Solarstrom boomt weiterhin
21.04.2026 Region Unterfreiamt, Villmergen, WirtschaftJahresbericht der Gemeindewerke Villmergen
Die Gemeindewerke blicken auf ein erfolgreiches und vielseitiges, aber auch herausforderndes Geschäftsjahr zurück. Der erfreuliche Jahresgewinn lag mit 2,16 Millionen Franken rund 20 Prozent über dem Vorjahr. Zudem ...
Jahresbericht der Gemeindewerke Villmergen
Die Gemeindewerke blicken auf ein erfolgreiches und vielseitiges, aber auch herausforderndes Geschäftsjahr zurück. Der erfreuliche Jahresgewinn lag mit 2,16 Millionen Franken rund 20 Prozent über dem Vorjahr. Zudem investieren die Werke viel Geld in die Techniken der Zukunft.
In Kürze laden die Gemeindewerke zu einem weiteren, wichtigen Anlass ein. Am 9. Mai findet die Einweihungsfeier des «Wärmeverbunds Villmergen Nord» statt. Die neue Wärmeversorgung ist ein wichtiger Meilenstein für die Gemeinde Villmergen. Der Spatenstich dazu ist noch Thema im aktuellen Jahresbericht. Denn dieser fand vor einem Jahr im April 2025 statt. Ende März verglühten bereits die ersten Holzhackschnitzel aus dem heimischen Wald und versorgten mehrere Heizungen mit Energie.
Es war im vergangenen Jahr nicht der einzige Beitrag zur Energiewende. Die Stimmberechtigten in Villmergen haben an der Einwohnergemeindeversammlung vom 12. Juni auch der Realisierung eines zentralen Grossbatteriespeichersystems (BESS) im Industriegebiet mit einem Verpflichtungskredit in der Höhe von 3,6 Millionen Franken zugestimmt. Anfangs dieses Jahr sind die Baueingabe und die Detailplanung erfolgt. Die Inbetriebnahme ist auf den Frühling 2027 vorgesehen. Die neue Super-Batterie wird es erlauben, den Solarstrom besser und gezielter zu nutzen. Dies wird immer wichtiger, weil es eben immer mehr Solarstrom gibt. Dieser wird aber naturgemäss nur tagsüber produziert. Durch die Möglichkeit der Speicherung wird das Villmerger Stromnetz stabilisiert, zudem lässt sich besser auf Schwankungen reagieren.
Mehr Solaranlagen bedeuten weniger Stromverkauf
Der Trend zur eigenen Solaranlage hält unvermittelt an. Der Bau von 64 neuen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 2520 kWp auf Wohn-, Geschäfts- und Industrieliegenschaften bedeutet eine grosse Steigerung um 26,4 Prozent. Die sechs betriebseigenen Photovoltaikanlagen produzierten letztes Jahr 608 000 kWh Sonnenstrom. Die Mengen dieser gemeindeeigenen Anlagen decken den Energiebedarf von gesamthaft 81 Einfamilienhäusern oder 135 Wohnungen.
Die nun gesamthaft 306 Photovoltaikanlagen auf dem Gemeindegebiet mit einer Gesamtleistung von 14 660 kWp werden mit den Abrechnungsmodellen «Eigenverbrauch» (EV), «Eigenverbrauch Plus» (EV+) oder «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» (ZEV) betrieben und lieferten mit 8,605 Millionen kWh (Vorjahr 5,443 Millionen) rekordhohe Solarstrommengen ins GWV-Netz zurück.
Trotz des starkem Wachstums durch den Bau von neuen Photovoltaikanlagen wurden im Stromnetz nur 53,3 Millionen kWh transportiert, im Vorjahr waren es noch 53,5 Mio. kWh. Der Energieverkauf Strom sank um –8,7 Prozent auf 40,7 Millionen kWh. Dies ist natürlich eine Folge davon, dass immer mehr Personen den eigenen Strom produzieren. Die Produkte «Energie aus erneuerbaren Quellen» erreichten mit einem Gesamtenergieanteil von 26 Prozent einen neuen Rekordwert und leisteten einen wertvollen Beitrag an die Umwelt.
