Konzert vom Chor Quersang in der reformierten Kirche
Der Chor Quersang bleibt seiner DNA treu und singt sich unter der Leitung von Roberto Vacca quer durch die Romantik bis in die Gegenwart und überrascht mit taktvollem Highlight und Klaviersoli von Lidiia Domanska. ...
Konzert vom Chor Quersang in der reformierten Kirche
Der Chor Quersang bleibt seiner DNA treu und singt sich unter der Leitung von Roberto Vacca quer durch die Romantik bis in die Gegenwart und überrascht mit taktvollem Highlight und Klaviersoli von Lidiia Domanska.
Monica Rast
Der Chor Quersang besticht durch seine stattliche Anzahl an Sängerinnen und Sängern. «Es wäre schön, wenn auf das 40-Jahr-Jubiläum noch einige Stimmen, vor allem Männerstimmen, hinzukommen würden», meint Moderatorin Carmen Frei. «Erfreulich ist es, dass immer noch Gründungsmitglieder aktiv mitsingen.»
Der Chor ist damals aus der Jugendarbeit der katholischen Pfarrei Wohlen von Bodo und Doris Belser als Jugendchor entstanden. «Damals waren wir 20 Jahre jung», erzählen Julia Wohler, Ruth Meier und Christina Cotti lachend. «Wir freuen uns, dass der Jugendchor von damals immer noch besteht», meint Ruth Meier und Julia Wohler fügt hinzu: «Jeder Dirigent hat den Chor auf seine Weise geprägt und weiterentwickelt.» Was Dirigent Roberto Vacca mit dem Chor einstudiert hat, ist Abwechslung pur mit einigen Highlights.
Querbeet durch die Jahreszeiten
Eigentlich beginnt das Konzert erst um 20 Uhr, doch zahlreiche Zuhörer finden sich bereits rund eine Stunde vor Konzertbeginn auf dem Vorplatz der reformierten Kirche ein. Gemeinsam geniessen sie im Schatten die Vorfreude auf das Konzert.
Das Programm ist typisch für den Chor: querbeet durch Romantik bis Gegenwart. Die Zuhörer erwartet ein abwechslungsreiches Programm, das durch alle vier Jahreszeiten führt und einiges an Überraschungen bereithält.
Unter der Leitung von Roberto Vacca werden Lieder aus verschiedenen Epochen und in unterschiedlichen Sprachen aufgeführt. So klingt für die Zuhörer das japanische Volkslied «Sakura» eher fremd und trotzdem wunderschön und Tenor und Bass überraschen mit dem schwedischen Volkslied «Sumer is icumen in» in mittelalterlichem Englisch.
Babylonisches Liedergut
Mit «Seasons of Love», einem Lied aus dem Broadway-Musical Rent von 1996, geschrieben und komponiert von Jonathan Larson wird das Konzert eröffnet. Der Text fragt nach der angemessenen Art, den Wert eines menschlichen Lebens zu bemessen. In der reformierten Kirche erfüllt das Lied die Wertvorstellung des Konzertes auf jeden Fall.
Mit «White Winter Hymnal» von der US-amerikanischen A-cappella-Gruppe Pentatonix hat sich die Rhythmusgruppe selbst übertroffen. «Sie haben fleissig geübt, doch Lächeln dabei bleibt immer noch schwierig», so Carmen Frei schmunzelnd. Das Publikum sieht darüber hinweg und ist einfach nur begeistert, von der Darbietung, die einiges an Konzentration erfordert, um den Rhythmus einzuhalten.
Doch nicht nur sie brauchen die Hände für den Takt. Auch Roberto Vacca verfügt über ein grosses Repertoire an Handzeichen für die Sängerinnen und Sänger. Dazu gehört auch mal Backen aufblasen und Körper schütteln. Fast so spannend wie bei der Rhythmusgruppe. Nur einmal ist er gestolpert, wie Carmen Frei in der Moderation ankündigt, und zwar über seinen eigenen Mut. Doch «Summertime» von George Gershwin kann wie alle anderen Stücke die Zuhörer überzeugen.
Des Weiteren stehen Lieder von Johan Brahms, Claude Debussy oder Fanny Hensel auf dem Programm. Mit «Autum» vom norwegischen Pianisten und Komponisten Ola Gjeilo macht der Chor die Zuhörer auf das Jubiläumskonzert «gluschtig».
Gemeinsam mit dem Orchester Bremgarten wird der Chor Quersang unter anderem die «Sunrise Mass» des Komponisten Ola Gjeilo aufführen. «Wir freuen uns, wieder einmal etwas Klassisches zu machen», meint Christina Cotti.