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14.04.2026 Region Unterfreiamt, Villmergen, VerkehrGemeinde Villmergen verzichtet auf flächendeckendes Parkierungsreglement
Immer mehr Gemeinden regeln das Parkieren auf öffentlichem Grund in einem Reglement. Zuletzt sagten auch die Zufiker Stimmbürger Ja dazu. In Villmergen verzichtet man nach einer ...
Gemeinde Villmergen verzichtet auf flächendeckendes Parkierungsreglement
Immer mehr Gemeinden regeln das Parkieren auf öffentlichem Grund in einem Reglement. Zuletzt sagten auch die Zufiker Stimmbürger Ja dazu. In Villmergen verzichtet man nach einer Bevölkerungsumfrage darauf. Stattdessen werden gezielt Massnahmen geprüft.
Chregi Hansen
Anfang Jahr lud der Gemeinderat die Bevölkerung zu einer Umfrage zum Thema Parkieren ein. Und das nicht ohne Grund. «In den letzten Jahren sind vereinzelt Eingaben an uns gelangt, die auf unhaltbare und zum Teil auf massiv verkehrsgefährdende Situationen hingewiesen haben», schreibt der Gemeinderat auf Anfrage. Mit der Umfrage wollte er die Meinungen, Erfahrungen und Bedürfnisse der Bevölkerung in Bezug auf die aktuelle Parksituation sowie auf ein mögliches Parkreglement auf öffentlichem Grund systematisch erfassen.
Eltern oft uneinsichtig
Das Thema ist nicht neu. Bereits 2009 wollte Villmergen ein solches Reglement einführen, doch die Gemeindeversammlung hat den Vorschlag damals abgelehnt. Die Probleme sind aber geblieben. Dies betrifft insbesondere die Situation rund um die Schulanlagen und den Ärger mit den Elterntaxis. «Hier scheitert es an der Vernunft und Einsicht der Eltern. Trotz Aufklärung und Hinweisen gibt es da immer wieder gefährliche Situationen», so der Gemeinderat.
Probleme ortet er aber auch bei der Badi und dem Fussballplatz sowie in gewissen Quartieren, in denen es mehr Autos als Parkplätze gibt. «Durch die Regionalpolizei Wohlen werden zwar Kontrollen durchgeführt und konsequent Bussen für falsch parkierte Autos ausgestellt. Es gibt leider bei jeder Kontrolle Lenker und Lenkerinnen, welche sich nicht an die Vorschriften halten», heisst es in der Antwort weiter.
Gute Beteiligung an Umfrage
Etwas besser sieht die Situation im Zentrum aus, dies nicht zuletzt dank den beiden Tiefgaragen von Coop und Migros sowie dem grossen Parkplatz beim Kirchgemeindehaus. Diese befinden sich allerdings im Privateigentum. Aktuell sieht der Gemeinderat jedoch keinen Bedarf, hier Änderungen bei den Eigentümern zu erwirken.
Zwischen dem 15. Januar und dem 28. Februar konnten die Villmerger nun in einer Umfrage ihre Meinung zum Thema Parkieren und zur möglichen Einführung von Parkgebühren abgeben. Insgesamt haben 586 Personen teilgenommen, 480 von ihnen haben den Fragebogen auch vollständig ausgefüllt. Der Gemeinderat hätte sich eine höhere Beteiligung gewünscht, erachtet die Ergebnisse jedoch als ausreichend aussagekräftig für eine erste Beurteilung. Und die Resultate machen deutlich, dass eine Mehrheit der Teilnehmenden die aktuelle Situation insgesamt als gut beurteilt. Rund 57 Prozent sprechen sich zudem gegen eine umfassende Regelung aus. Gleichzeitig wurden jedoch punktuelle Herausforderungen identifiziert. Die Frage nach einer Gebührenpflicht wird kontrovers beurteilt, aber eine Überreglementierung wird klar abgelehnt.
Da handeln, wo die Sicherheit gefährdet ist
Der Gemeinderat akzeptiert das Verdikt der Umfrage, ein generelles Parkierungsreglement ist derzeit kein Thema mehr für ihn. Doch damit ist das Problem natürlich nicht gelöst. «Die Ergebnisse der Umfrage dienen dem Gemeinderat jetzt als wichtige Entscheidungsgrundlage und werden in die weiteren Überlegungen und Abklärungen einfliessen», heisst es zum weiteren Vorgehen. Statt eines Reglements für das ganze Dorf werden nun Massnahmen an bestimmten Orten geprüft. Dazu gehören insbesondere Gebiete mit sicherheitsrelevanten Situationen sowie lokal begrenzten Nutzungskonflikten, wie etwa rund um die Schul- und Freizeitanlagen sowie in einzelnen Quartieren.
Vorerst gibt es kein «Laternenparkiersystem»
Im Rahmen eines Massnahmenplans wird der Gemeinderat auf Basis der Umfrage jetzt prüfen, ob und, wenn ja, welche Massnahmen in welchen Quartieren notwendig sind. Ein besonderes Augenmerk will der Gemeinderat auf die Sicherheit auf den Gemeindestrassen legen. Zwar möchte die Mehrheit der Umfrageteilnehmer nichts wissen von generellen Parkverboten auf Gemeindestrassen und öffentlichen Parkplätzen. Trotzdem will der Gemeinderat an spezifischen Orten Massnahmen prüfen und bei Bedarf auch umsetzen. Im Rahmen dessen wird auch geprüft, ob vermehrt und strengere Kontrollen notwendig sind und wie die Kontrolle erfolgen soll. Eine sogenanntes «Laternenparkiersystem» (eine Parkgebühr für das Parkieren auf der Strasse), das es in anderen Gemeinden bereits gibt, ist aktuell aber nicht angedacht. «Denkbar ist aber, dass mit baulichen Massnahmen wie beispielsweise der Schaffung von Grünflächen das wilde Parkieren verhindert werden soll», heisst es dazu.
Der Gemeinderat dankt allen Teilnehmenden für ihr Engagement und die wertvollen Rückmeldungen. «Die eingebrachten Hinweise und Anregungen leisten einen wichtigen Beitrag für die weitere positive Entwicklung der Verkehrssituation in der Gemeinde Villmergen.»

