Positiver Nebeneffekt
27.05.2026 Wohlen, Musik, Kommende EventsRegionale Musikschule Wohlen: Konzert des Fun Chors am Mittwoch, 10. Juni, 19 Uhr
Ein «Best of» der Girl- und Boygroups und jede Menge Spass verspricht das Konzert des Fun Chors der Regionalen Musikschule Wohlen in der Reformierten Kirche. Doch Spass haben die ...
Regionale Musikschule Wohlen: Konzert des Fun Chors am Mittwoch, 10. Juni, 19 Uhr
Ein «Best of» der Girl- und Boygroups und jede Menge Spass verspricht das Konzert des Fun Chors der Regionalen Musikschule Wohlen in der Reformierten Kirche. Doch Spass haben die Sängerinnen von Fatima Mestani nicht nur auf der Bühne. In einer entspannten und humorvollen Unterrichtsatmosphäre wird das Musical-Handwerk erlernt und auf die Bühne gebracht.
Monica Rast
«Ich besuchte ein Konzert des Musicalund Fun Chors und dachte: Wow, das möchte ich auch können», erzählt Anna Weitel, «aber ich dachte immer, ich könne nicht singen.» Doch sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und hat sich getraut, eine Chorprobe bei Fatima Mestani zu besuchen. «Und ich bin geblieben», strahlt sie inmitten ihrer Chorkolleginnen.
Der Musical- und Fun Chor ist ein Angebot der regionalen Musikschule Wohlen. Gesungen werden mehrstimmige Lieder aus Pop, Rock und Musical – von ABBA über Queen bis zu grossartigen Film-Melodien wie Sister Act. Das Angebot richtet sich an jugendliche und erwachsene Singbegeisterte ab 12 Jahren. «Momentan sind wir altersmässig wild durchmischt», erklärt Alessia Sciacca. Sie singt seit rund zehn Jahren im Chor, hat als Jugendliche angefangen und ist immer noch begeistert.
Diese Begeisterung ist auch bei den anderen Sängerinnen spürbar. «Es ist schön, als Gruppe auf ein Ziel hinzuarbeiten», meinen einige der Sängerinnen. Und andere ergänzen: «Es herrscht eine Mega-Energie, wir lachen viel. Die Proben sind wie ein Anker und lösen den Stress.» Laut Mestani bewirkt das Singen, dass man im Hier und Jetzt ankommt. «Man kann nicht singen und an etwas anderes denken.»
Keine Vorkenntnisse vonnöten
Liebevoll schaut Fatima Mestani ihre «Spatzerl», wie sie sie nennt, an und man sieht den Zusammenhalt. Ihre oberste Devise «Zusammen Freude haben und singen» lebt der Chor sichtlich aus. Dabei ist jeder willkommen, der das Singen einmal ausprobieren möchte. Vorkenntnisse sind nicht nötig – denn laut Mestani kann jeder singen. Es braucht nur den Mut und den Entschluss, eine Probe zu besuchen. Denn der Gedanke, man sei nicht gut genug für einen Chor, ist dabei die grösste Hürde und laut Mestani völliger Unsinn.
«Singen ist ein Handwerk, das jeder erlernen kann», erklärt die Gesangslehrerin, «mit Talent geht es einfach ein wenig schneller.» Neulinge singen einfach mit und werden neben erfahreneren Sängerinnen aufgestellt, bis sie die Stimme gelernt haben. «Im Chor hat es Fortgeschrittene und blutige Anfänger», erklärt sie, «so soll und darf es sein.»
Weils Freude macht und einfach guttut
Dabei ist es Mestani wichtig, dass kein Schüler einen anderen Schüler korrigiert. Dies bleibt einzig ihr vorbehalten. Und damit fährt sie gut. Kein blossstellen oder peinliches Vorsingen, kein traumatisierendes «lass es lieber sein» – einfach nur singen, weil es Freude macht.
«Singen ist sehr intim, weil man selbst das Instrument ist», erklärt Mestani, «und wenn man korrigiert wird, kann das sehr verletzend sein. Besonders bei Erwachsenen.» So müssen Erwachsene erst lernen, dass es am Anfang nicht perfekt klingen muss. «Deshalb korrigiere ich immer konstruktiv. Sage, was gut ist und wo man noch üben muss. Damit man weiss, was nicht stimmt und wie man ans Ziel kommt.» Unterstützend singt sie jede Stimme auf Band und gibt sie den Schülern mit nach Hause. So kann jeder ausserhalb der Proben üben und braucht so auch keine Notenkenntnisse.
«Üben bis zum Erbrechen», meint sie lachend. Und damit meint sie nicht, dass man möglichst schnell ans Ziel kommen muss. Sondern einfach weil Singen glücklich macht. «Wir machen uns keinen Druck über die Quantität des Repertoires. Wir üben, bis es sitzt», erklärt Mestani unbekümmert. Ein weiterer Pluspunkt: Man lernt den Text auswendig und kann sich bei einem Auftritt auf Fatima Mestani und das Publikum konzentrieren und zusammen Spass haben.
Lange und gesund singen können
Vor rund 20 Jahren kam Fatima Mestani als Vertretung nach Wohlen und ist seit damals in der Regionalen Musikschule geblieben. Neben dem Chor gibt sie auch Einzel-Gesangsunterricht für Jugendliche und Erwachsene. So werden auch Schülerinnen von ihr im Bandmonat der Regionale Musikschule aktiv als Sängerinnen mitwirken.
Ihr ist es wichtig, dass ihre Schüler das Singen von Grund auf erlernen, damit sie lange und gesund singen können. Dabei spielt das Alter keine Rolle. Unter ihren Schülern ist die Jüngste acht Jahre alt und die Älteste über 50 Jahre. Als Gesangslehrerin singt sie selbst rund sechs Stunden am Tag und findet es schade, dass immer weniger gesungen wird.
Fatima Mestani und ihre Schüler sind der Meinung, dass während des Singens eine spezielle Harmonie entstehen kann und man die Proben glücklich verlässt. «Mit wenig Aufwand kann man etwas Wunderbares produzieren. Ein Projekt aufbauen, das zusammenschweisst und Verbundenheit entstehen lässt. Deshalb kommt unverbindlich in eine Chorprobe. Mit dem Christmas Tree in Zürich steht noch ein wunderschönes Konzert in der Agenda, wo jeder mitmachen kann.»
Infos: www.musikschule-wohlen.ch


