Die Fairness setzte sich durch
17.03.2026 Wohlen, Einwohnerrat, Vereine, FinanzenEinwohnerrat genehmigte Sanierung von vier Tennisplätzen: Vereins-Beteiligung von 15 Prozent
Dass der Tennisclub Wohlen Niedermatten vier Plätze rasch sanieren muss, das war im Rat unbestritten. Debattiert wurde über die finanzielle Beteiligung des Vereins. ...
Einwohnerrat genehmigte Sanierung von vier Tennisplätzen: Vereins-Beteiligung von 15 Prozent
Dass der Tennisclub Wohlen Niedermatten vier Plätze rasch sanieren muss, das war im Rat unbestritten. Debattiert wurde über die finanzielle Beteiligung des Vereins. Der Rat entschied sich fairerweise für 15 Prozent.
Was hätten Sie denn gerne: 2, 6, 10, 15 oder gar 25 Prozent? Über diese Zahlen, also über die finanzielle Beteiligung des Tennisclubs Wohlen Niedermatten an der Sanierung von vier Plätzen, verhandelte der Einwohnerrat. Ursprünglich war man bei 2,6 Prozent. In der Vorlage vom vergangenen November, die kurzfristig zurückgezogen wurde, waren es 10 Prozent. Inzwischen hat der Gemeinderat mit dem Verein neu verhandelt. Und man einigte sich auf 15 Prozent. Das passte aber längst nicht allen.
«Den Verein nicht abstrafen»
Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission behauptete ganz einfach, dass die Vereinbarung aus dem Jahr 2001 ausgelaufen sei und dass sich der Tennisclub Wohlen Niedermatten mit 25 Prozent an den Ausgaben beteiligen müsse. Aber nur die Mehrheit der SVP und Teile der FDP folgten diesem Anliegen. Gemeindeammann Roland Vogt stellte darauf klar, dass die Vereinbarung immer noch existiert, «sie ist immer noch gültig». Und die 15 Prozent seien schon der richtige Wert. «Den Verein jetzt mit einer 25-prozentigen Beteiligung abstrafen zu wollen, das ist doch nicht fair», so Vogt, «uns ist es ebenso wichtig, dass ein Verein lebt.» Die FGPK argumentierte damit, «dass der finanzielle Nutzen des Vereins durch die Sanierung sehr hoch ist», wie Sprecher Lionel Zingg betonte. «Der Club befindet sich in einer komfortablen finanziellen Lage, deshalb ist die 15-prozentige Beteiligung zu tief, der Verein kann sich die 25 Prozent durchaus leisten.»
Weiter werden die Unterhaltskosten pro Platz und Jahr um die 7000 Franken sinken. Zingg erwähnte noch, dass sich andere Niedermatten-Vereine 25 Prozent wohl nicht leisten können. Und dass eine individuelle Betrachtung von kommenden Sanierungsfällen nötig sei. Immerhin. Unterstützung kam von der SVP. «Wir haben keinen finanziellen Spielraum», sprach Peter Christen die Situation der Gemeinde an. «Alle Vereine jammern, dass sie kein Geld haben, aber die 25 Prozent sind trotzdem machbar.» Und FDP-Sprecher Sämi Keller stellte fest, dass der Club gross und gesund ist. «Die allgemeine Verunsicherung ist durch den Gemeinderat entstanden, der es versäumt hat, eine neue Vereinbarung zu erarbeiten.» Keller selbst stand für 15 Prozent ein, die drei anderen FDPler für 25 Prozent. Dies reichte jedoch nicht für den FGPK-Vorschlag: Nur 13 Parlamentsmitglieder stimmten für die 25 Prozent, 23 waren dagegen, bei 3 Enthaltungen. Damit war der Weg frei für den gemeinderätlichen Vorschlag. Der Verpflichtungskredit in der Höhe von 320 000 Franken wurde grossmehrheitlich angenommen mit 36 Ja-Stimmen. Die 15-Prozent-Beteiligung für den Tennisclub Wohlen Niedermatten (48 000 Franken) wurde mit 30 Ja zu 5 Nein bei 4 Enthaltungen gutgeheissen.
«Starkes Zeichen für den Sport»
Damit folgte der Rat der Haltung von Grünliberalen, Grünen, SP und Mitte. Es war der Weg der Fairness, wie all diese Parteien betonten. «Es ist die Vorlage, die dem Verein entspricht», erklärte Gemeindeammann Vogt. «Es ist auch ein Signal an die anderen Vereine.» Nun doch ein positives Signal.
«Es wurde eine saubere Auslegeordnung gemacht. Und es gibt keine Gründe für eine höhere Belastung und für eine Anpassung nach oben», so Matthias Angst, GLP. «Mit 15 Prozent wird ein starkes Zeichen für den Sport gesetzt.» Und es könne doch nicht sein, «dass der Verein in den Würgegriff der Politik gerate», kritisierte Matthias Schneider für die SP.
Der Sanierungsbedarf der Plätze 1 bis 4 sei unbestritten, sagte Aline Knoblauch für die Mitte. Bei der Beteiligung gab die Partei Stimmfreigabe, ein Mitte-Mitglied stimmte für den höheren Prozentsatz. «Wichtig ist», so Aline Knoblauch, «dass der Gemeinderat mit den Vereinen nun eine neue Vereinbarung ausarbeitet.» Dieser Meinung schlossen sich auch die Grünen an. «Das Sportzentrum Niedermatten ist eine Anlage, die Wohlen attraktiv macht», sagte Pia Sieroka. Auch dank den Vereinen. Auch das ist eine faire Einschätzung. --dm

