Start in eine spannende Legislatur
06.01.2026 Region Oberfreiamt, Beinwil/Freiamt, Boswil, WaltenschwilAusblick auf die anstehenden Herausforderungen in Beinwil, Boswil und Waltenschwil
Welche Herausforderungen stellen sich in den nächsten vier Jahren? Zum Legislaturstart blicken die Gemeindeammänner Simon Zubler, Waltenschwil, Michael Weber, Boswil, und Stefan ...
Ausblick auf die anstehenden Herausforderungen in Beinwil, Boswil und Waltenschwil
Welche Herausforderungen stellen sich in den nächsten vier Jahren? Zum Legislaturstart blicken die Gemeindeammänner Simon Zubler, Waltenschwil, Michael Weber, Boswil, und Stefan Zemp, Beinwil, in die Zukunft.
Thomas Stöckli
Ausgaben in der Bildung, steigende Ausgaben im Sozialbereich und weitere gebundene Ausgaben fordern die Gemeinden in der ganzen Region. Ebenso die zukunftsorientierte Planung und der Werterhalt von öffentlichen Gebäuden und Anlagen. Dazu kommen verschiedene individuelle Herausforderungen.
Waltenschwil: Mehrere anspruchsvolle Projekte
«Zum Jahresanfang steht für den Gemeinderat vor allem das Zusammenfinden in der neuen Zusammensetzung im Vordergrund», sagt Simon Zubler, Gemeindeammann von Waltenschwil.
Es gelte, die Zusammenarbeit und die Abläufe weiter zu festigen. «Aufgrund der bisherigen Erfahrungen bin ich zuversichtlich: Der Umgang im Gremium war stets konstruktiv und lösungsorientiert, und ich erwarte, dass sich dies auch in der neuen Konstellation fortsetzt.»
In Waltenschwil stehen in der nun angelaufenen Legislatur gleich mehrere anspruchsvolle Grossprojekte an. «Dazu zählen die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Bannegg, die Projektierung einer Doppelturnhalle, die Revitalisierung der Bünz mit dem notwendigen Hochwasserschutz sowie die Teilrevision der Nutzungsplanung», zählt Zubler auf. Ergänzend dazu kommen strategische Arbeiten, etwa die Erarbeitung eines Altersleitbilds und die Entwicklung einer langfristigen Strategie für die Ortsbürgergemeinde. «Diese Vorhaben sind zentral für eine nachhaltige und ausgewogene Entwicklung», hält der Gemeindeammann fest.
Gemeinsam wichtige Weichen stellen
Zuversichtlich stimmen ihn die konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat sowie das Engagement vieler Beteiligter in Verwaltung, Kommissionen und Bevölkerung. Herausfordernd seien hingegen die zunehmende Komplexität der Projekte sowie die finanziellen und zeitlichen Rahmenbedingungen, die eine sorgfältige Planung und Priorisierung erfordern.
Was unternimmt der Gemeinderat, um das Dorfleben zu stärken? Nebst attraktiver und zeitgemässer Infrastrukturen, guten Rahmenbedingungen für Vereine und gemeinschaftlichen Anlässen setze der Gemeinderat auf den regelmässigen Austausch mit der Bevölkerung, so Zubler. «Projekte im Bildungs-, Sport- und Freizeitraum, aber auch konzeptionelle Arbeiten wie das Altersleitbild, tragen dazu bei, das Dorfleben für alle Generationen zu stärken.»
Der Waltenschwiler Ammann freut sich, gemeinsam mit der Bevölkerung wichtige Weichen für die Zukunft der Gemeinde zu stellen: «Wenn es gelingt, zentrale Infrastrukturprojekte oder die Strategie der Ortsbürgergemeinde erfolgreich voranzubringen, ist das ein grosser Mehrwert für die ganze Gemeinde und ein persönliches Highlight dieser Legislatur.»
Boswil: Klausur zum Jahresbeginn
Michael Weber, Gemeindeammann von Boswil, sieht derweil die Realisierung des neuen Schulhauses bei laufendem Schulbetrieb als erste grosse Herausforderung, insbesondere bezüglich Logistik und Sicherheit. Weiter gelte es, Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerbende zu schaffen, «mit einem geplanten Ausbau unseres ‹Werderhauses›, welches Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet der Ukraine beherbergt», so Weber. Auch zum Thema Altersleitbild will der Gemeinderat in seiner Klausur zum Jahresbeginn realisierbare Schlüsse ziehen. Bereits im Sommer wurden dazu in einem Workshop Ideen und Gedanken zusammengetragen.
Als Legislaturhighlight bezeichnet der Gemeindeammann den Schulhausbau, «einen für Boswil prägenden Mosaikstein». Mittlerweile ist die Baueingabe erfolgt, die Bauprofile stehen und visualisieren die Grösse des Baukörpers am Standort im Zentrum der Schulanlagen, entlang der Zentralstrasse. Die Werkleitungsverlegung im Bauperimeter soll im Frühjahr losgehen, so Weber. Ab Sommer soll das Schulhaus 5 mit dem Aushub Form annehmen. «Wenn alles nach Plan verläuft, ist der Bezug im Frühjahr 2028 vorgesehen», so der Gemeindeammann, «mit einem schönen Fest für die Jugend und die Bevölkerung.» Um den Bau zu finanzieren, dürfte ab 2027 der Steuerfuss von aktuell 101 auf 106 Prozent erhöht werden müssen.
