«Übernehmt Verantwortung»
04.07.2025 Wohlen, SchuleZensurfeier der Oberstufe im Schulhaus Junkholz
Ein wichtiger Lebensabschnitt geht für 81 Schülerinnen und Schüler im Junkholz zu Ende. Mit emotionalen Worten werden sie von der Schulleiterin Franziska Walti und ihren Lehrpersonen verabschiedet. ...
Zensurfeier der Oberstufe im Schulhaus Junkholz
Ein wichtiger Lebensabschnitt geht für 81 Schülerinnen und Schüler im Junkholz zu Ende. Mit emotionalen Worten werden sie von der Schulleiterin Franziska Walti und ihren Lehrpersonen verabschiedet.
Monica Rast
Das Gedränge ist gross, die Luft dick. Schwer liegt der Parfümduft in der Luft. Nichtsdestotrotz versammeln sich mehr als 250 Schülerinnen, Schüler, Lehrpersonen, Eltern, Geschwister, Verwandte und Kollegen in der eher kleinen Aula des Junkholz-Schulhauses. Diejenigen, die etwas später kommen, haben das Glück, die Feier vom kühleren Gang aus zu verfolgen. Nicht nur für die Schulabgänger ist die Zensurfeier ein besonderer Moment.
Eigene Meinung bilden
Schulleiterin Franziska Walti lässt es sich nicht nehmen, die Schüler mit persönlichen, teils mahnenden Worten zu verabschieden. «Das Mutigste, was man tun kann, ist eigenständiges Denken. Und das lautstark.» Ein Zitat von Coco Chanel (1883–1971) ziert die Einladung zur Zensurfeier. Sie war nicht nur eine Modeschöpferin, sondern auch eine Wegbereiterin. «Gestaltet mit und lauft nicht einfach hinterher. Habt Träume und übernehmt Verantwortung für euer Leben. Schaltet euer Gehirn ein – die Welt braucht euch», meint Walti. Die Schulleiterin fordert die jungen Erwachsenen auf, ihre eigene Meinung zu bilden. «Mitsprechen heisst auch zuhören. Toleranz und Respekt ist keine Einbahnstrasse.» Sie ist sich sicher, dass die jungen Leute auch zweifeln werden. Doch Zweifel seien kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke. Genau wie die Freundlichkeit. Sie schafft Vertrauen und öffnet Türen. «Wir brauchen euch als gefühlvolle, stolze Menschen. Akzeptiert auch andere. Nicht, dass die Lautesten die Welt regieren.» Sie motiviert die Schüler, neugierig, kritisch, offen und freundlich zu bleiben.
Rückblick mit Erinnerungen
Bevor die Klassen von ihrem Lehrer verabschiedet werden, wird ein kurzer Film gezeigt. Gelächter beim ersten Klassenfoto ist schon Standard. «O mein Gott», ist lautstark zu hören.
Während die Besucher mit Neugierde die Vorführung verfolgen, ist es für die Schüler ein Rückblick auf drei Jahre voller Erinnerungen. Vollgepackt mit Momenten von Erlebtem, Freundschaften oder manchmal komischen Situationen. Erinnerungen, die bleiben und aus einem wichtigen Lebensabschnitt erzählen.
Gemeinsam ans Ziel
Während Cyrille Meier (Real 3f) den Beziehungsstatus zu seiner damals 8. Klasse als kompliziert bezeichnete, ist die Klasse zum Ende der Schulzeit wieder auf Kurs. Meier lobt seine motivierten Schüler bei der Verabschiedung: «Ihr wart bei Schnuppern besonders fleissig.»
Auch Andreas Bachmann (Real 3e) verabschiedet sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. «Ich wurde von vielen gefragt, ob ich die Klasse vermissen werde oder froh bin, dass sie geht», erzählt Bachmann. «Wir haben viel gelacht, aber ihr habt mich auch zum Explodieren gebracht», meint er lachend, «ich habe es genossen, an eurem Leben teilgenommen zu haben.»
Veronica Utzmann (Sek 3e) hofft, dass ihre Schüler das Vertrauen, das sie gelernt haben, weiter ausbauen können. «Es war eine schöne, intensive Zeit. Ich wünsche euch nur das Allerbeste.»
Etwas traurig ist Markus Rothlin (Sek 3f) schon bei der Verabschiedung. «Euretwegen kam ich jeden Tag gerne zur Schule.» Er lobte insbesondere das Klassenlager, wo die Schüler die ganze Woche schmissen und selber kochten. Bei der Übergabe der Zeugnisse gibt es für jede Schülerin und jeden Schüler ein paar leise persönliche Worte.
Lynne Brunner eröffnet mit einem gefühlvollen Klaviersolo aus dem Film «Amélie» die Zensurfeier und beendet sie mit einem weiteren Stück. Leider schenkt man dem Abschluss nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit. Zu heiss ist es im Raum geworden.
Umso mehr Aufmerksamkeit hat zuvor noch die Klasse von Cyrille Meier bekommen. Ihre Präsentation von «Die with a smile» von Lady Gaga und Bruno Mars wird mit viel Hingabe und wenig Vorbereitungszeit vorgetragen.
Die Abschlusszeugnisse sind verteilt und die Schulkarriere ist nun zu Ende. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Neue Herausforderungen gilt es zu meistern. Aber die Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit werden Bestand haben.