Zweitwärmster Juni
Doch die Gemeindewerke liefern nicht nur zuverlässig Strom, sondern auch Wasser. Der Trinkwasserabsatz ist durch Lieferungen während der Sommermonate an die IKA «Wasser2035» um +4,5 Prozent gestiegen. Mit 834 000 Kubikmeter wurde der Wert von 2024 (799 000 Kubikmeter) deutlich übertroffen. 2025 war eines der wärmsten Jahre seit Messbeginn, auch wenn die Jahresmitteltemperatur nicht ganz an die der drei Vorjahre herankam. Das vergangene Jahr startete mit überdurchschnittlichen Temperaturen von Januar bis April. Hitzetage gab es im zweitwärmsten Juni seit Messbeginn 1864 und im August. Besonders niederschlagsreich waren die Monate Januar, Mai und Juli.
Viel investiert
Zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und für die Anlagenerneuerung investierte die Elektrizitäts- und Wasserversorgung zusammen 2,5 Millionen Franken (Vorjahr 2,3 Millionen). Bei der Wasserversorgung besteht aktuell eine Nettoschuld von 5,7 Millionen Franken (Vorjahr 6,1 Mio.). Bei der Elektrizitätsversorgung besteht ein Nettovermögen von 5,7 Millionen Franken (Vorjahr 4,6 Mio.). Die Elektroinstallationsabteilung führte in den Bereichen Industrie, Gewerbe/KMU und bei Privaten interessante Projekte aus. Die Geschäftsfelder Elektromobilität sowie Photovoltaikanlagen mit verschiedenen Eigenverbrauchsmodellen konnten erfolgreich weiter ausgebaut werden. Daraus resultierte ein Plus von 184 000 Franken.
Die Investitionen lohnen sich. Im ganzen vergangenen Jahr gab es im Stromnetz nur zwei Störungsfälle. Umgekehrt wurden 20 neue Anschlüsse erstellt. Die Anzahl Kunden ist gegenüber dem Vorjahr um 79 gestiegen. Beim Wasser gab es letztes Jahr sechs Schadensfälle in den Hauptleitungen und 9 bei den Hausanschlüssen – alles in allem also gleich viel wie im Vorjahr. Neun neue Gebäude wurden angeschlossen, bei drei Liegenschaften wurden die Anschlüsse ersetzt. 2025 wurden periodische Leckuntersuchungen durchgeführt. Das angestrebte Ziel, Wasserverluste unter 10 Prozent weiterhin zu stabilisieren, konnte erreicht werden.
Junge Talente fördern
In einem dynamischen Marktumfeld erzielten die Gemeindewerke Villmergen im Jahr 2025 ein hervorragendes Ergebnis von 2,16 Millionen Franken. Dieses liegt 13,6 Prozent über dem Budget und 20,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Die deutliche Abweichung vom Budget ist auf eine vorausschauende Planung sowie konsequent umgesetzte Kostenoptimierungen zurückzuführen.
Per 31. Dezember beschäftigten die Gemeindewerke insgesamt 36 Mitarbeitende (Vorjahr 33), was umgerechnet 33,5 Vollzeitstellen (inklusive Lernende) entspricht. Diese verteilen sich auf über vier Generationen – Babyboomer bis Generation Z – von Lernenden bis zu Mitarbeitenden mit 25 Jahren Betriebszugehörigkeit. Der Mix aus erfahrenen Mitarbeitenden mit enormem Fachwissen zu den heutigen Systemen und jungen Talenten, welche die neue digitale Energiewelt umsetzen wollen, ist die Basis für eine erfolgreiche Transformation der Energieversorgung. Die Gemeindewerke fördern ihre Mitarbeitenden mit gezielten Aus- und Weiterbildungen, auch nach der Grundausbildung. Die Lehrlingsausbildung ist ein bedeutender Faktor, um dem akuten Fachkräftemangel zu begegnen. Insgesamt waren am 31. Dezember 7 Lernende bei den Gemeindewerken beschäftigt.
--chh
Mehr Infos unter www.gwv.ch


