Women’s Super League: Laura Schneider will nicht mehr weitermachen und beendet ihre Karriere
Mit Lynn Häring aus Auw und Laura Schneider aus Aristau spielten vergangene Saison zwei Freiämterinnen bei den Frauen des FC Luzern in der höchsten Schweizer ...
Women’s Super League: Laura Schneider will nicht mehr weitermachen und beendet ihre Karriere
Mit Lynn Häring aus Auw und Laura Schneider aus Aristau spielten vergangene Saison zwei Freiämterinnen bei den Frauen des FC Luzern in der höchsten Schweizer Spielklasse. Jetzt gehen beide. Während bei Häring noch unklar ist, wie es weitergeht, sagt Schneider: «Ich hänge die Fussballschuhe an den Nagel. Für mich war es das.»
Josip Lasic
Das ist überraschend. Laura Schneider beendet ihre Karriere. In den letzten Jahren gehörte die 30-jährige Torhüterin aus Aristau zum erweiterten Kader des Nationalteams, erhielt Aufgebote für Länderspiele und Zusammenzüge. Zu einem Einsatz im Nationalteam reichte es zwar nicht, sie stand aber immerhin auf der Pikettliste für die Europameisterschaft in der Schweiz im vergangenen Jahr. Als vierte Torhüterin in der Hierarchie wäre sie bei einem Ausfall in das Aufgebot für die Endrunde nachgerückt.
«Im Frauenfussball hat sich zu wenig getan»
Im Tor des FC Luzern in der höchsten Schweizer Spielklasse war sie die Nummer 1. Und nun ist Schluss. Warum? «Fussball erfüllt mich nicht mehr so stark wie früher. Deshalb hat sich die Frage wieder stärker gestellt, ob Aufwand und Ertrag übereinstimmen», erzählt die Aristauerin. «Leider hat sich in den letzten Jahren im Frauenfussball zu wenig getan, damit diese Missstände korrigiert werden. Die Doppelbelastung, in einem 90-Prozent-Pensum zu arbeiten und viermal die Woche zu trainieren, möchte ich mir nicht mehr antun.» Nachdem Schneider 2017 mit den Frauen des FC Aarau in die Nationalliga A aufgestiegen war, wechselte sie in die zweite Mannschaft des FC Luzern in die 1. Liga – weil sie ein Missverhältnis von Aufwand und Ertrag im Spitzenfussball bei den Frauen sah. Obwohl sie in der Innerschweiz den Weg zurück in die höchste Liga gefunden hat, ist es derselbe Grund, aus dem sie jetzt aufhört. Nach 78 Pflichtspielen für das Luzerner Fanionteam ist Schluss für Schneider.
Engagement als Goalietrainerin denkbar
Ob sie dem Fussball ganz den Rücken kehrt, lässt sie noch offen. Letztes Jahr war sie während der Europameisterschaft in der Schweiz Teil des Projekts «Host City Luzern», das Werbung für den Innerschweizer Austragungsort machte. Der Sport bedeutet ihr viel. «Ich bin an ein paar Orten im Gespräch als Goalietrainerin. Vielleicht schlage ich diese Schiene ein», so die Aristauerin. «Momentan benötige ich aber etwas Abstand zum Ganzen – und Ferien», ergänzt sie lächelnd.
Häring macht weiter, weiss aber noch nicht, wo
Am letzten Wochenende hatte sie ihren letzten Einsatz beim 0:0 gegen Yverdon. Die Luzernerinnen schafften den Ligaerhalt in der Women’s Super League. Für Laura Schneider war es der letzte Auftritt im Luzern-Trikot. Doch auch eine andere Freiämterin verlässt das Innerschweizer Team: Lynn Häring aus Auw verlässt den FC Luzern. Für die 26-jährige Verteidigerin Häring ist es ein Abschied nach neun Jahren im Fanionteam. Wie es bei ihr weitergeht, ist noch unklar. «Voraussichtlich werde ich weiterhin Fussball spielen. Aber es ist noch nichts fix», sagt die Auwerin.
Häring, die beim FC Sins mit dem Fussball begann, und Schneider, die aus dem Nachwuchs des FC Muri stammt, waren beide U-Nationalspielerinnen. Beide wechselten schon im Juniorinnen-Alter zum FC Luzern. Mit Ausnahme von Schneiders einjährigem Intermezzo beim FC Aarau waren sie dem Verein über Jahre hinweg treu und zählten zu den Leistungsträgerinnen. Häring hat über 170 Einsätze für das Fanionteam absolviert. Sie trug zeitweise sogar die Captainbinde, war in der vergangenen Saison die Spielerin mit den zweitmeisten Einsatzminuten bei Luzern. Auch bei Schneider kommen neben den Spielen für die erste Mannschaft noch über 50 Partien im Trikot des zweiten Teams dazu. Mit dem Abschied des Duos verliert der Verein zwei Stützen – und die Region Freiamt, je nachdem, wie es bei Häring weitergeht, mindestens eine Super-League-Spielerin.