Pionier für die Sporttalente
10.07.2026 WohlenHier werden Helden geboren
Tobias Rohner, Wohlen, ist Mitgründer der «United school of sports» – und feiert Jubiläum
Die Sportschule «United school of sports» zählt 1200 Absolventinnen und Absolventen. Das ...
Hier werden Helden geboren
Tobias Rohner, Wohlen, ist Mitgründer der «United school of sports» – und feiert Jubiläum
Die Sportschule «United school of sports» zählt 1200 Absolventinnen und Absolventen. Das ist nur eine herausragende Marke. Die Erfolgsgeschichte ist lang – dank Tobias Rohner.
Daniel Marti
Wenn Tobias Rohner in diesen Tagen die so erfolgreichen WM-Spiele der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft am Fernseher verfolgt, dann erfasst ihn stets ein spezielles Gefühl. Eines zwischen Stolz und Genugtuung. Denn der 62-jährige Wohler kann dann die sportlichen Leistungen von fünf Schützlingen live beobachten. Die aktuellen Nati-Kicker Manuel Akanji, Marvin Keller, Nico Elvedi, Remo Freuler und Djibril Sow sind einst in seiner Schule «United school of sports» in Zürich ausgebildet worden.
Ähnlich war es übrigens kürzlich beim WM-Final der Schweizer Eishockeyaner. Mit Sven Andrighetto, Dean Kukan, Pius Suter, Tim Berni und Simon Knak steckte ebenfalls ganz viel «United school of sports» im Team, das WM-Silber gewonnen hat. Bei der «United school of sports» werden eben Heldinnen und Helden geboren.
Vor genau 25 Jahren gründete Tobias Rohner zusammen mit Antonia Dirr Rohner und zwei weiteren Personen die Sportschule. Mittlerweile zählt sie zu den Top fünf landesweit – und hat kaum Konkurrenz zu befürchten. Diese Entwicklung begleiten zu dürfen, das sei «einfach schön und spannend», sagt Rohner zum Werdegang der Schule und der erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler. Nun konnte die «United school of sports» kürzlich das 25-Jahr-Jubiläum feiern. Innerhalb des Vierteljahrhunderts bewegte sich sehr viel. Die Sportschule ist mittlerweile mit Zürich, St. Gallen und Winterthur an drei Standorten vertreten. «Und die besten Sporttalente besuchen unsere Sportschule», betont ein glücklicher Direktor Tobias Rohner.
Tobias Rohner ist Mitgründer und Direktor der «UNITED school of sports»: Die Sportschule feierte ihr 25-Jahr-Jubiläum
Es ist sein Lebenswerk, für seine «United school of sports» und die besten Sporttalente der Schweiz tut er praktisch alles. Nun durfte der Wohler Tobias Rohner mit seinem Unternehmen Jubiläum feiern. Vor allem die Entwicklung der Sportschule ist beeindruckend. Rohner leistete Pionierarbeit.
Daniel Marti
Ein Vierteljahrhundert «United school of sports». 25 Jahre mit einer bewegten Geschichte – von den vier Gründungsmitgliedern bis zur erfolgreichen Sportschule, die nun Jubiläum feiern durfte. Tobias Rohner und Antonia Dirr Rohner sind von Anfang an dabei, als Mitbegründer (neben zwei weiteren Personen) und als Mitinhaber der Schule. Als Direktor steuert der Wohler die Geschicke und die Ausrichtung der Schule hauptsächlich.
Beim Erfolgsrezept gibt es keine Kompromisse
Mit gerade mal vier KV-Lernenden startete die Schule im 2001 in eine ungewisse Zukunft. Aktuell sind es 512 Lernende an den drei Standorten Zürich, St. Gallen und Winterthur. Eine einzigartige Entwicklung vom Start bis nun ins Jubiläumsjahr. Die 25 Jahre bedeuten Tobias Rohner nicht allzu viel. «Das ist ja nur eine Zahl», sagt er bescheiden. Wichtig sei die Entwicklung. «Wir sind seit 25 Jahren auf dem Markt. Und es ist cool, was in dieser Zeit alles passiert ist.» Vor einem Vierteljahrhundert musste sich die «United school of sports» mit sieben, acht Konkurrenten messen. Heute gibt es etwa 70 davon. «Und wir sind in den Top fünf, das ist doch gar nicht schlecht», betont Rohner.
