Wunderbare Persönlichkeiten
03.07.2026 WohlenZensurfeier der Bezirksschule im Chappelehof
Das Ende der obligatorischen Schulzeit ist immer ein einschneidender Moment und darf deshalb auch gebührend gefeiert werden. Mit den besten Wünschen werden an der Zensurfeier der Bezirksschule 141 Schülerinnen ...
Zensurfeier der Bezirksschule im Chappelehof
Das Ende der obligatorischen Schulzeit ist immer ein einschneidender Moment und darf deshalb auch gebührend gefeiert werden. Mit den besten Wünschen werden an der Zensurfeier der Bezirksschule 141 Schülerinnen und Schüler entlassen.
Monica Rast
Es wird eng im Saal des Chappelehofs und auch auf der Empore sind alle Plätze durch die über 270 Gäste besetzt. Einige müssen während der Zensurfeier in den Gängen stehen. Die geöffneten Saaltüren und die Tür eines Notausgangs sorgen für die benötigte Frischluftzufuhr.
Davon spüren die über 70 Absolventinnen und Absolventen auf der Bühne jedoch nur wenig. Im Gegenteil. Sie sind schonungslos der Beleuchtung ausgesetzt und warten ungeduldig, dass die Zensurfeier beginnen möge.
«Wo ist bloss die Zeit geblieben?», meint Schulleiter Paul Bitschnau lachend. «Vor drei Jahren kamt ihr ins Provisorium am Oberdorfweg. Vieles war neu. Und jetzt seid ihr hier und steht vor einem weiteren Lebensabschnitt.»
Doch die Zeit sei nicht verschwunden, so Bitschnau. Sondern sie steckt in Prüfungen, Projekten, Lagern, Gesprächen und Freundschaften. «In Momenten, in denen ihr über euch hinausgewachsen seid, aber auch in den schwierigen Momenten. Schaut zurück, aber auch in die Zukunft.» Für die Gastrede hat sich der Schulleiter einen ehemaligen Schüler auf die Bühne geholt. Einen, der die meiste Zeit fehlte, die Bez nur im Winter besuchte und bei vielen als «der aus dem Zirkus» bekannt war.
Zwei Leidenschaften miteinander verbunden
Mario Muntwyler war einst ein Schüler der Bez. Seine Zensurfeier liegt bereits 14 Jahre zurück. «Ich war stolz, dass ich es geschafft hatte, aber gleichzeitig nervös auf das, was kam.»
Die Jahre nach der Bezirksschule seien nur so vorbeigerast. Seit seinem sechsten Lebensjahr ist der Zirkus ein Teil seines Lebens. Als die Frage nach einer Berufslehre auftauchte, war für ihn klar, er wollte Beruf und Zirkus verbinden.
So war das KV schon fast gebucht. Mit viel Bonus absolvierte er eine Lehre bei der ibw und konnte somit seine zwei Leidenschaften verbinden. «Die Jonglage hat viel mit dem Leben zu tun und jeder sollte es können», ist Muntwyler überzeugt. Es sei eine super Übung für die Konzentration und den Fokus. Für ihn ist es jetzt noch ein Ausgleich, wo er innehalten und abschalten kann.
Dabei nimmt er einen Ball zur Hand und erklärt gleich die ersten Schritte des Jonglierens. Zuerst einer, dann zwei, bis sieben Bälle durch die Luft fliegen. Dann passiert das Unvermeidliche. Einer landet auf dem Boden. «Das kann immer passieren. Das Entscheidende dabei ist, dass man weitermacht», erklärt der Artist, «es gelingt nicht alles beim ersten Versuch.» An die Absolventen gerichtet meint er: «Daran glauben und weitermachen, auch wenn der Ball auf den Boden fällt.»
Applaus für die Absolventen
Die letzten zwei Wochen waren für die Schulabgänger hart. Das Provisorium wurde gezügelt. «Ich war begeistert, wie ihr bei brütender Hitze durchgehalten und geschwitzt habt. Mein Applaus für euch», bedankt sich Paul Bitschnau. «Ihr seid alle zur Eröffnung im September eingeladen. Da könnt ihr sehen, was aus eurer Lernlandschaft wurde.»
Als Erstes erhalten die Schülerinnen und Schüler von Michael Plaukovits das Jahrbuch. «Vor drei Jahren habe ich die letzte Klasse verabschiedet und ein Klassenlager für Schüler, die ich nicht kannte, geplant», erinnert er sich. «Die Idee des Klassenlagers war verdammt mutig. Aber es war super.»
Das Lager sei sinnbildlich für die Klasse. Ein grosses Potenzial und wunderbare Persönlichkeiten. Auch Martina Peter lobt ihre Klasse bei der Verabschiedung. Dabei erinnert sie sich an den Kletterpark mit dem 13 Meter hohen Turm. «Irgendwann kommt der Moment, wo man sich entscheiden muss. Dabei geht es nicht darum, wie man etwas macht. Sondern, dass man den besten Weg findet», ermuntert sie ihre Schüler.
Eine Theateraufführung inspirierte Oliver Meyer zu seiner Abschlussrede. «Die negativen Erinnerungen verblassen. Man merkt, dass die Zeit an der Bez doch angenehm war. Und ein paar Jahre später vielleicht sogar schön.» Er ist sich sicher, dass seine Schüler auch den nächsten Schritt erfolgreich packen werden, und blickt auf viele positive Erinnerungen zurück.
Respektvoller Umgang im Schülerrat
Neben der Erwähnung der besten Schülerinnen und Schüler ab einem Notendurchschnitt von 5,2 und der Jahrgangsbesten mit einer Note von 5,7 wurden auch die Mitglieder des Schülerrats gewürdigt. «Ich nahm an einzelnen Sitzungen teil und war vom Respekt und von der Vielfalt an Ideen begeistert», erzählt der Schulleiter, «ein grosses Dankeschön an die Pioniere des Schulrats.»
Mit der Aufforderung, die Gäste sollen den Absolventen zum Abschied zuwinken, verlassen die Klassen B3a, B3b und B3d die Bühne und machen Platz für die nächste Zensurfeier.
Die wichtigsten Zahlen
Von den 141 Schülern haben 58 Prozent einen Schnitt von 4,7 und mehr. 48 Schüler werden an die Kantonsschule wechseln. 26 werden die FMS, WMS oder IMS besuchen. 62 Schüler werden in eine Lehre eintreten und davon rund 30 Prozent die Berufsmittelschule besuchen. Und fünf Schüler haben eine andere Anschlusslösung gefunden. Sieben Schüler haben mit einem Notendurchschnitt von 5,2 abgeschlossen. 5 Schüler mit 5,3, 6 Schüler mit 5,4. Den Notendurchschnitt von 5,5 schafften fünf Schüler und zwei Schüler eine 5,6. Die jahrgangsbeste Schülerin schloss die Bez mit 5,7 ab.


