Noch ist ein wenig Geduld gefragt
31.03.2026 Wohlen, BaugewerbeDas Baugesuch für die Erweiterung des Gemeindehauses liegt öffentlich auf
Die Planung ist leicht in Verzug. Aber mit der Präsentation des Baugesuches für den Modulbau ist die Erweiterung des Gemeindehauses einen wesentlichen Schritt weiter. Ein neuer ...
Das Baugesuch für die Erweiterung des Gemeindehauses liegt öffentlich auf
Die Planung ist leicht in Verzug. Aber mit der Präsentation des Baugesuches für den Modulbau ist die Erweiterung des Gemeindehauses einen wesentlichen Schritt weiter. Ein neuer Zeitplan steht jedoch noch aus.
Daniel Marti
Die Raumnot der Gemeindeverwaltung ist gross, das Gemeindehaus sollte dringend erweitert werden. Und die Asbest-Sanierung hätte eigentlich im letzten Jahr angepackt und abgeschlossen sein müssen. Gemeinderat und Einwohnerrat drückten rund ums Gemeindehaus aufs Tempo. Gemäss Vorlage hätte die Baubewilligung für die Erweiterung im vergangenen Februar erteilt werden sollen. Der Start für die Erschliessung und die Fundation war in diesem März vorgesehen. Aber erst jetzt ist das Baugesuch öffentlich aufgelegt.
Es dauert also, bis die Baubewilligung für den Modulbau erteilt werden kann. Ursprünglich wurde mit einer Fertigstellung des Modulbaus im Juni gerechnet. Man muss sich also noch gedulden.
Neuer Zeitplan später
Was führte denn zu den Verzögerungen? «Bei den Terminangaben im Bericht und Antrag handelte es sich um einen Grobterminplan», lässt die Kommunikationsstelle ausrichten. Und bei der Vorbereitung des Baugesuches habe sich gezeigt, «dass diese Arbeiten mehr Zeit in Anspruch genommen haben».
Der Zeitplan der Vorlage ist also überholt. Wie sieht eine allfällige neue Zeitplanung aus? Da lässt sich der Gemeinderat auf keine Prognose ein. Der Zeitplan werde nach Vorliegen der rechtskräftigen Baubewilligung «mit den betroffenen Abteilungen und den involvierten Unternehmern überarbeitet», so der Gemeinderat. Verantwortlich ist Gemeinderat Olivier Parvex, der das Ressort Planung, Bau und Umwelt betreut.
Platzbedarf für die nächsten 20 Jahre gedeckt
Die herrschende Raumnot im Gemeindehaus ist seit Jahren bekannt. Das im Jahr 1972 bezogene Gemeindehaus ist überbelegt. Diverse Einzelmassnahmen scheiterten, wie eine Mietlösung für das Betreibungsamt oder die Auslagerung des Regionalen Zivilstandesamtes an die Bünzstrasse 3. Der Gemeinderat präsentierte im vergangenen August die ideale Lösung: Kauf eines Occasion-Modulbaus zur Erweiterung des Gemeindehauses. Der Einwohnerrat bewilligte den Kredit in der Höhe von 3,93 Millionen Franken grossmehrheitlich. Der Erweiterungsbau deckt den bestehenden Unterbestand und den absehbaren zusätzlichen Arbeitsplatzbedarf für die nächsten 15 bis 20 Jahre ab. Die Restlebensdauer des Modulbaus wird auf mindestens 35 Jahre geschätzt.
Das Regionale Betreibungsamt kann somit auf dem aktuellen Standard geführt werden, die nötige Sicherheit und Diskretion sollten also gewährleistet sein. Weiter kann das Regionale Zivilstandsamt ins Gemeindehaus zurückgeführt und im Nachbargebäude Bankweg 2 zusätzlicher Raum für die Gemeindebibliothek freigespielt werden. Mehrere Ziele können mit dem Modulbau erreicht werden. Die Gemeindeverwaltung wäre dann wieder unter einem Dach vereint.
Von St. Gallen nach Wohlen
Der Kauf des Occasion-Modulbaus wurde vielfach als ideal bezeichnet. Das Gebäude wurde von 2017 bis 2024 als provisorischer Büro- und Verwaltungstrakt einer Gesundheitseinrichtung in St. Gallen genutzt. Es ist viergeschossig, misst 17,4 mal 17,4 Meter. Die gesamte Nutzfläche beträgt 820 Quadratmeter. Und die Module sind sofort verfügbar. Der gesamte Bau besteht laut Baugesuch aus 40 Modulen.
Das Gemeindehaus und der Erweiterungsbau werden mit einer Passerelle verbunden. Im Erdgeschoss ist der Durchgang offen, vom ersten bis dritten Obergeschoss werden Passerellen eingesetzt. Die Gebäudehülle ist ein Holzmodulbau, ein Minergie-Label ist nicht vorgesehen.
Der Entscheid, auf die Modulbau-Lösung zu setzen, hatte Auswirkungen auf die Asbestsanierung im Gemeindehaus. Erst muss der Modulbau fertiggestellt sein, ehe die Asbestsanierung gestartet werden kann. Mit dem Umzug einzelner Abteilungen in den Modulbau kann die Sanierung erfolgten. «Die notwendigen Rochaden der Abteilungen sowie die Deckensanierungen im Gemeindehaus werden vereinfacht», schreibt der Gemeinderat in der Vorlage. «Und die Miete eines Provisoriums für die Sanierungszeit erübrigt sich.» Die Fassade weist eine bräunliche Farbe auf.
Zu den Finanzen: Im Verpflichtungskredit von 3,93 Millionen Franken sind sämtliche Kosten enthalten. 3 Millionen beträgt der Preis für den Modulbau, für Fundationen sowie Energieund Wasseranschluss werden laut Kostenschätzung 400 000 Franken gebraucht. Anschlussarbeiten und Passerellen zwischen den beiden Gebäuden kosten 250 000 Franken. Umgebungsarbeiten, Bewilligungsgebühren und Reserven machen zusammen 260 000 Franken aus.
Diverse finanzielle Einsparungen
Es lassen sich durch diese Modulvariante diverse Kosten einsparen. Eine Mietlösung fürs Betreibungsamt würde jährlich wohl rund 110 000 Franken kosten. Für das Zivilstandsamt beträgt die Miete gegenwärtig 48 000 Franken. Ein Provisorium für die Asbestsanierung, das nun nicht mehr benötigt wird, würde gegen 90 000 Franken kosten. «Mit dem Kauf des Modulbaus werden verschiedene Probleme gelöst und der Finanzplan sowie die Erfolgsrechnung entlastet», bilanzierte der Gemeinderat in der Vorlage. Eigentlich eine gute und positive Rechnung. Nun sollte möglichst bald die Realisation erfolgen können.
Eine Realisation des Modulbaus, inklusive Projektierung, «ist sehr schnell möglich», wie es im Bericht und Antrag heisst. Die reine Dauer des Aufbaus wird im Baugesuch mit vier Monaten angegeben. Und ursprünglich wurde für die Asbestsanierung mit einem Zeitfenster von einem knappen Jahr gerechnet. Bei einem optimalen Verlauf sollte das Gemeindehaus also zwischen Herbst und Ende 2027 erweitert und Asbest-saniert sein.


