Er will Wohlen besser machen
05.05.2026 Wohlen, PolitikSVP Wohlen-Anglikon: Der neue Präsident heisst Jonathan (Johnny) Nicoll
Von Roland Büchi zu Jonathan Nicoll. Die SVP Wohlen-Anglikon wählt einen neuen Präsidenten. Büchi verabschiedet sich nach einem Grosserfolg bei den Wahlen im letzten Herbst. ...
SVP Wohlen-Anglikon: Der neue Präsident heisst Jonathan (Johnny) Nicoll
Von Roland Büchi zu Jonathan Nicoll. Die SVP Wohlen-Anglikon wählt einen neuen Präsidenten. Büchi verabschiedet sich nach einem Grosserfolg bei den Wahlen im letzten Herbst. Und Nicoll, der Finanzexperte, will sich den schwierigen Themen der Gemeinde widmen. Und Verbesserungen anstreben.
Daniel Marti
«Es gibt viele Themen, die Wohlen beschäftigen. Deshalb werde ich mich gerne wieder in der Politik einbringen.» Dies sagt Jonathan (Johnny) Nicoll, der neue Präsident der SVP Wohlen-Anglikon. Und er weiss, wovon er spricht. Von Januar 2018 bis September 2024 nahm er Einsitz im Einwohnerrat. Dabei war Nicoll der grosse Mahner und Kritiker betreffend Finanzlage der Gemeinde Wohlen. Als Finanzexperte trat er im Parlament in Erscheinung, aber seine Forderungen und Ratschläge fanden in der damaligen Regierung nur selten bis nie Beachtung. Er forderte immer wieder eine Prioritätenliste, mehr Sorgfalt bei den Ausgaben und allenfalls auch Abstriche im Finanzplan und bei den Investitionen generell – sowie wenn nötig auch Verzicht.
«Nicht auf den Erfolgen ausharren»
Nun, nach eineinhalbjähriger Politpause, ist er zurück. Er wolle mitarbeiten, Wohlen weiterzuentwickeln, und er sei bereit, seine Visionen voranzutreiben. «Die Region und Wohlen kann man um einiges besser machen», betont er. Dabei ist er auch bereit, auf andere zuzugehen. «Es ist wichtig, dass wir parteiübergreifend zusammenarbeiten», sagt er. Er wolle als SVP-Präsident zuhören und offen sein für alle Politinteressierten. Das klingt sehr konstruktiv – und dennoch zielstrebig. Johnny Nicoll (Jahrgang 1974) war nicht lange weg von der Politik, darum kennt er sich bei den brennenden Themen nach wie vor gut aus. Den Fokus will er auf folgende Bereiche legen: Verkehrsproblem, attraktiver Wohnraum, Steigerung des Steuerertrags, «ohne am Steuerfuss herumzuschrauben», und Optimierung der Ausgabenseite. Dabei wolle er vor allem auch im Hintergrund agieren. Leadership ja, einfach dort, wo er gebraucht wird.
Der neue Präsident der Volkspartei ist sich zudem bewusst, dass es künftig auch einen Spagat benötigen könnte. Denn die SVP eilt von Erfolg zu Erfolg.
Die Gemeinde muss dagegen dringende Aufgaben lösen. Die Gemeinde Wohlen stehe vor schwierigen und herausfordernden Zeiten, gerade deshalb dürfe die «SVP nicht auf den Erfolgen ausharren», so Nicoll.
Gemeinderat jetzt näher beim Volk
Dabei hat er allerdings auch seine Erwartungen an die neue Regierung. Die SVP stellt nun mit Roland Vogt den Gemeindeammann. Der müsse natürlich in vielen Fragen eine neutrale Stellung einnehmen, weiss Nicoll. «Vogt wird auch auf andere Parteien zugehen und den Konsens suchen.» Das sei auch richtig. Nicoll glaubt jedoch, dass der neue Gesamtgemeinderat näher bei den Bürgerinnen und Bürgern ist. «Das ist besser so.» Mit Gemeindeammann Roland Vogt sowie mit Finanzministerin Claudia Hauri hat Finanzexperte Johnny Nicoll gleich zwei SVP-Verbündete in Finanzangelegenheiten. Er ist davon überzeugt, dass konstruktive Lösungen zur Verbesserung von Wohlens Finanzlage möglich sein werden.
Als Einwohnerrat gab er etliche Ratschläge, wie die finanzielle Lage Wohlens verbessert werden könnte. «Aber passiert ist nichts.» Jetzt werde erst recht alles kritisch hinterfragt. «Wir brauchen den Mut, nicht nur an den kleinen Sachen zu schrauben, sondern auch bei den Grossprojekten.»
Roland Büchi: Auf dem Höhepunkt aufhören
Und Johnny Nicoll garantiert einen guten Übergang beim Präsidium. Zu seinem Vorgänger, Roland Büchi, habe er stets ein Vertrauensverhältnis gepflegt, «der Austausch war super». Büchi amtete fast zehn Jahre lang als SVP-Präsident. Wie lange will Nicoll bleiben? «So lange die Leute von der SVP hinter mir stehen und mich als fähig erachten, die Partei zu führen», gibt er sich diplomatisch. Letztlich komme es auch auf sein Team an. Und dieses sei gut.
Gleiches sagt auch Roland Büchi. Warum hat er sich überhaupt zum Rücktritt entschlossen? «Man sagt doch, man soll auf dem Höhepunkt aufhören», antwortet der ehemalige Grossrat. Er habe im vergangenen Wahlherbst doch alle Ziele erreicht, erklärt er weiter. Drei Sitzgewinne im Einwohnerrat, erstmals stellt die SVP mit Claudia Hauri und Roland Vogt zwei Gemeinderatsmitglieder und mit Vogt den Gemeindeammann. Diese Bilanz darf sich tatsächlich sehen lassen. «Zudem hat sich mit Johnny Nicoll eine perfekte Nachfolge angeboten.»
Bilanz ist top
Auch die Bilanz zur gesamten Präsidentenzeit (2017 bis 2026) ist für Büchi positiv. «Anfänglich haben wir im Einwohnerrat auch Sitze verloren», erklärt er, «aber vor acht, zehn Jahren war die politische Ausgangslage halt anders. Aktuell hatten wir Erfolg mit den Referenden. Die Leute haben da gesehen, dass wir von der SVP für sie da sind.» Letztlich sei seine präsidiale Zeit top gewesen. «Ich habe es immer gerne gemacht», so Büchi. Die SVP habe in letzter Zeit viele kritische Fragen gestellt, fügt der neue Präsident noch an, «auch das hat zum Wandel beigetragen». Diese Phase des Wandels will Johnny Nicoll weiterführen.

