Die Mitgliederbeiträge des Hauseigentümerverbands Freiamt steigen ab dem Jahr 2027 moderat. Dies wurde an der Generalversammlung in Berikon beschlossen. Keine Chance hatte der Antrag, einen Teil des Vermögens in einen Fonds anzulegen.
Erika ...
Die Mitgliederbeiträge des Hauseigentümerverbands Freiamt steigen ab dem Jahr 2027 moderat. Dies wurde an der Generalversammlung in Berikon beschlossen. Keine Chance hatte der Antrag, einen Teil des Vermögens in einen Fonds anzulegen.
Erika Obrist
Fast 20 000 Franken Verlust in der Rechnung 2024, fast 4000 Franken Minus in der Rechnung 2025 – und im Budget 2026 rechnet der Hauseigentümerverband mit einem Verlust von fast 24 000 Franken. Beunruhigende Zahlen für den Verband mit seinen 7924 Mitgliedern per Ende letzten Januar. Deshalb beantragte der Vorstand an der Generalversammlung im Berikerhus in Berikon eine moderate Erhöhung der Mitgliederbeiträge ab dem Jahr 2027. Eine Erhöhung sei nicht erforderlich, wurde von zwei Votanten vorgebracht; vielmehr solle man das Eigenkapital bewusst reduzieren. Dieses beläuft sich auf beinahe 357 500 Franken. Schliesslich wurde die Erhöhung der Beiträge mit 215 Ja zu 115 Nein bei 9 Enthaltungen angenommen.
Vorstand dagegen, Revisoren dagegen
Das grosse Vermögen, das auf Bankkonti ruht und kaum Zinsen abwirft, ist dem Mitglied Werner Dreier (Abtwil) ein Dorn im Auge. Er stellte den Antrag, rund 50 000 Franken in einen Anlagefonds zu investieren. Er schilderte sein Anliegen ausführlich an der Generalversammlung. Der Vorstand wandte sich gegen das Vorhaben und schloss im Fall von Verlusten jede Haftung aus. Auch die Revisoren sprachen sich gegen diese Anlageform aus. Wenig Freude zeigten auch die Mitglieder. Haben die Mitglieder und der Vorstand überhaupt die Kompetenz, das Geld risikohaft anzulegen? Wer entscheidet bei Verlusten über einen möglichen vorzeitigen Ausstieg aus der Anlage? «Wollen wir noch mehr Geld scheffeln?» wurde gefragt. Nein, so das eindeutige Verdikt der Versammelten. Der Antrag wurde wuchtig abgelehnt.
Zwei neue Ehrenmitglieder
Gewählt werden musste der gesamte Vorstand für die nächsten drei Jahre. Nicht mehr in der Verbandsführung mitwirken werden Nicole Meier (Bünzen) und Antonio Monteleone (Wohlen). Meier arbeitete seit 2011 im Vorstand mit, Monteleone seit 2015. Für ihren unermüdlichen Einsatz in all den Jahren wurden sie von den Mitgliedern mit Applaus zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ruth Seiler (Fischbach-Göslikon), Silvan Hilfiker (Oberlunkhofen), Karin Koch Wick (Bremgarten), Thomas Räber (Beinwil / Freiamt) und Jörg Weiss (Muri) stellten sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Sie wurden in globo und ohne Gegenstimme gewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Seraina Wyder (Inwil), die in Sins aufgewachsen ist. Als Präsident einstimmig bestätigt wurde Thomas Räber. Ebenfalls einstimmig bestätigt wurden die Revisoren Alba Wynistorf (Aristau) und Roland Bütler (Muri). «Die Nachfrage nach Wohneigentum hat sich erneut verstärkt», führte Präsident Thomas Räber in seinem Jahresbericht aus. Zwar sei die Zahl der Baubewilligungen für Eigentumswohnungen deutlich gestiegen, doch es seien noch immer zu wenige. Daher würden die Preise wohl weiter steigen. Aktuell fehlten vor allem kompakte und bezahlbare Wohnungen. Riesig gefreut hat den Vorstand im letzten Jahr die Abschaffung des Eigenmietwerts, den das Schweizer Stimmvolk beschlossen hat. «Diesen Erfolg haben wir hart erarbeitet mit einem geschlossenen und solidarischen Auftreten», so Räber. Dieses Miteinander sei auch künftig wichtig, wenn es darum gehe, politische Angriffe auf die Eigentumsfreiheit abzuwehren. Beispielsweise beim Mietrecht.
Die Grüsse des Kantonalverbands überbrachte Präsidentin Janine Glarner. Vom nationalen Verband richtete Direktor Markus Meier ein paar Worte an die Teilnehmenden. «Bei der Abschaffung des Eigenmietwerts per 1. Januar 2029 müssen wir darauf achten, dass die Kantone den Entscheid des Souveräns auch gut umsetzen.»