Er könnte vieles herausstreichen, aber dann wirke das schnell einmal arrogant, fügt er noch an. Bitte sehr, nur zu. «Wir sind die grösste Sportschule, haben die besten Talente und die erfolgreichsten Absolventinnen und Absolventen.» Und der Erfolg wird hauptsächlich über den Sport definiert, nicht über die schulische Leistung. «Der Sport steht bei uns an erster Stelle mit aller Konsequenz, da gibt es keine Kompromisse. Das ist zugleich unser Erfolgsrezept», so Rohner.
Fast «Game over»
In der 25-jährigen Historie der «United school of sports» gab es auch schwierige Zeiten. Gleich beim Start im Jahr 2001 konnte sich Tobias Rohner auf die Partnerschaft mit dem Grasshopper Club Zürich verlassen. Dank dieser Zusammenarbeit waren die Finanzen gesichert. Dann änderten sich zeitweilig die Vereinsinteressen. Und im Jahr 2004 war fast «Game over», sagt Rohner, der dann mit dem Standortwechsel von Dietikon nach Zürich vieles auf eine Karte setzte. Das sei wichtig gewesen. Ab dem Jahr 2006 starteten zwei Klassen pro Jahrgang. «Damit erreichten wir eine gewisse Breite. Das war der Erfolgsschlüssel.» Fürs Jahr 2009 konnte erstmals eine Testleistungsvereinbarung mit dem Kanton Zürich ausgehandelt werden. «Da haben wir definitiv gewusst, unsere Sportschule funktioniert.» Es folgte der Ausbau mit den Standorten St. Gallen (2011) und Winterthur (2019).
Heute steht die «United school of sports» sehr gut da. Breit abgestützt, fokussiert, zielorientiert. Total rund 1200 Absolventinnen und Absolventen wurden gefeiert. Zurzeit zählt die Sportschule über die vier Jahre verteilt 512 Lernende. «Das ist für uns die eindrücklichste Zahl», so Rohner, «das ist gewaltig, so viele junge Menschen wollen bei uns zur Schule und auf den Leistungssport setzen.»
44 Sportpartner, 146 Ausbildungsbetriebe, 35 Sportarten, dreifach zertifizierter Partner von Swiss Olympic sind weitere Eckpfeiler des Netzwerkes der «United school of sports». 70 Mitarbeitende sind für das Funktionieren der Schule verantwortlich. Und 122 Mitglieder, also Sportlerinnen und Sportler, sind bisher in die «Hall of Fame» aufgenommen worden. Dies ist eine Auszeichnung für Titelgewinne an Welt- und Europameisterschaften oder Olympiamedaillen und herausragende Erfolge.
Helden wurden geboren – bis hin zur Fussball-WM
Bei der «United school of sports» haben sich künftige Sportstars ausbilden lassen. Bei Tobias Rohner wurden auch Helden geboren. «Torwart Diego Benaglio, er war in der ersten Klasse im Jahr 2001, war unser erster Superstar», sagt der Schulgründer und Inhaber. «Weitere wichtige Heldinnen und Helden sind Fussballer Admir Mehmedi und Karatekämpferin Elena Quirici, die Weltnummer eins im Karate. Zu beiden hatte ich einen besonderen Draht.» Judo-Weltmeister Nils Stump und Nati-Fussballerin Noelle Maritz haben in ihren Karrieren Spezielles geleistet – und die «United school of sports» war Ausgangspunkt. Oder ganz aktuell: Manuel Akanji, Verteidiger der Schweizer Nationalmannschaft, ist ebenfalls zum Superstar herangewachsen, dies beweist er soeben an der WM in den USA. Aktuell sind rund 70 United-Absolventinnen und -Absolventen aus über 25 verschiedenen Sportarten Teil eines Nationalkaders auf Stufe Elite, «das ist gewaltig».
