Beliebter Treffpunkt geworden
21.07.2026 Wohlen, Essen und TrinkenDie Sommerbar kann nach der Hälfte der Saison ein positives Fazit ziehen
Noch bis zum 8. August verwandelt sich das Isler-Areal an drei Abenden pro Woche zu einem Open-Air-Beizli. Auch in ihrer 9. Saison ist die Sommerbar ein grosser Erfolg. «Hier trifft man ...
Die Sommerbar kann nach der Hälfte der Saison ein positives Fazit ziehen
Noch bis zum 8. August verwandelt sich das Isler-Areal an drei Abenden pro Woche zu einem Open-Air-Beizli. Auch in ihrer 9. Saison ist die Sommerbar ein grosser Erfolg. «Hier trifft man immer auf bekannte und meist gut gelaunte Gesichter», sagt OK-Mitglied Matthias Wüthrich.
Chregi Hansen
Es ist Donnerstag, kurz nach 17 Uhr. Die Sommerbar hat eben erst ihre Tore geöffnet, die Betreiber des Foodtrucks richten sich ein, Matthias Wüthrich weist die Helfer an der Bar ein. Und schon erscheinen die ersten Gäste auf dem Areal. Arbeitskollegen kommen auf ein Feierabendbier vorbei, zwei Freundinnen tauschen das Neuste vom Tag aus, Familien haben sich zum gemeinsamen Essen verabredet. «Hoi, auch wieder da», hört man gleich mehrfach. Friedlich ist es, daran ändert auch das angekündigte Gewitter nichts. «Das wird doch fast jeden Abend angesagt und lässt Wohlen dann doch wieder aus», macht sich Wüthrich keine Sorgen.
Die Sommerbar, sie hat sich längst etabliert in Wohlen. Im Jahr 2018 im Rahmen einer kulturellen Zwischennutzung erstmals durchgeführt, weil die hier geplante Überbauung auf sich warten lässt, ist aus dem Versuch ein Dauerbrenner geworden. Das einfache Konzept mit Barbetrieb, einem kleinen, wechselnden Essensangebot und einem lauschigen Plätzchen im Freien, es kommt weiterhin an. Es braucht nicht einmal Musik, um die Leute anzulocken. Im Gegenteil. «Wir haben dieses Jahr bewusst weniger Konzerte. Davon profitieren nicht zuletzt auch die Anwohner. Wir setzen dafür auf andere Anlässe. Etwa einen Spielabend, den Workshop Kreatives Schreiben, Degustationen oder die Silent Reading Party», so Wüthrich, der Teil des zehnköpfigen OKs ist. Und auch an den Abenden ohne Anlass ist der Platz gut belegt.
Im Schatten grosser Bäume
In diesem Jahr vermutlich noch mehr als sonst. Das ist auch der grossen Hitze geschuldet. Auf dem Isler-Areal sitzt man schon recht früh im Schatten grosser Bäume. Es ist deutlich kühler als andernorts, das schätzen viele. «Es ist einfach schön, im Sommer draussen zu sitzen, sich zu unterhalten und etwas zu trinken», sagt Wüthrich. Viele kommen später am Abend noch vorbei, um sich hier etwas abzukühlen. Selbst in den Schulferien sind die Abende recht gut besucht, auch wenn spürbar ist, dass viele weg sind. Langweilig wird es dem Barteam jedenfalls nie.
Dieses besteht fast jeden Abend aus neuen Leuten. «Jeder im OK ist an gewissen Abenden zuständig und sucht sich dann Helfer im Freundeskreis, das klappt gut», erklärt Wüthrich das Konzept. Das habe den Vorteil, dass man als OK-Mitglied nicht ständig vor Ort sein muss. Aber darf. Bei den Helfern gibt es wiederum solche, die schon oft mitmachten, aber auch immer wieder mal Neue. «Darum darf das Angebot nicht zu kompliziert sein. Aber eine Flasche aus dem Kühlschrank nehmen, das können alle», sagt Wüthrich lachend. Viele schätzen den Helfereinsatz, kommt man doch in Kontakt mit den Gästen, kann ein paar Worte schwatzen. Nur wenn der Kühlschrank ausfällt, dann wird es stressig – das kam dieses Jahr schon zweimal vor. Zum Glück stehen aber mehrere davon hinter der Bar.
Etabliert hat sich auch das Essensangebot durch wechselnde Foodtrucks. An jedem Wochenende gibt es eine neue kulinarische Ausrichtung. Das ist gut für alle, die regelmässig hier sind. Und es sind immer einige, die zum Essen kommen. Auch der Vereinsstand, an dem Jubla und Pfadi Süssigkeiten und anderes anbieten, hat sich bewährt. Sie bringen neues Publikum. Denn wenn die Eltern schauen wollen, wo ihr Kind im Einsatz ist, sehen sie gleich, wie gemütlich es ist. Und kommen dann vielleicht nochmals. Das Gute ist, dass man fast jeden Abend Leute trifft, die man kennt. Und so sitzt man in grösseren Gruppen zusammen oder auch mal in aller Ruhe zu zweit. «Wir haben die Tische bewusst so angeordnet, dass man nicht dicht gedrängt sitzt.»
Auch speziell: Die Sommerbar befindet sich auf öffentlichem Gelände. Und so kommt es vor, dass sie über Mittag auch mal genutzt wird, um ein schnell gekauftes Mittagessen einzunehmen. Das sei an sich kein Problem, sagen die Macher, solange Ordnung gehalten und Sorge getragen wird. «Wir haben zum Glück bislang keine Probleme mit Vandalen», stellt Wüthrich fest. Und hofft, dass es so bleibt.
Konzerthighlight am 30. Juli
Die Sommerbar ist eine klare Bereicherung. Ein unkomplizierter Treffpunkt für alle, ganz ohne Konsumationszwang. Und in idyllischer Umgebung. Ein Ort, der Wohlen guttut. Wie lange die temporäre Zwischennutzung noch dauert, weiss niemand. «Wir haben von der Gemeinde aber die Garantie, dass wir weitermachen können, bis hier gebaut wird», erklärt Matthias Wüthrich. Theoretisch könnte man das Konzept zwar auch an einem anderen Ort umsetzen, aber ob das jetzige Team darauf Lust hätte, das ist ungewiss. «Ein neuer Ort würde beim ersten Mal viel Mehrarbeit bedeuten. Das müsste man sich genau überlegen.» Schliesslich wird hier ganz viel ehrenamtliche Arbeit geleistet. Und darum freuen sich die Organisatoren und ihre Helfer über jedes Lob, das sie am Abend erhalten. Und das sind nicht wenige.
In der kommenden Woche kann die Sommerbar zudem ein ganz besonderes Konzerthighlight bieten. Am Donnerstag, 30. Juli, kommt es zu einem Wiedersehen mit Hermes Luc. Der in New York lebende Pianist und Komponist aus Hägglingen kehrt in die Sommerbar zurück – dieses Mal nicht solo, sondern im Trio mit der Sängerin Nana Kruger und dem Schlagzeuger Leo Michael Bird.
Die drei Musiker haben sich in New York City kennengelernt, wo sie derzeit leben und gemeinsam an eigenen Projekten arbeiten. Auf ihrer kleinen Sommertour bringen sie frische, eigenständige Kompositionen auf die Bühne – Musik, die zwischen Jazz, improvisierten Farben und lyrischer Spielfreude schwebt. Für Hermes ist das Konzert in Wohlen ein besonderes Heimspiel: Als ehemaliger Kantischüler schöpft er hier aus seinen musikalischen Wurzeln.


