Um den See für guten Zweck
31.07.2026 Region Unterfreiamt, Fahrwangen, Kommende EventsWandern und spenden
Brigitte Stäger und Markus Büchi sammeln mit ihrem Verein Top-Challenge seit Jahren Geld – nun tun sie dies mit einer Wanderaktion um den Hallwilersee zugunsten der Stiftung Gärtnerhaus in Fahrwangen. --ake
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Wandern und spenden
Brigitte Stäger und Markus Büchi sammeln mit ihrem Verein Top-Challenge seit Jahren Geld – nun tun sie dies mit einer Wanderaktion um den Hallwilersee zugunsten der Stiftung Gärtnerhaus in Fahrwangen. --ake
Fahrwangen: Verein Top Challenge und Stiftung Gärtnerhaus spannen zusammen: Event am 15. August
Die Idee ist von Markus Büchi und Brigitte Stäger, bei der Umsetzung hilft die Stiftung Gärtnerhaus in Fahrwangen tatkräftig mit. Am 15. August sammeln die Teilnehmenden Geld, indem sie um den Hallwilersee wandern. «Genauso wichtig ist für uns die Aufmerksamkeit», sagt Karin Filli, Stiftungsleiterin.
Annemarie Keusch
Für sie ist es die Trainingsstrecke schlechthin. Vor allem, seit Markus Büchi und Brigitte Stäger in Fahrwangen wohnen. Noch schnell rund um den Hallwilersee – das kommt immer wieder vor. «Allein sind wir dabei nie», sagt Markus Büchi. Immer wieder entstehen schöne Begegnungen. Erst recht, seit es die Hallwilersee-Hiker gibt. Eine lose Gruppierung, die per Chat organisiert ist. Plant jemand, um den Hallwilersee zu wandern, informiert er die anderen gegen 40 Mitglieder. Hat jemand spontan Zeit und Lust, geht er mit. Pro Runde spenden alle fünf Franken, die der Stiftung Gärtnerhaus zugute kommen. 97 Runden sind seither zusammen gekommen, 2037 gewanderte Kilometer.
Sich bewegen und dabei Geld für einen guten Zweck zu sammeln, das haben sich Markus Büchi und Brigitte Stäger seit Jahren auf die Fahne geschrieben. Ob per Velo auf den Lindenberg oder wandernd in den Flumserbergen – mit ihrem Verein Top Challenge haben sie in den letzten Jahren mehrere Tausend Franken gesammelt, die zugunsten der Stiftung Sternschnuppe gespendet wurden. Markus Büchi erklärt: «Der Wanderanlass in den Flumserbergen ist seit Jahren ein Erfolg.» Am 8. August findet dieser übrigens das nächste Mal statt. Und zum letzten Mal unter der Organisation von Büchi und Stäger. «Nachher übernimmt ein OK vor Ort. Der Anlass lebt also weiter, was wir natürlich sehr toll finden.» Dass sie das Wandern auch in der Region pushen wollen, lag für die beiden seit Längerem auf der Hand. Per Anfang Jahr riefen sie die Hallwilersee Hiker ins Leben.
Im Dorf bekannt, in der Region nicht überall
«Das wir dabei die Stiftung Gärtnerhaus unterstützen, war für uns naheliegend», führt Markus Büchi aus. Weil Fahrwangen ihr Zuhause und jenes der Stiftung ist. «Wir leben noch nicht lange hier. Uns ist es aber wichtig, etwas für das Dorf zu tun.» Ganz bewusst sehr lokal. Ganz bewusst für die Stiftung Gärtnerhaus, die im Dorf zwar präsent ist, aber die in der Region immer noch viele Menschen nicht kennen. «Wir wollen Grenzen und Berührungsängste abbauen, Begegnungen ermöglichen», fasst es Markus Büchi zusammen. Denn er weiss, dass es diese Berührungsängste gibt. Gegenüber den rund 60 Klientinnen und Klienten mit psychischer Beeinträchtigung, die in der Stiftung leben. «Auch aus eigener Erfahrung.» Umso wichtiger seien Begegnungen. Wie sie im Restaurant Kochtopf der Stiftung Gärtnerhaus möglich wären. Wie sie am 15. August rund um den Hallwilersee möglich werden.
