«Wir werden kreativ sein»
22.05.2026 Wohlen, Vereine«Werden Lösungen finden»
Gemeinnütziger Ortsverein Wohlen
Die Wohler Kindergärten sind die grösste Errungenschaft des Gemeinnützigen Ortsvereins (GOV). Nun wurde dargelegt, wie es mit den GOV-Kindergärten ...
«Werden Lösungen finden»
Gemeinnütziger Ortsverein Wohlen
Die Wohler Kindergärten sind die grösste Errungenschaft des Gemeinnützigen Ortsvereins (GOV). Nun wurde dargelegt, wie es mit den GOV-Kindergärten weitergeht. Bollmoos und Sorenbühl bleiben bis Mitte 2028 bestehen, Aesch bis Juli 2030 und Reithalle bis Mitte 2035. «Wir werden Lösungen für alle diese Liegenschaften finden», sagt Architekt Andy Wyder.
Generalversammlung des Gemeinnützigen Ortsvereins (GOV) in der Integra
Über «viel Gfreuts» könne er berichten, erklärte GOV-Präsident Pitsch Isler. Dazu gehören die Restlaufzeiten der Kindergärten, Investitionen, die Unterstützung von Projekten und der eigene Wein vom Räbebänkli mit dem klingenden Namen «Chly Paris».
Daniel Marti
Wenn es um die Wohler Kindergärten geht, dann ist der Gemeinnützige Ortsverein der verlässlichste und wertvollste Partner der Gemeinde Wohlen. Dies seit deutlich über 100 Jahren. Der GOV war Pionier betreffend Kindergärten und treibende Kraft, damit solche Stätten für die Kleinsten in Wohlen überhaupt eingeführt wurden.
Mit seinen Liegenschaften gab der GOV dem Kindergarten-Leben in Wohlen eine Heimat – bis die Gemeinde die Schulraumplanung neu ausrichtete und weitgehend auf die GOV-Unterstützung verzichten wollte. Diese Strategie erhielt jedoch am 24. November 2024 mit dem doppelten Volksnein zu zwei Schulhausprojekten einen Dämpfer. Die Gemeinde Wohlen kann nun weiter auf die Unterstützung des Gemeinnützigen Ortsvereins zählen. Zumindest für eine Übergangsphase. Diesbezüglich orientierten Präsident Pitsch Isler und Vorstandsmitglied Andy Wyder.
Kindergarten-Mietdauer von 2028 bis 2035
Die befristeten Mietverträge für die «GOV-Kindergärten» sind vom Vorstand des GOV und vom Gemeinderat unterzeichnet worden. «Dies nach längerem Dialog», wie Isler erklärte. Die Mietverträge sind mit unterschiedlichen befristeten Laufzeiten für die GOV-Kindergartenliegenschaften inklusive Spielplätze festgelegt. Und zwar folgendermassen:
Aesch bis 31. Juli 2030; Bollmoos bis 31. Juli 2028; Reithalle bis 31. Juli 2035; Sorenbühl bis 31. Juli 2028. Eine allfällige Mietverlängerung seitens der Gemeinde Wohlen ist möglich. Als wichtig erachtet der Präsident auch den Hinweis zum Areal des Kindergartens Schulweg. Dieses Landstück hat der GOV im Jahr 1989 der Gemeinde Wohlen mit einem kostenlosen Baurechtsvertrag bis 31. Juli 2039 zur Verfügung gestellt.
Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wohlen sei immer gut gewesen, so Präsident Isler. «Der GOV steht mit den Verwaltungsabteilungen der Gemeinde Wohlen regelmässig in einem guten Dialog.»
«Für beide Parteien besteht mit den neuen Mietverträgen Klarheit für zukünftige Planungsschritte», betonte Präsident Pitsch Isler. Es habe halt lange gedauert, bis diese Verträge nun endlich unterzeichnet werden konnten, sagte auch Vorstandsmitglied Andy Wyder. Der Architekt ist im GOV für die Infrastruktur verantwortlich. Diese Abmachungen sind laut Wyder «sinnvoll, und die Verträge haben nun ein Ablaufdatum». Die meisten Liegenschaften, die noch als Kindergärten benutzt werden, haben ein gewisses Alter erreicht. Die nun geschaffene Klarheit ist die eine Seite. «Für uns als Verein», so Wyder, «hat das natürlich Konsequenzen.»
«Wir haben viel zu tun»
Je nach Mietdauer fallen diese Konsequenzen unterschiedlich aus. «Die Liegenschaft Kindergarten Sorenbühlweg ist ein Sorgenkind», so Wyder. Hier läuft der Vertrag in knapp zwei Jahren aus, wie auch beim Bollmoos. «Grössere Planungssicherheit gibt es beim Kindergarten Reithalle.» Der Vertrag dauert noch fast zehn Jahre, zudem könnte dieser zwei Jahre vor dem Ablauf von der Gemeinde noch verlängert werden.
Allgemein warnt Andy Wyder davor, dass die Zeit schnell vergeht. Bis zu den Vertragsenden «gilt es Lösungen zu finden. Denn es brechen Einnahmen weg.» Dies gilt es zu kompensieren. Es werde sicherlich Lösungen geben für sämtliche Räume, weiss der Architekt. «Aber wir haben viel zu tun, und wir werden kreativ sein.»
Solardach für Kindergarten Reithalle
Weiter konnte Andy Wyder aufzeigen, dass man beim GOV frühzeitig genug in die Zukunft schaut. So wurde beim Kindergarten Reithalle das Flachdach saniert und gleichzeitig mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet. «Das ist ein gutes Zeichen. Wir wollen also unseren Liegenschaften Sorge tragen». Und die Solarenergie sei erst noch eine tolle Sache. Seit Februar wird im Haus der Stromeigenbedarf gedeckt. «Das ist ein wichtiger Schritt für uns», freut sich Andy Wyder.
