt werden.
Retentionsraum statt Überschwemmungen im Dorf
Die wichtigste Veränderung erfolgt jedoch weiter bachabwärts. Im Landwirtschaftsgebiet Talachere entsteht eine grössere Retentionsfläche. Dort soll überschüssiges Wasser bei Starkregen gezielt zurückgehalten werden. «Mit den geplanten Massnahmen werden Überschwemmungen in Richtung Dorf verhindert», erklärt Krzesinski. Künftig werden Überflutungen vor allem südlich der Parzelle 1088 sowie entlang des natürlichen Bachprofils erwartet. Die Auswirkungen dürften dort deutlich weniger ausfallen als bisher, weil die Wassermengen nicht mehr in Richtung Wohngebiet abfliessen. «Die Schäden bei einer allfälligen Überschwemmung werden geringer sein, da das Wasser nicht mehr im bisherigen Umfang in Richtung Siedlungsgebiet und Wohnbauten fliessen wird.» Hinzu kommt, dass die betroffenen Flächen nur extensiv genutzt werden.
188 Quadratmeter Land nötig
Für die Umsetzung des Projekts werden rund 188 Quadratmeter Land benötigt. Die Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern haben bereits stattgefunden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Bachparzelle im Landwirtschaftsland an den Kanton übergehen. Der definitive Flächenbedarf wird allerdings erst nach Abschluss der Arbeiten feststehen. Die Realisierung ist für Frühjahr bis Sommer 2027 vorgesehen. Voraussetzung sind die öffentliche Auflage, die kantonale Zustimmung sowie das Ausbleiben von Einwendungen, die den Zeitplan verzögern könnten.
An der kommenden Gemeindeversammlung dürfte zwar die geplante Schulraumerweiterung mit Kosten von 22,9 Millionen Franken im Mittelpunkt stehen. Für viele Einwohnerinnen und Einwohner hat jedoch auch der Hochwasserschutz eine grosse Bedeutung – nicht zuletzt, weil die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt haben, wie schnell aus einem Bach ein Risiko werden kann.
Die Traktanden
Die Gemeindeversammlung in Zufikon findet am Donnerstag, 18. Juni, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle statt. Folgende Traktanden gelangen zur Abstimmung: – 1. Protokoll. – 2. Genehmigung des Rechenschaftsberichts 2025. – 3. Genehmigung der Jahresrechnung 2025. – Bauprojekt Schulraumerweiterung, Kreditgenehmigung von 22 900 000 Franken. –4. Generelle Entwässerungsplanung, GEP-Massnahme Schulareal, Kreditgenehmigung von 327 000 Franken. – 5. Hochwasserschutz Ziegelbach, Kreditgenehmigung von 390 000 Franken. – 6. Verschiedenes, a) allgemeine Informationen des Gemeinderates, b) Anregungen aus der Versammlung.

