50. Senioren-Waldumgang mit geselligem Beisammensein
50-Jahr-Jubiläum des Waldumgangs für Senioren, erste Organisation für den neuen Betriebsleiter Nico Küng und Premiere für den Gemeindeammann Roland Vogt. Dazu noch eine Hitzewarnung des Kantons. ...
50. Senioren-Waldumgang mit geselligem Beisammensein
50-Jahr-Jubiläum des Waldumgangs für Senioren, erste Organisation für den neuen Betriebsleiter Nico Küng und Premiere für den Gemeindeammann Roland Vogt. Dazu noch eine Hitzewarnung des Kantons. Da kam einiges zusammen.
Monica Rast
Über 30 Grad werden am Waldumgang für die Senioren gemessen. Doch für die rüstigen Rentner kein Hindernis, um nicht am Rundgang teilzunehmen. Gut ausgerüstet treffen sich über die Hälfte der 130 Angemeldeten beim Forstmagazin. Sie werden vom neuen Gemeindeammann Roland Vogt begrüsst. Er ist zum ersten Mal am Waldumgang für Senioren mit dabei und freut sich riesig über die hohe Anzahl an Teilnehmenden. «Und das noch am Jubiläum», meint er lachend.
Seit 10 Jahren ist Nico Küng bereits im Forstbetrieb Wagenrain tätig und half bei den Waldumgängen mit. Doch auch für ihn ist der 50. Umgang speziell. Es ist das erste Mal, dass der Umgang von ihm organisiert wird. «30 Jahre lang war mein Vater Leonz dafür zuständig», meint der neue Betriebsleiter schmunzelnd. Doch ganz muss er nicht auf die erfahrene Unterstützung verzichten. «Besonders wenn es um die Weihnachtsbäume geht, getraut sich niemand, ihm dreinzureden.»
Aus dem Forstbetrieb
Bei den Eckdaten des Forstbetriebs kommt mancher Teilnehmer ins Staunen. Über 1200 Hektaren werden vom Forstbetrieb in den fünf Trägergemeinden Bremgarten, Wohlen, Dottikon, Waltenschwil, Hägglingen und in den Privatwäldern bewirtschaftet. Rund 340 Lastwagen-Ladungen Holz werden aus dem Wald geführt. Besonders stolz ist der Betrieb über den Absatz der rund 15 000 Weihnachtsbäume im Jahr.
So darf die Weihnachtsbaumkultur auf dem Rundgang nicht fehlen. Und als Highlight wird den Teilnehmenden gleich vor Ort gezeigt, wie ein bis zu zwölf Meter grosser Weihnachtsbaum eingepackt und für den Transport vorbereitet wird. «Dies ist eine Spezialität von uns», meint Nico Küng, «es gibt nicht viele, die solch grosse Weihnachtsbäume liefern. Rund 400 solcher Bäume von drei bis zwölf Metern verlassen zur Weihnachtszeit unser Revier.»
Klimawandel erfordert Anpassungen
Auch die Folgen des Klimawandels wie Hitze, Trockenheit und Stürme beschäftigen den Forstbetrieb Wagenrain zunehmend. «Die Anpassung an den Wandel ist zurzeit die grösste Herausforderung für jeden Betrieb», erklärt Küng, «dabei gewinnt die natürliche Verjüngung der Wälder immer mehr an Bedeutung.»
Erfreulicherweise nimmt die Waldfläche in der Schweiz langfristig leicht zu. Weniger im Mittelland, dafür in den Berggebieten. «Rund ein Drittel der Schweiz ist bewaldet», berichtet Küng. «Im Kanton Aargau sind rund 35 Prozent der Kantonsfläche mit Wald bedeckt. In der Gemeinde Wohlen sind es 27 Prozent, was rund 340 Hektaren entspricht», informiert er weiter.
Dem Schatten nach
Nico und Leonz Küng führen die Teilnehmenden dem Schatten nach Richtung «Steffetsmösli» und zum nahe gelegenen Weiher. Wegen der Hitze wird der Waldumgang ein wenig abgekürzt. Im Waldhaus Chüestellihau begrüsst Gemeindeammann Roland Vogt den Rest der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bevor in geselliger Runde der erste Jass geklopft und eine «kalte» Wurst verteilt wird.
Traditionell findet zudem eine Totenehrung durch Pfarrerin Sabine Herold statt.