«Es weht ein neuer Wind»
05.05.2026 Wohlen, PolitikGeneralversammlung der Mitte: Stefanie Dietrich ist nun die alleinige Präsidentin
Die Mitte ist die zweitstärkste Politkraft in Wohlen. Auch deshalb will sich die Partei selbstbewusst Wohlens Herausforderungen stellen. Dies soll mit einem verstärkten ...
Generalversammlung der Mitte: Stefanie Dietrich ist nun die alleinige Präsidentin
Die Mitte ist die zweitstärkste Politkraft in Wohlen. Auch deshalb will sich die Partei selbstbewusst Wohlens Herausforderungen stellen. Dies soll mit einem verstärkten Vorstand erfolgen. Neu wird die Mitte von Stefanie Dietrich präsidiert, das Co-Präsidium ist beendet.
Daniel Marti
Die Mitte feierte bei den Gemeinderatswahlen einen grossen Erfolg. Sonja Isler-Rüttimann erzielte das beste Resultat aller Kandidierenden und wurde zudem zur ersten Frau Vizeammann der Gemeinde Wohlen gewählt. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Parteispitze, die bis anhin von einem Co-Präsidium geführt wurde. Stefanie Dietrich und Sonja Isler-Rüttimann waren für die Leitung der Mitte verantwortlich. Wegen der erfolgreichen Wahl machte nun Frau Vizeammann einen Schritt zurück. Die Belastung, die Konzentration auf das Gemeinderatsmandat sowie die Zeit lassen die bisherige Besetzung nicht mehr zu, argumentierte Isler-Rüttimann. Stefanie Dietrich ist ab sofort alleinige Präsidentin, Sonja Isler-Rüttimann stellt sich weiterhin als Vizepräsidentin zur Verfügung. Dieser «neuen» Doppelspitze stimmte die Generalversammlung einstimmig zu.
Nur «schweren Herzens» verabschiedet sich Stefanie Dietrich vom Co-Präsidium und von Sonja Isler-Rüttimann als gleichberechtigte Präsidentin. «Es waren drei Super-Jahre und wir haben uns sehr gut ergänzt», oft hatten die beiden fast täglich Kontakt. Bereits seit Anfang Jahr war allerdings klar, dass das Co-Präsidium beendet wird. «Darum habe ich die letzten vier Monate bereits üben können», so Stefanie Dietrich schmunzelnd. Die gute Zusammenarbeit und die vielen Berührungspunkte bleiben jedoch bestehen.
Vorstand verstärkt und die gleichen Ziele
Die neue Präsidentin muss oder sollte die persönlichen Ziele von nun an selber umschreiben. «Es ist wichtig, dass wir weiterhin auf die Menschen zugehen, wir brauchen vor allem junge Leute in unserer Partei», so Dietrich. «Wir wollen die Menschen mit unseren Themen abholen. Und wir wollen auch an unseren Wahlkampfthemen vom vergangenen Herbst dranbleiben.» Die Mitte will Wohlen zu einer attraktiven Zentrumsgemeinde machen, sie will zudem eine verantwortungsvolle Finanzpolitik mit bezahlbaren Steuern. Sie strebt ein sicheres Wohlen, hochwertigen Wohnraum und finanzierbare Bildungsinfrastrukturen an. Und Stefanie Dietrich ist auch eine gute Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen wichtig.
Um all diese Ziele zu verfolgen und um die Präsidentin gut zu begleiten, braucht es mehr Unterstützung. «Auch deshalb wollte ich den Vorstand vergrössern», so die Präsidentin. Aus dem Vorstand ausgetreten sind die ehemalige Gemeinderätin Ariane Gregor und Alt-Einwohnerratspräsident Meinrad Meyer. Diese zwei wurden gleich doppelt neu besetzt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Ursula Giger Wertli, Arlette Bär, Michael Rorato und Pius Cavelty, alle vier waren übrigens auf der Liste für die Einwohnerratswahlen. Präsidentin Stefanie Dietrich, Vizepräsidentin Sonja Isler-Rüttimann, Fraktionspräsident Daniel Heinrich und Einwohnerrätin Aline Knoblauch komplettieren den nun achtköpfigen Vorstand. Je nach Interessen und Stärken werden dann die Posten vergeben, erklärte die neue Vizepräsidentin. Mit Michael Rorato konnte beispielsweise ein Polit-Wissenschaftler für die Mitarbeit gewonnen werden, das scheint eine klare Verstärkung zu sein.
Grosse Motivation trotz Sitzverlust
Bei den Verabschiedungen nahmen die Würdigungen von Ariane Gregor und Meinrad Meyer den grössten Raum ein. Einwohnerrätin, Einwohnerratspräsidentin und Gemeinderätin – Gregor hat unendlich viel für die Partei geleistet. Dieser Dank sei mit ganz viel Respekt verbunden, so die neue Mitte-Vizepräsidentin zu Ariane Gregor. Auch verabschiedet wurde die Tochter von Ariane Gregor, Michelle Gregor, die sich entschieden hatte, nicht mehr für den Einwohnerrat zu kandidieren.
Die Jahresberichte von Vorstandsspitze und Fraktionspräsident waren vor allem auf die Wahlen und die Arbeit an der Basis ausgerichtet. Von einem «bewegten Jahr» berichtete Stefanie Dietrich. «Im Wahlkampf wollten wir nahe bei den Menschen sein und uns direkt mit den Leuten unterhalten», das sei sehr gut gelungen. Denn auf die verschiedenen Aktivitäten gab es durchwegs viele positive Rückmeldungen. Bei den Wahlen habe man gewusst, dass die SVP «im Hoch sein wird». Auf das Resultat von Sonja Isler-Rüttimann bei den Gemeinderatswahlen sei die Partei mächtig stolz, so Stefanie Dietrich. Im Einwohnerrat habe man die acht Sitze unbedingt halten wollen. «Das hat nicht ganz gereicht.» Trotz eines Sitzverlustes sei die Motivation gross, Wohlen weiterentwickeln zu wollen.
Mit Fingerspitzengefühl Konsens finden
Obwohl im Einwohnerrat ein Sitzverlust verkraftet werden musste, «weht in der Fraktion ein neuer Wind», betonte Fraktionspräsident Daniel Heinrich. Sehr positiv sei, dass die zwei Vertretungen des Dorfteils Anglikon sich der Mitte-Fraktion angeschlossen haben. «Das tut uns gut», so Heinrich. «Das sind zwei wichtige Sitze für anstehende Entscheidungen. Denn Wohlen steht weiterhin vor grossen Herausforderungen.»
Weiter sei die Mitte darauf angewiesen, «dass wir mit allen Fraktionen zusammenarbeiten und den Konsens finden können». Wohlen komme in eine Phase, «wo wir uns nicht alles leisten können. Wir müssen künftig Abstriche machen», sprach Daniel Heinrich Klartext. Darum müsse jedes Geschäft genau geprüft werden, und es dürfe nur das bewilligt werden, «was wir wirklich brauchen und bezahlen können». Zudem gilt laut Heinrich zu bedenken: «Was wir entscheiden, muss die nächste Generation mit ihren Steuern bezahlen.» Die Mitte werde versuchen, das versprach Fraktionspräsident Daniel Heinrich abschliessend, «mit mehr Fingerspitzengefühl gegenüber dem Gemeinderat zu agieren. Denn einfach wird die Zukunft nicht».


