Singen sich in die Herzen
13.01.2026 Villmergen, Theater, Region Unterfreiamt, MusikJodlerklub Heimelig sorgt für beste Unterhaltung
Der Jodlerklub Heimelig trumpft mit einem abwechslungsreichen Programm unter der Leitung von Anna Eisenhut auf, bei dem auch die Lachmuskeln nicht zu kurz kommen. Ein überaus gelungener Abend, der das Publikum ...
Jodlerklub Heimelig sorgt für beste Unterhaltung
Der Jodlerklub Heimelig trumpft mit einem abwechslungsreichen Programm unter der Leitung von Anna Eisenhut auf, bei dem auch die Lachmuskeln nicht zu kurz kommen. Ein überaus gelungener Abend, der das Publikum begeistert.
Monica Rast
«Schön, dass sie sich durch den Schnee gekämpft haben», begrüsst Präsident Marcel Vock die zahlreichen Konzertbesucher. Dies ist auch das Einzige, was Vock bei der Moderation übernimmt. Aus Anlass des geplanten Jugendfestes geht die Stückansage in jüngere Hände über. Julia Vock vertritt ihren Vater bravourös und sagt auch gleich das erste Stück «Bärgchilbi-Jutz» von Adolf Stähli an. Das ist es auch schon vom Chor gewesen – vorübergehend.
Jodeln wie die Grossen
An deren Stelle betreten Kinder die Bühne. Schick in Trachten und Sennenchuteli. Wie die Grossen stellen sie sich um Anna Eisenhut auf.
Die Knaben den Sänger nachahmend die Hände in den Hosentaschen. Annas Chinderjodelchörli Villmergen reisst einen wahren Begeisterungssturm bei den Zuhörern aus. Professionell präsentieren sie unter anderem den Gämselijäger und jodeln, was das Zeug hält. Sie haben sich eindeutig an diesem Abend in die Herzen der zahlreichen Besucherinnen und Besucher gejodelt.
Die kleinen Sängerinnen und Sänger sind so aus dem Häuschen von dem Applaus, dass während der Jodlerchor «My Jugendzyt» anstimmt und zum Besten gibt, hinter der Bühne die Kids lautstark zu hören sind.
Wo bleibt der Nachwuchs?
Präsident Marcel Vock macht sich schon ein wenig Sorgen um den fehlenden Nachwuchs: «Es ist ja schon gut, wenn Unesco Jodeln als Weltkulturerbe deklariert, aber wenn die Jungen nicht singen wollen, nützt dies gar nichts. Warum singen sie nicht?» Bevor sich der Präsident noch mehr in das Thema hineinsteigert, wird er von seiner Tochter unterbrochen. Er soll gut zuhören, meint sie und zählt einige Namen auf. Sie alle sind Kinder von den «Heimelig»-Jodlerinnen und Jodlern. Aufgeregt holt Vock den Chor auf die Bühne, um dem Ganzen beizuwohnen. Die Überraschung ist definitiv gelungen.
Dank Anna Eisenhut haben die Jungjodler ein abgeändertes Stück exklusiv für ihre Eltern und natürlich für das Publikum einstudiert. Das Publikum ist von dieser Einlage mehr als begeistert und belohnt die Jungjodler mit einem grossen Applaus. Ob sich einige dem Chor anschliessen, bleibt offen. Talente hätte es zweifelsfrei.
Das abwechslungsreiche Programm findet bei den Konzertbesuchern grossen Anklang. Egal ob mit Chor, Kleinformation, Duett oder Terzett – während des Vortrages ist es still im Raum.
Stücke wie «De Läbeslauf», «De Bärgsee», «Jung sy» oder «Mir wönd tanze und singe» lassen die Zuhörer auf sich einwirken.
Wenn der Fahrschüler Hühner überfährt
Dass der Jodlerklub nicht nur singen kann, beweist er mit der Einlage «Ach wir Hühner». Vorausgehend versucht ein Fahrlehrer seinem Schüler schonend das Autofahren beizubringen, was mit einem Fiasko im Hühnerstall endet.
Die Darbietung lässt kein Auge im Saal trocken und wird noch lange in Erinnerung bleiben. In Marcel Vock steckt wirklich eine komödiantische Ader, die für grosse Erheiterung sorgt.
Ein etwas skurriler Witz sorgt sogar dafür, dass das Gelächter aus dem Publikum auf den Chor übergreift und es einige Minuten dauert, bis er das Lied anstimmen kann.
Es ist klar, dass sich der Chor nicht ohne Zugabe verabschieden kann. So gibt es unter anderem eine Uraufführung von «Wasserringli», einer Komposition von Peter Appenzeller, der Vater von Dirigentin Anna Eisenhut. Zum Schluss bittet Julia Vock alle Sängerinnen und Sänger auf die Bühne für einen gemeinsamen Jodel. Bei «Dini Seel ä chli bambälä lo» stimmt auch der Rest des Saals mit ein. «Was die Liedervorführung betrifft, ist das Programm zu Ende, doch der Abend ist noch lange nicht vorbei», meint Marcel Vock am Ende.




