«Gmeind» in Villmergen. Rechnung 2025 schliesst besser ab als budgetiert – Ja zum Pachtlandreglement
An der Einwohnergemeindeversammlung in Villmergen wurden die Geschäfte speditiv behandelt. Inhaltlich prägten die Jahresrechnung, die stark ...
«Gmeind» in Villmergen. Rechnung 2025 schliesst besser ab als budgetiert – Ja zum Pachtlandreglement
An der Einwohnergemeindeversammlung in Villmergen wurden die Geschäfte speditiv behandelt. Inhaltlich prägten die Jahresrechnung, die stark steigenden Pflegekosten und das neue Reglement zur Vergabe von Pachtland den Abend.
Eine knappe Stunde reichte, um an der «Gmeind» in Villmergen alle Geschäfte zu behandeln. 62 von insgesamt 4348 Stimmberechtigten waren anwesend. Gemeindeammann Ueli Lütolf führte ruhig durch die Traktanden. Lange Diskussionen blieben aus, die meisten Geschäfte passierten ohne Wortmeldungen.
Gemeinderat Renato Sanvido erläuterte die Finanzgeschäfte vertieft und anschaulich. Die Einwohnergemeinde schliesst mit einem Plus von 291 324 Franken ab. Budgetiert war ein Minus von 684 074 Franken. Damit fiel das Ergebnis um 975 398 Franken besser aus als erwartet. Konsolidiert resultierte ein Ertragsüberschuss von 1,918 Millionen Franken.
Pflegekosten steigen wohl auf 2,5 Millionen
Zum besseren Resultat trugen vor allem höhere Steuereinnahmen bei. Sanvido beliess es aber nicht bei der erfreulichen Schlusszahl. Von sich aus ging er vertieft auf einen Kostenblock ein, der die Gemeinde zunehmend beschäftigt: die Restkosten der Pflegefinanzierung. Damit sollten sich die Anwesenden ein Bild über die Entwicklung machen können. 2022 lagen diese Kosten noch bei 709 000 Franken, 2025 bereits bei 1 829 000 Franken. Für 2026 weist die Hochrechnung, basierend auf dem ersten Quartal, auf 2,56 Millionen Franken hin; budgetiert sind 1,5 Millionen Franken. Sanvido machte klar, dass dieser Aufwand für die Gemeinde nicht steuerbar sei. Auf kantonaler Ebene seien dazu politische Diskussionen im Gang. Fragen zur Rechnung gab es keine, sie wurde einstimmig genehmigt.
Pachtlandreglement wurde konstruktiv diskutiert
Auch die beiden Kreditabrechnungen gingen ohne Wortmeldungen durch. Die Sanierung der Anglikerstrasse K 265 schloss bei Kosten von 911 239 Franken mit 81 761 Franken unter dem bewilligten Kredit ab. Bei der Umlegung der Hochwasserentlastung SBB-Brücken resultierte annähernd eine Punktlandung. So betrugen die Kosten 474 655 Franken, die Kreditunterschreitung lag bei 1345 Franken. Anschliessend führte Gemeinderat Daniel Füglistaler durch das neue Pachtlandreglement. Die Vorlage schaffe vor allem Klarheit, sagte er. Sie diene dem Gemeinderat künftig als Entscheidungsinstrument bei der Zuweisung von neu zu vergebendem Pachtland. Bestehende Pachtverhältnisse bleiben unberührt.
Füglistaler erklärte auch das Vorgehen bei der Ausarbeitung. Man müsse «nicht alles neu erfinden». Die Kommission habe sich deshalb bei anderen Gemeinden, Kommissionen und Ämtern informiert. In den Sitzungen sei hart, aber konstruktiv diskutiert worden. Entstanden sei ein Instrument mit nachvollziehbaren Kriterien. Biodiversität und Vernetzung werden darin stärker berücksichtigt.
Eine Frage kam dennoch aus der Versammlung: Ein Stimmberechtigter wollte wissen, über wie viel Pachtland die Gemeinde insgesamt verfügt.
Füglistaler konnte die genaue Fläche nicht mit letzter Sicherheit nennen; die Angabe werde nachgeliefert.
Danach mussten die Stimmenzähler zum einzigen Mal an diesem Abend auszählen. Das Reglement wurde mit 59 Ja gegen 3 Nein angenommen. Alle übrigen Geschäfte, darunter Protokoll und Rechenschaftsbericht, passierten ohne Diskussion einstimmig die Gemeindeversammlung.
Auf ans Jugendfest
Unter «Verschiedenes und Umfrage» wurde auf das Jugendfest hingewiesen. Es findet vom 19. bis 21. Juni unter dem Motto «Paradiesisch» statt. Die Motivation der Beteiligten sei gross, entsprechend freue man sich auf den Anlass. Kurz erwähnt wurde zudem eine Beschwerde zum WC auf dem Dorfplatz. Sämtliche Beschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum.
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