Vom Frühling in den Winter
19.05.2026 Region BremgartenRigimarsch auf Auffahrt war eine Herausforderung
Das Wetter spielte am Rigimarsch die Hauptrolle. Trotz Regen und Schnee schafften es aber vergleichbar viele Personen auf die Rigi wie in der Vergangenheit. Ein Problem stellen allerdings die Läuferinnen und ...
Rigimarsch auf Auffahrt war eine Herausforderung
Das Wetter spielte am Rigimarsch die Hauptrolle. Trotz Regen und Schnee schafften es aber vergleichbar viele Personen auf die Rigi wie in der Vergangenheit. Ein Problem stellen allerdings die Läuferinnen und Läufer dar, die trotz ausverkaufter Veranstaltung erst gar nicht gestartet sind.
Roger Wetli
«Der Rigimarsch ist ein Abenteuer, eine Expedition und ein Erlebnis. Und es bleibt definitiv eine offene Frage, ob man es tatsächlich bis oben schafft», sagt Florian Liechti, Präsident des Organisationskomitees des Rigimarsches.
In der Nacht auf Auffahrt galt es, von Bremgarten aus der Reuss entlang über Immensee bis zur Rigi Kulm zu marschieren. Das entspricht rund 60 Leistungskilometern. Dass es nicht selbstverständlich ist, dieses Ziel zu erreichen, unterstreichen die diesjährigen Zahlen: 1650 Läuferinnen und Läufer starteten, 1200 erreichten die Rigi. Fabian Flück ist der Präsident des Vereins Rigi91 mit Sitz in Zufikon. Er ordnet ein: «Die 1200 Personen, welche die Rigi erreicht haben, entsprechend der langjährigen Erfahrung.» Zwar seien bisher im Schnitt immer etwa 1600 Läuferinnen und Läufer auf der Rigi angekommen, ziehe man aber die 350 Personen ab, die erst gar nicht gestartet seien, sehe das Ganze wieder normal aus. Entsprechend sind Liechti und Flück sehr zufrieden.
Einzig die 350 Nichtläufer trüben die Freude etwas. Florian Liechti vermutet, dass aufgrund der Wetterprognosen so viele Leute erst gar nicht gestartet sind. Die Vorhersagen sprachen von Regen und Schnee. «Für uns ist dieser hohe Prozentsatz von 17,5 Prozent an Nichtstartenden zu hoch. Denn der Rigimarsch war mit 2000 Teilnehmenden schon lange ausverkauft. Es wären wohl noch einige gerne mitgelaufen.» Auch Fabian Flück ärgert sich: «Da man erst definitiv angemeldet ist, wenn man den Startbeitrag bezahlt hat, gibt es für uns keine negativen finanziellen Auswirkungen. Wir waren aber für 2000 Teilnehmende vorbereitet.» Sie hätten also zu viele Lebensmittel wie Brot, Äpfel und Schokolade eingekauft und auch zu grosse Transportkapazitäten für den Transfer von Gepäck von Bremgarten zum Posten Seebodenalp bereitgestellt.
Winterkappe und Handschuhe
«Generell verlief der Rigimarsch aber sehr gut», betont Florian Liechti. «Es war diesmal ein Marsch vom Frühling in den Winter», lacht er. Und bindet den Teilnehmenden ein Kränzchen: «Die Läuferinnen und Läufer rüsteten sich grossmehrheitlich sehr gut aus. Winterkappen und Handschuhe machten es gegen Ende des Laufes doch deutlich angenehmer.» Und wer es bis oben schaffte, konnte über verschneite Tannen ins Grüne herunterschauen.
Einer, der das Ziel erreichte, ist der Eggenwiler Gemeindeammann Pascal Vogel. Er lief in einer Vierergruppe. «Wir hatten zum Glück die passenden Kleider dabei. Denn ab Rotkreuz regnete es zeitweise sehr stark.» Nahe an der Rigi klarte es allerdings wieder auf. «Wir sahen das Ziel. Das motivierte und gab uns Kraft für den letzten Abschnitt.» Vogel lief den Rigimarsch zum ersten Mal. «Es hat Spass gemacht. Die Organisation war toll. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.»
Viele Entscheidungen aus Vernunft
Diese Zufriedenheit spürte auch das Organisationskomitee: «Es gab nur wenig Kritik der Läufer», weiss Florian Liechti. Dieses Jahr verhielten sich alle anständig. Das war 2023 anders, als es am Zielort Ärger wegen unangemessenem Benehmen von verschiedenen Teilnehmenden gab, was eine weitere Ausgabe vorerst infrage stellte. «Toll ist auch, dass wir keine Rettungsaktionen durchführen mussten», lobt Liechti. «Nur eine Person mit Kreislaufproblemen fuhren wir zur Sicherheit in ein Spital.» Florian Liechti hat Verständnis für die 450 Läuferinnen und Läufer, welche das Ziel nicht erreichten. «Sie brachen den Marsch aus Vernunftgründen ab.» Umso mehr, da er weiss, dass die Teilnehmenden meist in Teams unterwegs sind. «Da fällt es oft schwer, abzubrechen oder jemanden zurückzulassen.»
Für einmal trockenes Wetter
Vor einem Jahr wurde der Start zum ersten Mal um eine Stunde nach hinten verlegt, damit die Teilnehmenden nicht zu früh auf der Rigi ankommen. Der OK-Präsident freut sich, dass sich dieses Konzept bewährt hat. «Das hat gut geklappt. Die meisten erreichten das Ziel zwischen 7 und 9 Uhr morgens.»
Florian Liechti leitete den Marsch jetzt zum zweiten Mal. «Die Anspannung ist nun weg», lacht er. Einen Wunsch für die Ausgabe 2027 hat Fabian Flück: «Letztes Jahr regnete es voll durch. Und auch die Jahre zuvor war das Wetter nicht ideal. Es wäre toll, wenn wir beim nächsten Rigimarsch mal wieder trockene Witterung hätten.»


