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05.06.2026 Wohlen, KulturMultikultureller Gottesdienst setzte ein Zeichen für die Gemeinsamkeit
Mehrere christliche Kulturen begegneten sich in der katholischen Kirche Wohlen und feierten gemeinsam einen eindrücklichen Gottesdienst. Die Gläubigen in der voll besetzten Kirche ...
Multikultureller Gottesdienst setzte ein Zeichen für die Gemeinsamkeit
Mehrere christliche Kulturen begegneten sich in der katholischen Kirche Wohlen und feierten gemeinsam einen eindrücklichen Gottesdienst. Die Gläubigen in der voll besetzten Kirche zeigten, wie wertvoll Gemeinsamkeiten für den Weltfrieden sein können. Ehrengast war Monsignore Obiora Ike aus Nigeria, ein bekannter Menschenrechtsaktivist.
Stefan Treier
Beim feierlichen Einzug des Ehrengastes waren Pfarrer Ignatius Okoli und Don Luigi Talarico von der «Missione Cattolica Italiana», Gemeindeleiter Gerhard Ruff, Diakon Hans-Peter Stierli, Kaplan Innocent Ezeani sowie je ein Vertreter der Albaner- und der Spanier-Mission der Region sowie weitere in der Schweiz lebende afrikanische Priester beteiligt. Schliesslich ehrte Diakon Urs Corradini, Personalverantwortlicher des Bistums Basel, den Pastoralraum Unteres Freiamt mit seinem Besuch. Nach den gleichartigen Gottesdiensten der Vorjahre entschlossen sich Pfarrer Ignatius Okoli vom Pastoralraum Unteres Freiamt und Don Luigi Talarico von der «Missione Cattolica Italiana», auch dieses Jahr zu einem gemeinsamen Gottesdienst mehrerer Kulturen einzuladen.
Fest der Dreifaltigkeit
Am Dreifaltigkeitssonntag trugen die Chöre «Madonna della Fiducia», der Cäcilienchor «St. Leonhard», der Jodlerklub Dottikon sowie je eine nigerianische Musik- und Frauengruppe zur Vielfalt des Gottesdienstes bei. Pfarrer Ignatius Okoli und Don Luigi Talarico zeigten sich erfreut, am «Fest des Heiligen Geistes» so viele Gläubige, wie auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Sprachen, zum Festtag begrüssen zu dürfen. Unter ihnen weilte auch die Spanierin Isabel Vasquez, Nationaldirektorin von «Migratio», einem Beratungsgremium der Schweizer Bischofskonferenz zum Migrations-Thema. «Lasst uns feiern», so Pfarrer Okoli. Don Luigi legte Wert auf die Betonung der Gemeinsamkeit, die zwischen der «Missione Cattolica Italiana» und dem Pastoralraum Unteres Freiamt harmonisch funktioniert. Als Hauptzelebrant wirkte der nigerianische Monsignore Obiora Ike. Besonderen Gefallen bereitete auch der Jodlerklub Dottikon, der in verschiedenen Auftritten die Sympathien der Gemeinschaft gewinnen konnte.
Der bischöfliche Diakon Urs Corradini äusserte sich in seinen Predigtworten zum besonderen Glaubensbekenntnis am «Dreifaltigkeitssonntag»: «Unsere Gemeinschaft besteht aus vielen Menschen. Deswegen dürfen wir nicht in Spannungen leben, sondern in Ermutigung zum friedlichen Mit- und Nebeneinander.» Nur so könne in der Welt eine Einheit geschaffen werden. Gemeindeleiter Gerhard Ruff: «Wo Gott ist, finden sich die Menschen zusammen.» Damit leitete er zu den Fürbitten über, die in insgesamt zehn Sprachen vorgetragen wurden, so nebst Deutsch, Italienisch, Englisch, Ibo (Nigeria), Polnisch, Französisch, Albanisch, Kroatisch, Spanisch und Arabisch.
Frohmut der Gäste lockert auf
Die Darbringung durch die afrikanischen Gäste war bunt und vielfältig. Die Frauengruppe brachte die Gaben in festlicher Kleidung, tanzend und singend zum Altar, während die Männer mit verschiedenen Instrumenten dazu musizierten. Nationaldirektorin Isabel Vasquez zeigte sich erfreut über das Erlebte. «Ich erkenne hier das lebendige Gesicht der katholischen Kirche, einer einzigen Gemeinschaft. Die Öffnung der Herzen zeigt, dass wir eine Familie sind.» Im Anschluss an den Gottesdienst wurden die Teilnehmerschaften zum gemeinsamen Mittagessen mit gemütlichem Beisammensein in den Chappelehof eingeladen. Zahlreiche gute Feen vom Frauenverein und der «MCI» leisteten Grosses zur Verwöhnung der Gäste. Man hörte gar Stimmen, die den gemeinsamen Anlass als vorbildlich für den gefährdeten Weltfrieden bezeichneten. «Was hier in Wohlen möglich sei, sollte doch Signalwirkung haben.»