Nach dem Schulhausbau, der in der Strategie für öffentliche Bauten erste Priorität geniesst, ist in einer zweiten Phase eine Doppelturnhalle geplant – und mit ihr die seit mehreren Jahren angedachte «Erschliessung Süd». Eine dritte Phase sieht im Bereich «Zwischentrakt» und alte Turnhalle weitere Schul- und Gemeindebauten vor. «Wie diese dereinst daherkommen werden, ist zurzeit noch nicht definiert», so Weber.
Solidarische Gemeinschaft im Sinne der Mehrheit
Positiv nimmt der Gemeindeammann Boswil den Zusammenhalt in der hier verwurzelten Bevölkerung wahr: «Das sehr aktive Vereinsleben mit der Vernetzung der Mitglieder auch in andere Vereine trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass Altbewährtes mit Neuem gepaart in einen guten Konsens gebracht wird und unser Dorf so auch in Zukunft an Attraktivität gewinnen wird.»
Als Gemeindeammann spürt Weber aber auch die wachsenden Bedürfnisse, die vielfach auf Eigeninteresse und Eigennutz basieren: «Es müssen Entscheide gefällt werden, die der Gemeinderat nach Abwägung aller Vorwie Nachteile sowie aller rechtlichen Aspekte nicht immer zugunsten der Antragssteller beantwortet.» Was braucht es, damit Boswil in vier Jahren besser dasteht als heute? Boswil stehe heute als Gemeinde sehr gut da, findet der Ammann: «Ländlich, mit guter öffentlicher Anbindung an die grossen Ballungszentren, der direkten Nachbarschaft an Muri, unserem Bezirkshauptort, sowie einem Angebot von fast allem, was es im täglichen Leben so braucht.» Vom Bosmeler erwarte er demnach ein Mittragen von Entscheiden, die für Einzelne manchmal nicht nachvollziehbar sind, für viele aber einen Mehrwert ergeben, der nur durch eine solidarische Gemeinschaft getragen werden kann.
Beinwil: Drei wichtige Projekte für die Legislatur
Auch in Beinwil kommt keine Langeweile auf: «Wie jedes Jahr steht in den ersten Monaten die Analyse der Rechnung 2025 an, um die Erkenntnisse proaktiv in die Arbeit für das Jahr 2026 einfliessen zu lassen», so Gemeindeammann Stefan Zemp. Kurzfristig ist zudem die Fertigstellung der Trinkwasser-Notversorgung durch den Anschluss an Auw im Fokus. «Dies wird unser Wassernutzungskonzept nachhaltig ergänzen», freut sich der Gemeindeammann.
«Je nach Projektfortschritt werden uns in dieser Legislatur drei wichtige Projekte beschäftigen», blickt Zemp etwas weiter voraus: «Die Vorprüfung der Nutzungsplanung durch den Kanton sollte im Spätsommer abgeschlossen sein.» Entsprechend dürfte noch dieses Jahr die öffentliche Mitwirkung folgen. «Der abschliessende VP-Bericht vom Kanton, die öffentlich Auflage und die Beschlussfassung der Gemeindeversammlung sollten also in dieser Legislatur möglich sein.» Weiter sei der an der Herbstgemeinde gefasste Projektierungskredit für ein neues Mehrzweckgebäude der Startschuss, um auf Basis der Machbarkeitsstudie jetzt den Wettbewerb für das Grossprojekt vorzubereiten. «Ich denke ein Legislatur-‹Highlight› wird sein, wenn wir ein Projekt prämieren und uns auf das Bauwerk freuen können», so Stefan Zemp. Erhält der Baukredit Zustimmung, sollte gegen Ende dieser Legislatur mit den Bauarbeiten begonnen werden können.
Bereits genehmigt ist der Baukredit für das Kantonsstrassenprojekt. Im ersten Halbjahr soll hier die öffentliche Auflage folgen. Der Baubeginn für die Sanierung der Kantonsstrasse ist ab 2028/29 geplant.
Gemeinderatsersatzwahl: Frist endet am 23. Januar
Nicht zu vergessen die für den 8. März angesagte Gemeinderatsersatzwahl, nachdem zwei Gemeinderäte noch vor dem Legislaturstart ihre Demission erklärt haben. Die Meldefrist für Kandidaturen läuft noch bis am 23. Januar um 12 Uhr. «Zwei Personen haben ihre Kandidatur bereits eingereicht», so der Ammann. Die Gewählten gelte es dann möglichst nahtlos einzuarbeiten.
Zuversichtlich stimmt den Ammann die sanfte, aber kontinuierliche Bevölkerungsentwicklung in Beinwil. Der Wunsch nach Lebensqualität mit intaktem Dorfleben und nahem Erholungsraum wird weiter zunehmen. «Sollten wir mit unserer Siedlungsentwicklungsplanung die Zustimmung der Bevölkerung und des Kantons finden, werden wir auch für die junge und die ältere Generation zusätzliche Wohnmöglichkeiten planen können.»



