Versammlung der Ortsbürgergemeinde am Samstag, 20. Juni, 13.30 Uhr, im Waldhaus Chüestellihau
Finanzen, Jahresbericht und die gemeinderätliche Interpretation eines Gutachtens zum Baumbestand im Anwesen der Villa Isler. Dies sind die wesentlichen ...
Versammlung der Ortsbürgergemeinde am Samstag, 20. Juni, 13.30 Uhr, im Waldhaus Chüestellihau
Finanzen, Jahresbericht und die gemeinderätliche Interpretation eines Gutachtens zum Baumbestand im Anwesen der Villa Isler. Dies sind die wesentlichen Geschäfte an der «Gmeind» der Ortsbürgerinnen und Ortsbürger.
Daniel Marti
Die Bäume im Anwesen der Villa Isler mit dem Strohmuseum, das der Ortsbürgergemeinde gehört, sind schon lange ein emotional aufgeladenes Thema. Vor allem wenn es um das umstrittene Bauprojekt der Firma Stach Investment AG geht, das an die Parzelle der Ortsbürgergemeinde grenzt. Diese Bäume, teilweise schützenswert, sind durch allfällige Bautätigkeiten gefährdet. Deshalb wurde auch ein Gutachten von Tilia Baumpflege AG erarbeitet. Die aufgezeigten Konfliktpunkte sollen den Ortsbürgerinnen und Ortsbürgern offen dargelegt werden, beantragten die Ortsbürger Walter Dubler, Kurt Meier und Hans Meyer. Der Gemeinderat soll auch erklären, wie er sich zu den Konfliktpunkten stellt. Deshalb werden nun dieses Gutachten und die gemeinderätliche Haltung an der «Gmeind» behandelt – und eventuell auch darüber debattiert.
Einzelne Bäume gefährdet
Der Zustand der Bäume im Grenzbereich und die Zukunftschancen wurden «ohne Bauprojekt beurteilt», hält der Gemeinderat in seiner Einschätzung fest. Bei einigen Bäumen sind laut Gemeinderat Pflegemassnahmen oder gar die Fällung und ein allfälliger Ersatz angezeigt. Und durch den allfälligen Wegfall einzelner Bäume «entstehen Chancen für Neupflanzungen und dadurch ein Erhalt des grünen Parkabschlusses Richtung Osten». Und im Bereich Stützmauer, die steht seitlich des projektierten Baus von Stach, könne mit der Pflanzung von drei bis vier kleinen Eiben die Durchlässigkeit im unteren Kronenbereich verdichtet werden.
Es wird auch eine gewisse Diversität empfohlen. Konfliktpunkte betreffen laut Gutachten einzelne Bäume, «die durch das Bauvorhaben temporär und während der Bauzeit oder langfristig beeinträchtigt werden». Die Beeinträchtigungen durch die Baugrubensicherung, die mögliche Grundwasserveränderung und der Schutz des Wurzelwerks werden grösstenteils vom Gutachten bestätigt. Eine Rottanne und eine Winterlinde werden durch die vorgesehene Baugrubensicherung tatsächlich gefährdet. Allerdings können diverse Eiben durch die professionelle Begleitung der Bauarbeiten auch erhalten werden. Schutzmassnahmen gehen zulasten des Bauherrn.
Mit dem Dienstbarkeitsvertrag zwischen der Stach Investment AG und der Ortsbürgergemeinde wurden zudem drei Punkte geregelt: Näherpflanzrecht für die bestehenden geschützten Bäume, Näherpflanzrecht für neue Hecke, Vereinbarung für den langfristigen Erhalt des geschützten Baumbestandes. «Damit wird der Weiterbestand der bestehenden, geschützten Baumgruppe langfristig gesichert», schreibt der Gemeinderat. Weil gegen die Baubewilligung für den Stach-Bau eine Beschwerde eingegangen ist, ist das Bewilligungsverfahren weiterhin pendent. Allfällige Bauarbeiten müssen von Bauexperten begleitet werden.
Finanzen: Zweifacher Gewinn
Neben den Bäumen auf dem Anwesen der Villa Isler geht es an der «Gmeind» vor allem um Finanzen. Die Jahresrechnung der Ortsbürgergemeinde Wohlen schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 26 900 Franken. Dieser Ertrag entspricht dem Budget. Der höhere Aufwand im Unterhalt der Liegenschaften konnte mit geringerem Sach- und Betriebsaufwand aufgefangen werden, schreibt der Gemeinderat.
Erfreulich sieht die finanzielle Situation beim Forstbetrieb Wagenrain aus. Dessen Jahresrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 162 000 Franken, dies bei einem Aufwand von 2,275 Millionen und einem Ertrag von 2,44 Millionen Franken. Das Eigenkapital ist damit auf 3,439 Millionen Franken angestiegen. Beim Nebenbetrieb Holzhandelsbetrieb Wagenrain betragen Aufwand und Ertrag 1,745 Millionen Franken, dies sind 245 000 Franken über den budgetierten Zahlen. Rund 60 Prozent des benötigten Energieholzes wurden aus eigenen beziehungsweise regional verbundenen Quellen bereitgestellt, etwa 40 Prozent mussten extern beschafft werden.