Eiersuchende aus nah und fern
08.04.2026 Region Oberfreiamt, Natur, WaltenschwilSeit 55 Jahren bietet der Natur- und Vogelschutzverein Waltenschwil das Eiersuchen an
Das Eiersuchen beim Wildgehege in Waltenschwil hat sich zu einem Volksanlass entwickelt. Früher war es für die Dorfbevölkerung gedacht. Nach 55 Jahren kommen Gäste ...
Seit 55 Jahren bietet der Natur- und Vogelschutzverein Waltenschwil das Eiersuchen an
Das Eiersuchen beim Wildgehege in Waltenschwil hat sich zu einem Volksanlass entwickelt. Früher war es für die Dorfbevölkerung gedacht. Nach 55 Jahren kommen Gäste von weit her, um mit ihren Kindern am beliebten Anlass auf Eiersuche zu gehen.
Verena Anna Wigger
Sie kommen in Scharen, und das, nicht nur weil die Sonne scheint. Das sieht man bereits unten in Dorf. Eltern und ihre Kinder sind unterwegs hoch zum Wildtiergehege. Die Kinder tragen Körbe, Eierkartons und Säckli, um ihre späteren Funde darin zu transportieren. Jetzt werden diese fröhlich geschwenkt. Im Anmarsch sind auch junge Eltern mit Kinderwagen. Die Kinder hüpfen in freudiger Erwartung auf den Osterhasen und die Eier. Einige entdecken den grossen braunen Hasen schon im Gehege. Doch richtig zeigt er sich noch nicht. Zuerst liegt der Fokus darauf, selbst im Wald die Eier zu suchen.
Rennen um die besten Voraussetzungen
Der Start ähnelt einem Kurzstrecken-Sprint. Klein und Gross rennt los. Als wären es zwanzig Eier und nicht 2000, die im Wald versteckt sind. Die rund 800 Besucher bewegen sich in die Waldflächen. Kaum im Wald angekommen, tönt es hinter vielen Bäumen: «Ich habe eins.» Hinter Bäumen und bei den Wurzeln auf Wurzelstöcken und in kleinen Gruben, überall schauen sie nach.
Besucher aus nah und fern
Mit dabei sind auch Michaela Gersbach, Nicole Leitch und Daniela Meisinger. Sie sind zusammen mit ihren vier Kindern unterwegs. Sie alle wohnen in Knonau im Kanton Zürich. Als Kind wuchs Gersbach in Wohlen auf. Für sie ist dieser Besuch eine Kindheitserinnerung und ihr 30-Jahr-Jubiläum. Dieses Erlebnis will sie mit ihren Kolleginnen und deren Kindern teilen. «Bisher waren wir in Sins am Eiersuchen», sagt Gersbach. Dort sei es auch schön, doch viel kleiner, und daher wolle sie ihnen dies in Waltenschwil einmal zeigen.
Auch Ivonne Fannelli und ihre beiden Töchter sind unterwegs im Wald. Sie haben bereits das eine oder andere Ei gefunden. «Für mich geht es vor allem darum, rauszugehen», sagt die Mutter. Sie geniesse es, mit ihren beiden Töchtern durch den Wald zu streifen. Das Eiersuchen und -finden sei dann noch der Spass obendrauf.
Nathalie Huber aus Waltenschwil und ihre beiden Kinder Shayen und Alessandro sind sehr erfolgreich. Nach kurzer Zeit kommen sie zurück. Doch das war nicht immer so. «Im ersten Jahr haben wir nichts gefunden», sagt sie, doch nun wissen sie, wie es läuft. Letztes Jahr haben sie herausgefunden, wie es funktioniert, und darum beenden sie ihre Suche nach dem erfolgreichen Fund.
Viele Helfer den ganzen Morgen im Einsatz
Ruedi Amstutz, Vizepräsident des Natur- und Vogelschutzvereins Waltenschwil, freut sich, dass das Wetter einmal mehr funktioniert. In den Jahren, seit er im Verein ist, «hatten wir noch nie wirklich schlechtes Wetter», sagt er. Am Morgen früh beginnen sie jeweils damit, die Eier für den Osterhasen zu verstecken. Dabei konnten sie auf über 40 Helferinnen und Helfer zurückgreifen, welche die farbigen Eier im Wald verteilen. Sie haben beste Erfahrung in der Durchführung des Anlasses. Auch nach der Suche verweilen die Familien noch etwas und geniessen das Zusammentreffen. Bis am Mittag blieben die einen schon sitzen, weiss er.
In diesem Jahr veranstaltet der Natur- und Vogelschutzverein Waltenschwil den Anlass zum 52. Mal in 55 Jahren. «Angefangen haben wir die Eiersuche für die Bevölkerung im Dorf», sagt Amstutz. Heute kommen die Besucher aus der weiteren Region. Da seien Gäste aus dem Kanton Zürich oder Zug eine alltägliche Erscheinung, weiss der Organisator. Doch sie freuen sich, dass ihre 2000 versteckten Eier beliebt sind. «Und wer keines findet», der bekomme auch eines vom Osterhasen am Gehege, erzählt er. Vor allem das Bild, wenn sich die Kinder um das Gehege drängen, damit sie eines der Eier vom Osterhasen bekommen, findet er besonders.




