Marco Huwyler, Redaktor.
Es sind unruhige Zeiten, in denen wir leben. Leider sind Grossmachtgehabe und imperialistische Gelüste wieder salonfähig. Immerhin sind die schäbigen Herrscher dabei momentan nicht allzu erfolgreich. Der ...
Marco Huwyler, Redaktor.
Es sind unruhige Zeiten, in denen wir leben. Leider sind Grossmachtgehabe und imperialistische Gelüste wieder salonfähig. Immerhin sind die schäbigen Herrscher dabei momentan nicht allzu erfolgreich. Der orange Clown von ennet dem grossen Teich hat sich im Nahen Osten in eine beispiellose Sackgasse manövriert. Und sein kriegslüsterner Kumpel vom Kreml kommt in der Ukraine auch nicht mehr wirklich voran (während vor seiner Nase die heimischen Ölfelder, Raffinerien, Tanker und Benzinvorräte hops gehen).
Um doch etwas vorzuweisen, sind dessen militärische Handlanger angesichts der ständigen Bedrohung von Drohnen anscheinend vielerorts dazu übergegangen, in kleinen Infiltrationstrupps von ein, zwei Mann vorzurücken. So schleichen sie sich im Schutz der Dunkelheit in die zerbombten ukrainischen Dörfer. Während solcherlei als perfide Guerilla-Taktik äusserst unangenehm sein kann, geht es in manchen Fällen offenbar nur um den Schein. Wird doch mitten im Feindesland scheinbar triumphal die russische Flagge gehisst – bevor die Verursacher im Zuge dessen zumeist entdeckt und eliminiert werden.
Wenn es dabei nicht um Menschenleben ginge, dünkte mich das reichlich albern. Tönt es doch vielmehr nach Pfadi-Spielchen denn nach erfolgreicher Kriegstaktik. Und unweigerlich erinnern mich die blutigen Schnitzeljagden auch an das seltsame Reviergebaren unserer Katzen.
Wenn wir uns mit den Kindern in den waldnahen Spielplatz begeben, folgen uns die beiden felligen Damen nämlich jeweils. Nervös und mit buschigem Schwanz gehen sie dort dazu über, alles mögliche mit ihren Duftmarken zu kennzeichnen. Auf dass doch die Artgenossen von der Nachbarschaft – oder Füchse, Marder und andere Wildtiere – überall riechen mögen, wer am Waldrand vermeintlich das Sagen hat. Gehen wir dann aber wieder nach Hause, folgt der kätzische Rückzug auf dem Fuss.
Ohne menschlichen Geleitschutz mit selbstbewusst erhobenem Haupt getrauen sich unsere Stubentiger kaum noch in jene fremden Gefilde. Denn wagen sie es doch, holen sie sich bei ihren Vorstössen eine blutige Nase. Möge es den menschlichen Aggressoren weltweit genauso gehen.