Ortsbildmord beim Isler-Areal
06.01.2026 Wohlen, LeserbriefeUngeachtet des artig gesungenen Hoheliedes der qualitativen Innenverdichtung hat die Wohler Baubehörde kurz vor Weihnachten einen bedeutenden Sargnagel in Wohlens Attraktivität gehämmert.
Mit der erteilten Baubewilligung für die Stach-Gebäude am ...
Ungeachtet des artig gesungenen Hoheliedes der qualitativen Innenverdichtung hat die Wohler Baubehörde kurz vor Weihnachten einen bedeutenden Sargnagel in Wohlens Attraktivität gehämmert.
Mit der erteilten Baubewilligung für die Stach-Gebäude am Wohler Freihofweg demonstriert die Gemeindeverwaltung ganz unverhohlen, wie gleichgültig ihr tatsächlich der Ortsbildschutz und das qualitative Bauen ist. In der Baubewilligung ist schriftlich festgehalten, man könne ja nicht von der Bauherrin verlangen, dass die Gebäudeform den Nachbargebäuden angepasst werden muss. Ja, doch – genau das könnte man (siehe BNO), wenn man denn wollte. Aber man will ja nicht, denn man ist der Ansicht, dass zwei Würfel mit Flachdach und Holzfassade ganz vorzüglich in das Ensemble von Villa Isler und Bruggisser-Fabrik hineinpassen. Wir finden, etwa so gut, wie die Faust aufs Auge. Aber eigentlich ist die Architektur der Wohler Kernzone ja sowieso nur Kraut und Rüben und darum schaden ein paar weitere hässliche Gebäude nicht (O-Ton Baubewilligung).
Das Bauvorhaben ist mindestens zweimal baurechtswidrig – in puncto Spielund Erholungsflächen und der Parkierung. Das ist ebenfalls genau so schriftlich in der Bewilligung festgehalten, nur um danach mit überaus kreativen Schwadronierungen eine Ausnahmebewilligung herbeizukonstruieren. Nachdem man sich von links bis rechts einig ist, dass öffentliche Freiflächen und hitzeresistentes Bauen die Gebote der Stunde sind, fährt die Baubehörde ihren eigenen Schlingerkurs. Allen ist alles egal. Zwei Bäume vom Isler-Park werden die Bautätigkeit garantiert nicht überleben, weitere sechs sind stark gefährdet. Ein Gebäude wird bis kurz vor die Bünz hinbetoniert, was fatal ist für das kühlende Potenzial des Flusses und abgesehen davon eine eklatante Missachtung der nationalen Gewässerschutzverordnung darstellt.
Das ist kein guter Start ins neue Jahr. Wir freuen uns darauf, dass der neue Gemeinderat im Punkt qualitätsvolle Innenverdichtung die Arbeit besser macht – nicht einfach nur anders.
Philipp Simka,
Präsident Verein Schöner Wohlen
