Finanzierung kleinstes Problem
23.06.2026 Region Unterfreiamt, Dottikon, VerkehrDie Gemeindeversammlung in Dottikon war diesmal eine kurze Angelegenheit
Es wird eng im Dorf. Und das während rund zwei Jahren. Wenn ab 2029 die dritte Etappe der Sanierung Bahnhofstrasse startet, wird sich der Verkehr im Dorf wohl noch mehr stauen als jetzt schon. ...
Die Gemeindeversammlung in Dottikon war diesmal eine kurze Angelegenheit
Es wird eng im Dorf. Und das während rund zwei Jahren. Wenn ab 2029 die dritte Etappe der Sanierung Bahnhofstrasse startet, wird sich der Verkehr im Dorf wohl noch mehr stauen als jetzt schon. Weil die Arbeiten dringend nötig sind, wurde der Kredit über 4,36 Millionen einstimmig genehmigt.
Chregi Hansen
Zuvor hatte Ammann Patrick Keller die sehr positiven Finanzzahlen der Gemeinde vorgestellt. Auch die drei vorgelegten Kreditabrechnungen schlossen allesamt besser ab als budgetiert. «Ich bin jetzt derjenige, welcher das Geld ausgibt», leitet darum Vizeammann Laurenz Meier zum wichtigsten Traktandum des Abends über. 10,275 Millionen Franken kostet die dritte Etappe der Sanierung der Bahnhofstrasse. Davon muss die Gemeinde selber einen Anteil von 4,36 Millionen Franken übernehmen.
«Viel Geld für einen kurzen Abschnitt», wie Meier gesteht. Denn das Teilstück von der Bünzbrücke bis zur Einmündung in die Wohlerstrasse beträgt nur rund 250 Meter. Aber es gehe eben um viel mehr als nur die Strasse. Denn unter ihr fliesst der eingedolte Hägglingerbach. Und der Bachkanal ist in einem sehr schlechten Zustand und mittlerweile auch zu klein dimensioniert – es besteht die Gefahr von Hochwasser. Der Ersatz des Bachkanals und weitere Massnahmen zum Hochwasserschutz sind mit 6,7 Millionen Franken der grösste Kostentreiber. Und wenn man die Strasse schon aufreisst, dann werden auch gleich verschiedene Leitungen ersetzt.
Verkehrskonzept erarbeiten
Zehn Jahre ist es her, dass die zweite Etappe abgeschlossen wurde. «Damals hiess es, dass man den dritten und letzten Teil schnell angeht», erinnert der zuständige Gemeinderat. Ganz so schnell ging es aber nicht, denn die Herausforderungen in diesem Abschnitt sind gross. «Seit 2022 sind wir am Planen, mittlerweile fanden 17 Sitzungen statt», berichtet Meier an der «Gmeind». Hauptproblem: Die Bahnhofstrasse ist eine wichtige Verkehrsachse, die Bauzeit wird zu erheblichen Problemen führen. Es ist mit temporären Sperrungen und einem Einbahnregime zu rechnen. «Am Verkehrskonzept während der zweijährigen Bauzeit wird noch gearbeitet», erklärt Meier. Eines ist jetzt schon klar: Es wird eng in dieser Zeit.
Die geplanten Massnahmen dienen insbesondere auch den Fussgängern und den vielen Kindergärtnern, welche die Strasse überqueren müssen. So ist neu eine Mittelinsel geplant. Zudem soll die Parkplatzsituation verbessert und der Platz beim Gemeindehaus neu gestaltet werden. Auch die Bushaltestelle wird jetzt behindertengerecht ausgebaut. Ob jetzt dann auch die weiteren Haltestellen angepasst werden, wollte ein Bürger wissen. Man packe dies immer dann an, wenn eine Strassensanierung ansteht. Und da dies immer Kantonsstrassen betrifft, könne man dies nur bedingt steuern. Letztlich passiert der Kredit aber ohne Diskussion und ohne Gegenstimmen. Es hat sich also gelohnt, dass der Gemeinderat zuvor einen Infoabend durchgeführt hat, an dem alle Fragen geklärt werden konnten.
Nicht nur die Bahnhofstrasse wird in den kommenden Jahren saniert, auch beim Buchenweg sind Arbeiten geplant. Auch hier werden sowohl die Strasse wie auch die Leitungen erneuert. Die Kosten sind mit 622 000 Franken aber deutlich günstiger und die Bauzeit mit sechs bis acht Monaten viel kürzer. Auch dieser Kredit wurde einstimmig genehmigt.
Finanziell geht es der Gemeinde bestens
Die Gemeinde kann sich die Investitionen leisten, wie in Blick in die Rechnung und die Bilanz zeigt. Die Rechnung schliesst um 1,582 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Das Vermögen der Gemeinde stieg auf neu 21,514 Millionen Franken oder 5051 Franken pro Einwohner. «Da sind andere Gemeinden schon etwas neidisch», ist sich Gemeindeammann Patrick Keller bewusst. Immerhin: Das Vermögen wird unter anderem auch dafür eingesetzt, anderen Gemeinden Darlehen zu günstigen Konditionen zu gewähren.
Lob für den Gemeinderat
Zum guten Ergebnis haben einerseits Mehreinnahmen geführt, vor allem bei den Steuern. Hier lag das Plus gegenüber dem Budget bei einer halben Million Franken. Dazu kamen höhere Rückerstattungen. Umgekehrt war der Aufwand bei den Löhnen kleiner als erwartet und konnte dank dem guten Personal vor allem bei den Honoraren für externe Berater gespart werden. Dank der guten Finanzlage konnten alle Investitionen selber finanziert werden. Wobei weniger Geld ausgegeben wurde als budgetiert. «Zum Teil konnten die Projekte günstiger ausgeführt werden. Zum Teil aber wurden sie nur verschoben, fallen die Kosten eben später an», macht Keller deutlich. Auch zur Rechnung gibt es nur eine Wortmeldung. «Ich habe keine Frage, ich will einfach mal Danke sagen, ihr macht einen super Job», sagt eine Bürgerin. Dem schliessen sich wohl alle an.
Die Beschlüsse
An der Gemeindeversammlung in Dottikon nahmen 64 Stimmberechtigte teil. Sie genehmigten alle Anträge des Gemeinderates einstimmig und ohne Diskussion. Es sind dies: 1. Protokoll. – 2. Rechenschaftsbericht. – 3. Rechnung 2025. – 4. Kreditabrechnung Erschliessung Lehmhof. – 5. Kreditabrechnung Dachsanierung altes Schulhaus Hübel. – 6. Kreditabrechnung Alterswohnheim Sanierung Parkdeck. – 7. Verpflichtungskreditantrag über 4,360 Millionen Franken für die Sanierung der Bahnhofstrasse Bünzbrücke bis Wohlerstrasse (3. Etappe). – 8. Verpflichtungskreditantrag über 622 000 Franken für die Sanierung des Buchenwegs inklusive Wasser- und Abwasserleitung. – 9. Verlängerung Baurechtsvertrag für Tennisclub Dottikon um weitere 50 Jahre.