Erst kürzlich war Akanji für Filmaufnahmen zu Besuch an seiner ehemaligen Schule. Ein tolles Erlebnis für alle aktuellen Studierenden. «Wir sind auf alle jungen Menschen, die bei uns waren oder sind, stolz. Und wir sind stolz darauf, dass wir es möglich gemacht haben, Spitzensport mit Schule und Ausbildung zu verbinden.» Das zu managen, sei eine echt coole Sache.
Gewiss, Tobias Rohner beobachtet gerne, um zu erfahren, was aus den Sportlerinnen und Sportlern geworden ist. Die aktuelle Fussball-WM ist bestes Beispiel. Gleich fünf Nati-Spieler gingen zu ihm zur Schule, wurden dank der «United school of sports» zu dem, was sie heute sind: Manuel Akanji, Marvin Keller, Nico Elvedi, Remo Freuler, Djibril Sow. Ähnlich war es kürzlich beim WM-Final der Schweizer Eishockeyaner, auch da steckte viel «United school of sports» drin. Sven Andrighetto, Dean Kukan, Pius Suter, Tim Berni und Simon Knack waren Teil des Teams. «Es ist einfach schön und spannend, solche Entwicklungen zu sehen.»
Braucht es ein neues Ausbildungsmodell?
Der 62-Jährige hat auch eine persönliche Entwicklung hinter sich. Bei ihm laufen so ziemlich alle Fäden zusammen. Mitgründer, Mitbesitzer, Verwaltungsrat, VR-Delegierter, Berater der Schulleitungen, Direktor. Mittlerweile konzentriert er sich hauptsächlich auf die strategische Ausrichtung. Er begleitet die Schulleitungen, pflegt Kontakte im Netzwerk und zu den Standort-Kantonen.
Als Inhaber der Schule ist ihm die künftige Ausrichtung und das erfolgreiche Fortbestehen sehr wichtig. Die Zukunft der KV-Ausbildung werde herausfordernd, betont er. «Da bin ich überhaupt nicht euphorisch, denn KI wird vieles im Bereich KV ersetzen.» Es gilt jetzt schon, ein neues Ausbildungsmodell anzudenken. «Das ist mein Ding. Denn wir wollen allen anderen Sportschulen weiterhin voraus sein. Das wird spannend.»
Die freien Plätze sind begehrt
Die «United school of sports» hat einen entscheidenden Vorteil: Sie hat Leistungsvereinbarungen mit zwei Kantonen. «Das ist attraktiv.» Und die «United school of sports» kann sich auf ein umfassendes Netzwerk verlassen. Für die 60 freien Schulplätze in Zürich bewerben sich jeweils gegen 130 junge Menschen. Darum können er und seine Schule strenge Kriterien aufstellen, die es zu erfüllen gilt. «Die Sportwelt weiss inzwischen, was wir leisten.»
Tobias Rohner hat mit seiner «United school of sports» zweifellos Pionierarbeit geleistet. Die reinen Skisportschulen in Davos und Engelberg sind in ihrem Bereich ebenfalls Vorreiter. «Bei der Berufsbildung für Sporttalente sind wir tatsächlich Pioniere, da haben wir eine riesige Arbeit geleistet.» Und Tobias Rohner sagt es ncohmals mit Nachdruck. «Wir wollen einfach für die besten Sporttalente da sein.» Das war im letzten Vierteljahrhundert so – und das soll auch in Zukunft so bleiben.
Das Modell der Schule
Die «United school of sports» unterstützt junge Talente dabei, parallel zum Sport eine kaufmännische Grundausbildung abzuschliessen – trotz hoher Belastung im Leistungssport.
Das Ausbildungsmodell ist so konzipiert, dass die Lernenden sämtliche Verpflichtungen aus Schule, Betrieb und Sport unter einen Hut bringen können. Die kaufmännische Grundbildung an der «United school of sports» dauert vier Jahre. Angeboten werden der Lehrgang zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Kauffrau/ Kaufmann und die lehrbegleitende Berufsmatur (BM1) mit der Ausrichtung Wirtschaft und Dienstleistung.





