Breit abgestützte Grundlage
31.03.2026 Region Unterfreiamt, NiederwilGut besuchter Informationsanlass «Revision Nutzungsplanung» der Gemeinde Niederwil
Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens nutzten zahlreiche Interessierte die Möglichkeit, sich aus erster Hand über den Stand der Arbeiten informieren zu lassen. In ...
Gut besuchter Informationsanlass «Revision Nutzungsplanung» der Gemeinde Niederwil
Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens nutzten zahlreiche Interessierte die Möglichkeit, sich aus erster Hand über den Stand der Arbeiten informieren zu lassen. In Niederwil läuft die Mitwirkung noch bis am 31. Mai.
Walter Minder
Gemeindeammann Norbert Ender konnte gut 130 interessierte Gemeindemitglieder begrüssen. Viele von den Besucherinnen und Besuchern sind laut Ender wohl motiviert, dass klare Fragen beantwortet werden. «Was darf ich künftig und was darf ich nicht mehr?», «Wie sieht unser Dorf in 20 oder 30 Jahren aus?» Bei der Aktualisierung der aus dem Jahr 2009 stammenden Nutzungsplanung lag in den letzten anderthalb Jahren der Fokus darauf, in den Bereichen Siedlung, Natur, Landschaft sowie Verkehr eine Balance zwischen Erhalt und Entwicklung zu finden. So sollen Ortsbild und Landschaft geschützt werden, um ein überschaubares, familiäres Dorfleben zu erhalten.
So soll unter anderem die bisherige Zone W1 in die Zone W2 integriert und die bisherige Dorfzone in Dorfkernzone und Dorfentwicklungszone aufgeteilt werden. Die Dorfentwicklungszone beinhaltet weniger strenge bauliche Vorgaben als die Dorfkernzone, wobei ortsbauliche, architektonische und aussenräumliche Qualitätsbestimmungen weiterhin gesetzt sind. Damit wird Wachstum um jeden Preis verhindert, sodass bestehende Infrastrukturen wie Wasser/Abwasser künftigen Anforderungen genügen.
In die Überlegungen miteinbezogen ist auch die weitere Entwicklung des Areals «Reusspark», das in einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen mit Geriatrie-Zentrum zusammengefasst wird.
Land für den König der Schweiz?
Aus der Versammlung wurden abschliessend nur wenige sachbezogene Fragen gestellt, ein Zeichen für die transparente Information durch die Gemeinde. So wollte eine Teilnehmerin wissen, ob die geplante Integration der Zone W1 in die Zone W2 eine Mehrwertabgabe zur Folge habe.
Ammann Ender: «Es bringt zwar für die entsprechenden Plangebiete eine leichte Aufwertung, der Gemeinderat verzichtet aber auf eine Mehrwertabgabe.» Zudem wünschte sie sich, dass der Fussweg zum Reusspark als offizieller Wanderweg deklariert wird, was geprüft und allenfalls im Verkehrsplan Fussverkehr berücksichtigt wird.
Eine weitere Frage betraf die Bedeutung der im Gestaltungsplan erwähnten parkplatzübergreifenden Lösung. «Wir wollen Wohnzonen mit möglichst wenig Verkehrsfläche gut erschliessen. Nicht vor jeder Haustür braucht es einen Abstellplatz fürs Auto …» Schmunzeln löste die Frage aus, ob der «König der Schweiz» bei der Suche nach eigentümerlosen Grundstücken in der Gemeinde Niederwil fündig werden könne. Die Antwort vom präsidialen Tisch kam kurz und bündig: Nein.
Braucht es Ausnützungsziffern?
Gäbe es keine Ausnützungsziffern, würde dies die bauliche Flexibilität erhöhen, darum die Frage aus dem Publikum, ob es im Rahmen der Gesamtrevision nicht sinnvoll wäre, in der BNO darauf zu verzichten. Ammann Ender: «Es braucht verbindliche Vorgaben für die verschiedenen Zonen, um einen baulichen Wildwuchs zu verhindern. Aus unserer Sicht ist es besser, weiterhin mit der bekannten Vorgabe der Ausnützungsziffer zu arbeiten.» Aber selbstverständlich könne ein entsprechender Antrag ins Mitwirkungsverfahren eingebracht werden.
Und wie sieht es mit Vorgaben bezüglich Grünzonen und Schottergärten aus? Auch hier hat sich die Planungskommission für einen Mittelweg entschieden. Bezüglich der Grösse von Grünzonen wird auf Vorgaben verzichtet, hingegen ist der maximale Anteil von Schottergärten bestimmt mit dem Ziel, die Bodenversiegelung zu limitieren.
Rechtskräftig wird die Revision nach der Zustimmung durch die Gemeindeversammlung und der Genehmigung durch den Kanton.
Dann durften sich Gemeinderat und Planungskommission, die von einem Team der arcoplan klg aus Ennetbaden unterstützt wird, über den grossen Applaus der Versammlung für die sachbezogene Ausarbeitung der verschiedenen Planungsinstrumente freuen.
Ammann Ender bedankte sich mit dem Hinweis, «auch wenn noch das gesetzlich vorgeschriebene Einwendungsverfahren folgt, bitte ich Sie, für Inputs die Mitwirkung zu benützen». Dann lud er zum gemütlichen Austausch beim Apéro ein.