Karin Filli, Stiftungsleiterin, und Mirzet Sejdinoski, Arbeitsbereichsleiter, waren beide sofort begeistert von der Idee, für ihre Stiftung um den Hallwilersee zu wandern. Dass dabei Geld gesammelt wird, sei natürlich schön und erleichtere vor allem das Gestalten des Freizeitbereichs. Beide betonen aber mehrmals, dass nicht primär das Geld im Vordergrund stehe: «Das Bewusstsein ist für uns genauso wichtig. Das Bewusstsein dafür, dass auch psychisch beeinträchtigte Menschen Unterstützung brauchen.» Karin Filli spricht von einem Inklusionsprojekt. Ein Anlass, wo Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenkommen.
Hoffen auf bis zu 50 Wandernde
In der Öffentlichkeit haben psychische Beeinträchtigungen wenig Präsenz. «Die meisten unserer Klientinnen und Klienten haben Erkrankungen im Spektrum der Schizophrenie», erklärt Karin Filli. Aber auch starke Depressionen, Borderline- oder Persönlichkeitsstörungen gehören dazu. Filli weiss: «Rund ein Prozent der Schweizer Bevölkerung leidet an Schizophrenie. Gleich viele wie an Diabetes, aber es ist ein grosses Tabuthema.» Anlässe wie jener am 15. August helfen, dies zu ändern. «Ja, es sind kleine Schritte, aber jeder Schritt ist hilfreich.»
Entsprechend hoffen die Involvierten, an diesem Anlass möglichst viele Menschen begrüssen zu dürfen. Klientinnen und Klienten der Stiftung Gärtnerhaus, aber auch Menschen ohne Beeinträchtigung. Menschen, die sich für die Stiftung interessieren, die gerne wandern, die den Hallwilersee auf andere Art entdecken wollen. «Kurzum, einfach alle sind willkommen», sagt Brigitte Stäger. Treffpunkt ist um 9.15 Uhr beim Schloss Hallwyl. Mit einer kleinen Zeremonie wird der Anlass eröffnet – samt musikalischer Begleitung durch die Band «2Generations». Zudem stellt Karin Filli die Stiftung kurz vor. «Unterwegs werden zudem Klientinnen und Klienten ihre Geschichten erzählen», sagt sie. Unterwegs wartet auch ein Wettbewerb auf die Teilnehmenden und die Stiftung Gärtnerhaus betreibt beim Camping Mosen einen Grillstand. Wer will, kann nachher die zweite Hälfte der Runde unter die Füsse nehmen. Wer will, kann per Zug, Schiff oder Shuttle-Bus zurück nach Seengen fahren.
«Inklusion geht alle etwas an»
Noch hält sich die Zahl der Anmeldungen in Grenzen. Noch bleibt aber auch etwas Zeit. «Wir hoffen auf 40 bis 50 Teilnehmende, die wandern, sich grosszügig zeigen und spenden», so Markus Büchi. Wenn sich im Nachgang jemand den Hallwilersee-Hikern anschliessen und regelmässig um den See wandern will, sei dies noch so willkommen. Wird es ein Erfolg, spricht weder vonseiten Top Challenge noch vonseiten Stiftung Gärtnerhaus etwas dagegen, den Anlass regelmässig zu organisieren.
Karin Filli ist froh, dass mit solchen Engagements Inklusion nicht nur auf Initiative der Institution gelebt wird. «So sollte es sein, denn Inklusion geht die ganze Gesellschaft etwas an.» Am 15. August kann die Bevölkerung des Freiamts und des Seetals zeigen, dass sie sich dessen bewusst ist.
Mehr Informationen und Anmeldung: www.top-challenge.ch.

