Den stinkenden Brei entfernt
29.08.2025 Wohlen, Jugend, Schule, NaturErlebnispädagogik: Die Oberstufe des Bünzmatt-Schulhauses saniert das Biotop
Das Feuchtbiotop hinter dem Schulhaus Bünzmatt hat in den letzten Jahren viel Schlamm und Unrat angesammelt. Nun wurde es dank der Schülerschaft saniert. Eine tolle Idee im ...
Erlebnispädagogik: Die Oberstufe des Bünzmatt-Schulhauses saniert das Biotop
Das Feuchtbiotop hinter dem Schulhaus Bünzmatt hat in den letzten Jahren viel Schlamm und Unrat angesammelt. Nun wurde es dank der Schülerschaft saniert. Eine tolle Idee im Rahmen der Erlebnispädagogik.
Wie lange das Feuchtbiotop hinter dem Bünzmatt schon existiert, weiss Lehrer Claude Hasler nicht. «Aber es war schon da, als ich vor 25 Jahren hier angefangen habe», sagt er. Es könne gut sein, dass dieses Biotop einmal voller Leben war. Doch mittlerweile haben sich über die Jahre viel Schlamm, Äste, Steine und Abfall angesammelt. «All das wurde zu einem dichten, stinkenden Brei», sagt Hasler.
Einsatz in weissen Sneakers
Bei Hasler entsteht die Idee, dieses Biotop im Rahmen der Erlebnispädagogik zu sanieren. Die Erlebnispädagogik findet einmal pro Monat für jede Klasse statt. Ein Unterricht nicht nach Stundenplan. «Die Erlebnispädagogik ist ein zentraler Bestandteil unseres Schulprofils. Sie ergänzt den Unterricht um wertvolle Erfahrungen ausserhalb des Klassenzimmers und eröffnet neue Lernräume für Kopf, Herz und Hand. Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur teilnehmen, sondern aktiv gestalten. Sie übernehmen Rollen, treffen Entscheidungen, organisieren mit – und lernen dabei, Verantwortung für sich selbst und andere zu tragen. Eigene Stärken werden sichtbar, neue werden entdeckt», heisst es dazu im Merkblatt der Bünzmatt-Schule. Am Ende des Schuljahres wird den Schülerinnen und Schülern, die in der Erlebnispädagogik besonders positiv aufgefallen sind, ein Diplom ausgehändigt, das dem Jahreszeugnis beigelegt werden kann. Die Idee stösst auch bei Roger Isler auf offene Ohren. Er ist bei der Gemeinde Wohlen zuständig für die Abteilung Umwelt & Energie. Das Bauamt stellte Schaufeln, Schubkarren und Arbeitshandschuhe zu Verfügung.
«Tolles Teamwork»
Die Oberstufenschülerschaft legt los. Stämme und Äste werden aufgeschichtet und dienen als Totholzbiotop. Die Steine werden separat aufgestapelt und für das neue Biotop zur Seite gelegt. Schlamm, Abfall und Unrat werden eingesammelt und vom Bauamt abtransportiert. Alle 8. und 9. Klassen packen an. Die Lehrer begleiten. Ein interessanter Fakt: Auch wenn die Schülerschaft informiert wurde, man solle doch mit Gummistiefeln und alten Kleidern auftauchen, tragen einige der Schülerinnen und Schüler dennoch die neusten Klamotten und weisse Sneaker-Schuhe. Claude Hasler machte bei den Arbeiten am Biotop spannende Beobachtungen. Er sagt: «Viele packen tatkräftig mit an, zeigen keine Scheu vor Schmutz und Schweiss und sind mit vollem Einsatz dabei. Andere ekeln sich schnell oder meiden die Anstrengung. Auf jeden Fall sieht man manche Jugendlichen dabei von einer anderen Seite als im normalen Unterricht üblich. Das hat auch Überraschungspotenzial. Einigen hätte ich es vorgängig eher nicht zugetraut, dass sie sich so ins Zeug legen. Auch entsteht teilweise eine schöne Gruppendynamik und tolles Teamwork ist möglich.»
Den Schülerinnen und Schülern des Bünzmatt-Schulhauses wurde zudem vor Ort erklärt, wieso solche Orte wichtig sind für Arterhaltung, Biodiversität und Klimaschutz. In Zukunft könnte jenes Biotop auch im Rahmen des Biologie-Unterrichts genutzt und gepflegt werden.
Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. In einer zweiten Phase wird nun geprüft, wie es um die Teichfolie steht und ob diese ausgwechselt werden muss. Das Biotop soll neu gestaltet werden, ein Zaun wird möglicherweise erstellt. Und schliesslich wird das Biotop mit Wasser befüllt. Dies soll in den kommenden Monaten geschehen. «Hoffentlich können schon bald Frösche, Molche, Wasserläufer, Libellen und andere Lebewesen bei uns im Bünzi-Biotop einziehen», sagt Lehrer Claude Hasler. --red