Filmclub: «I’m Still Here» am Mittwoch, 25. März, 18 und 20.30 Uhr
Im «Kino im Chappelehof» wird der mehrfach ausgezeichnete Film «I’m Still Here» von Walter Salles präsentiert. Der auf Tatsachen beruhende, tief ...
Filmclub: «I’m Still Here» am Mittwoch, 25. März, 18 und 20.30 Uhr
Im «Kino im Chappelehof» wird der mehrfach ausgezeichnete Film «I’m Still Here» von Walter Salles präsentiert. Der auf Tatsachen beruhende, tief berührende Film ist sowohl inhaltlich wie formal ein Meisterwerk und gewann den Oscar als bester internationaler Film 2025.
Was bleibt von einem Menschen, wenn er verschwindet? Der Film «I’m Still Here» (Originaltitel: «Ainda Estou Aqui») des brasilianischen Regisseurs Walter Salles erzählt die bewegende Geschichte von Eunice Paiva (Fernanda Torres), die während der brasilianischen Militärdiktatur der 1970er-Jahre mit dem Verschwinden ihres Mannes Rubens Paiva (Selton Mello) konfrontiert wird.
Basierend auf den Memoiren ihres Sohnes Marcelo Rubens Paiva schildert das brasilianische Drama Eunices hartnäckigen Kampf um Aufklärung und Gerechtigkeit. Rubens Paiva war ein prominenter brasilianischer Politiker und Ingenieur, der sich aktiv gegen die Militärregierung stellte. Nach dem Militärputsch von 1964 wurde er als oppositionelle Stimme wahrgenommen und im Januar 1917 vom Militär festgenommen. Offiziellen Berichten zufolge sei er «auf der Flucht» gestorben, doch mehrere Zeugenaussagen und Ermittlungen ergaben, dass er in militärischer Haft brutal gefoltert und ermordet wurde. Seine Überreste wurden nie gefunden.
Der Totenschein des ehemaligen Kongressabgeordneten wurde im Januar 2025 berichtigt. Nun wird anerkannt, dass die Todesursache ein «unnatürlicher, gewaltsamer, vom brasilianischen Staat verursachter Tod» war. Sein Schicksal wurde zum Sinnbild von Verbrechen der Militärdiktatur (1964–1985), in der Tausende von Menschen willkürlich inhaftiert, gefoltert oder getötet wurden.
Ein dunkles Kapitel brasilianischer Geschichte
«I’m Still Here» zeichnet nicht nur ein Porträt einer starken Frau, sondern auch ein eindringliches Bild von einem dunklen Kapitel der brasilianischen Geschichte. Salles gelingt es, die emotionale Tiefe und historische Relevanz dieser Geschichte mit atemberaubenden Bildern und einer kritischen Erzählweise zu verbinden. Die Hauptdarstellerin Fernanda Torres, eine der bekanntesten Schauspielerinnen Brasiliens, liefert eine beeindruckende Performance, die das Publikum tief berührt.
«I’m Still Here» ist mehr als nur ein Film, es ist eine Erinnerung an all jene, die ihr Leben im Kampf gegen Unterdrückung und für die Wahrheit riskierten. --pd
Info und Tickets: www.filmklub.ch