Nächster Schritt zum Ziel
29.05.2026 Fischbach-Göslikon, Region Bremgarten, Baugewerbe, SchuleDas Baugesuch für den Neubau Schulhaus Lohrenfeld liegt öffentlich in Fischbach-Göslikon auf
Die Stimmbevölkerung machte im Herbst den Weg frei, nun folgt der nächste offizielle Part: Die Profilierung des neuen Schulhauses steht und die Baueingabe ...
Das Baugesuch für den Neubau Schulhaus Lohrenfeld liegt öffentlich in Fischbach-Göslikon auf
Die Stimmbevölkerung machte im Herbst den Weg frei, nun folgt der nächste offizielle Part: Die Profilierung des neuen Schulhauses steht und die Baueingabe ist erfolgt. Das Baugesuch ist noch bis zum 8. Juni auf der Gemeindekanzlei einsehbar.
Sabrina Salm
Der geplante Schulraumausbau in Fischbach-Göslikon nimmt konkrete Formen an. Die Einwohnerinnen und Einwohner haben mit der öffentlichen Auflage die Gelegenheit, die detaillierten Pläne des Neubaus «Lohrenfeld» auf Parzelle Nr. 127 eingehend zu studieren. Für die Gemeinde markiert diese Auflage das Ende einer jahrelangen, intensiven Planungsphase und gleichzeitig den Startschuss für die bauliche Umsetzung, die für den kommenden September angesetzt ist. Der beigelegte Baubeschrieb verrät dabei genau, wie das Areal umgestaltet und der Neubau realisiert wird.
Ein langer Weg zur Konsenslösung
Hinter dem Projekt liegt ein langwieriger politischer Werdegang. Bereits vor über zehn Jahren wurde im Dorf erstmals laut über eine Erweiterung der Schulanlagen nachgedacht. Damals zählte die Gemeinde rund 110 schulpflichtige Kinder. Seither ist die Schülerzahl weiter angestiegen: Aktuell besuchen 176 Kinder den Unterricht. Weil das Raumangebot seit Jahren am absoluten Limit läuft und per Sommer 2026 zwingend eine dritte Kindergartenklasse eröffnet werden muss, bestand akuter Handlungsbedarf. Mehrere Anläufe und Vorprojekte zur Schulraumerweiterung scheiterten in der Vergangenheit jedoch. Der entscheidende Durchbruch gelang schliesslich im Spätsommer 2025. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung legte der Gemeinderat der Bevölkerung das heutige Konzept vor. Die Stimmberechtigten folgten der behördlichen Empfehlung und stimmten mit einer überwältigenden Mehrheit von 122 zu 8 Stimmen für den Kredit von 13 Millionen Franken.
Etappierung schont den Schulbetrieb
Das nun aufliegende Baugesuch zeigt präzise, wie der Bau vonstattengehen soll. Aus Rücksicht auf das Budget und den laufenden Schulbetrieb erfolgt die Realisierung in Etappen. Vorerst wird das eigentliche Schulhaus gebaut, während die neue Doppelturnhalle erst zu einem späteren Zeitpunkt, nach dem Rückbau des Schulhauses Löhrli, folgt. Das bestehende Schulhaus Lohren bleibt während der gesamten Bauphase unverändert in Betrieb und sichert den Schulalltag ab.
Der Neubau entsteht im nördlichen Bereich der Parzelle 127 auf der bisherigen Fussballwiese, direkt an der Grenze zur Landwirtschaftszone. Durch diese Platzierung bleibt das Gebäude auf der Nordseite für die Zukunft erweiterbar. Ausserdem ist die Statik so ausgelegt, dass eine spätere Aufstockung möglich ist. Ein überdachtes Fussweg-System wird das neue Gebäude wettergeschützt mit dem alten Schulhaus Lohren verbinden. Damit der Neubau vor Oberflächenwasser geschützt ist, wird er zudem höhenversetzt zur Fussballwiese gebaut.
Massivbau mit moderner Holzfassade
Optisch und konstruktiv setzt die Gemeinde auf Nachhaltigkeit. Das Gebäude wird in Massivbauweise mit einer hinterlüfteten, vertikalen Holzfassade aus einer braungrauen, vorvergrauten und druckimprägnierten Holzschalung erstellt. Das Flachdach wird extensiv begrünt und mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Geheizt wird mittels Luft-Wasser-Wärmepumpen und Bodenheizungen, da Erdsonden-Bohrungen im Vorfeld als nicht machbar eingestuft wurden. Im Inneren dominieren warme, zeitlose Farben, die Raum für die bunten Arbeiten der Kinder lassen. Das Erdgeschoss bietet Platz für zwei neue Kindergartenabteilungen mit grosszügigen Vordächern für den Aussenaufenthalt bei Regen sowie Fachräume für Werken und Gestalten.
Im Obergeschoss entstehen sechs Klassenzimmer, zwei Halbklassenzimmer, ein Gruppenraum und Vorbereitungszimmer. Die breiten Korridore werden mit Garderoben, Fächern und Kojen als erweiterter Lernraum genutzt. Auch der Aussenraum wird naturnah unter Beizug von Naturama Aargau umgestaltet und mit zusätzlichen naturnahen Spielgeräten ergänzt werden. Die bestehenden Spielgeräte sollen, soweit sinnvoll, übernommen und allenfalls erweitert und überholt werden.
Spatenstich noch in diesem Jahr
Die Zufahrt zur Baustelle wird auf der Ostseite über die bestehende Einfahrt und über den ebenfalls schon bestehenden schwarzen Platz erfolgen. Mit einem Bauzaun wird die Baustelle vom restlichen Schulgelände abgetrennt. So kann eine Vermischung von Baustelle und Schule grösstmöglich verhindert und damit das Risiko von Unfällen minimiert werden. Verläuft die aktuelle Auflagefrist ohne Einsprachen, steht der planmässigen Erteilung der Baubewilligung nichts mehr im Weg. Und so könnte der Spatenstich bereits noch in diesem Herbst erfolgen.