Der nächste wesentliche Schritt ist bereits geplant: Im Kindergarten Peter Dreifuss wird es eine neue Küche geben. «Das wollen wir möglichst schnell umsetzen.»
Von Verkauf bis Neubau – alle Varianten möglich
Unter der Bezeichnung «GOV 2026 plus» will der Verein die neue Nutzung der Liegenschaften sowie die Neuorientierung des GOV angehen, wie Isler informierte. Im Vorstand beschäftigt man sich verstärkt mit der Zukunft der betroffenen Kindergartenliegenschaften. Die Ausgangslage sei offen: Neue Nutzung, Vermietung, Verkauf, Renovationen, Sanierungen oder Neubauten für neue Mieter – alles wird diskutiert und analysiert. Interessenten können sich beim GOV melden. «Die Antworten auf diese Fragen werden den GOV als gemeinnützige Organisation in die Zukunft begleiten», so der Präsident.
Stabile Finanzlage
Die Investition in den Kindergarten Reithalle macht sich auch in der Jahresrechnung 2025 bemerkbar. Die Ausgaben betrugen 318 500 Franken und es resultierte ein Verlust von rund 127 000 Franken. Das Eigenkapital ist nach wie vor eine stolze Summe, es beträgt 1,573 Millionen Franken. «Die Einnahmen sind noch stabil», sagte Kassier Ernst Hochstrasser. Diese seien mit den Mietverträgen mit der Gemeinde «noch etappenweise gesichert».
Die finanzielle Situation des Gemeinnützigen Ortsvereins ist nach wie vor komfortabel. Sie ist so gut, dass der Verein bei kleineren und grösseren Projekten finanzielle Unterstützung leisten kann. Dies sei auch eine Unterstützung für Wohlen, fügte Pitsch Isler an. So wurde und wird dem Begegnungszentrum Chappelehof, dem Kulturwerk Bleichi, dem Schlössli-Anlass Punkt & Halbi sowie auch der Integra finanziell unter die Arme gegriffen.
Stolz auf den Schwesterverein
Und ein weiterer wesentlicher Punkt ist für den Präsidenten enorm wichtig. Erst kürzlich wurde dem Gemeinnützigen Frauenverein der Kulturpreis der Gemeinde Wohlen verliehen. Der GOV habe der fünf Jahre älteren Schwester sehr gerne gratuliert, erklärte er an der Generalversammlung. «Mit grossem Respekt und Bewunderung verfolgen wir das Engagement des Frauenvereins. Dieser Verein setzt in unserer Gemeinde seit Jahrzehnten zahlreiche Farbtupfer.» Genau gleich wie der Gemeinnützige Ortsverein. Wohlen darf sich wahrlich glücklich schätzen, dass diese beiden wertvollen Institutionen sich immer wieder für die Bevölkerung und ihre Anliegen einsetzen.
Auf diesen Tropfen darf man sich freuen
Schönes Urteil für den Wein des GOV: «Chly Paris» 2025 dem Chlaus-Brauchtum gewidmet
«Das achte Jahr nach Pflanzung der Reben ergab den bisher besten Ertrag. Auch mit der Traubenqualität mit 95 Öchsle ist unser Kelterer Bruno Hartmann sehr zufrieden.» Dies ist das Urteil von Hannes Bigler und Stefan Weber, beide sind Winzer im Dienste des Gemeinnützigen Ortsvereins (GOV) Sie fachsimpeln in ihrem Bericht weiter über die Ausgabe 2025 des Weines «Chly Paris». Die Wahl der Rebsorte Souvignier Gris habe sich gelohnt, meinen die beiden im aktuellen Bericht zum Wein vom Rebebänkli. Dies sei vorausschauend und naturfreundlich gewesen. «In all den Jahren musste noch kein einziges Pestizid verwendet werden, trotzdem sind keine Krankheiten an Blättern oder Trauben entstanden.» Allerdings gab es ab und zu einen Ausfall von Reben. «Den genauen Grund konnten wir noch nicht klären.»
Stachelbeere, frischer Apfel und Zitrus
Lidwina Weh, Leiterin der Schüwo-Weinschule, gibt dem aktuellen «Chly Paris» jedenfalls beste Noten. Auf diesen Tropfen können sich laut der Weinakademikerin alle freuen. «Im Duft erinnert er an Stachelbeere, frischen Apfel und Zitrus. Auch im Gaumen nimmt man die Frische sehr gut wahr und man kann sich bildlich vorstellen, dass die Trauben gesund und aromatisch waren», schreibt sie in ihrer Beurteilung. «Im Vergleich zu den Vorgängerjahren ist der Wein 2025 deutlich rassiger.» Der Räbebänkli-Tropfen wird bekanntlich immer einer Besonderheit gewidmet. Der 2025er ist dem Wohler Samichlauf-Brauchtum gewidmet. Aus dem Kreis der Jungwacht entstanden, besucht der Samichlaus seit 1941 die Familien in Wohlen und Anglikon. Der feierliche Auszug aus der katholischen Kirche am zweiten Adventssonntag ist immer ein spezielles Ereignis. Nun ziert genau dieser festliche und imposante Auszug die Flaschen des «Chly Paris» 2025. Und nach der GV durften sämtliche Mitglieder des Gemeinnützigen Ortsvereins den feinen Tropen geniessen. Auch da kam er bestens an. --dm




