Nicht perfekt, aber wunderbar
28.04.2026 Wohlen, Schule, MusikHeilpädagogische Schule feiert ihr 60-Jahr-Jubiläum mit einem Konzert
Mit einer Projektwoche für die Schüler, einem Konzert für die Eltern und einem Ausflug für die Mitarbeitenden wird das 60-Jahr-Jubiläum der Heilpädagogischen ...
Heilpädagogische Schule feiert ihr 60-Jahr-Jubiläum mit einem Konzert
Mit einer Projektwoche für die Schüler, einem Konzert für die Eltern und einem Ausflug für die Mitarbeitenden wird das 60-Jahr-Jubiläum der Heilpädagogischen Schule (HPS) gefeiert. Dabei ist «Mir hebid zäme» nicht nur ein Slogan.
Monica Rast
Für die 70 Schülerinnen und Schüler und deren Eltern war die Projektwoche sehr anstrengend. Nichtsdestotrotz wurde bis zur letzten Minute die Projektwoche ausgelebt. Sogar die Kindergartenkinder haben bis zum Schluss durchgehalten. «Es war eine sehr intensive Woche», erzählt Schulleiterin Marcelle Tschachtli, «zugleich war es für alle Beteiligten eine wunderbare gemeinsame Zeit und eine wertvolle Erfahrung.»
Eine Woche, vollgepackt mit Musizieren, Singen und Tanzen, und zwar mit der Formation Ssassa. Diese tritt regelmässig an Schulen mit verschiedenen, interkulturellen Mitmach-Programmen auf oder führt Projektwochen wie an der HPS durch. Gemeinsam mit der Formation erleben die Kinder ihrem Alter entsprechend fremde Musik, Tanz und Kultur.
«Am Anfang sind die Kinder noch etwas scheu, doch wir waren überrascht, was alles möglich ist», erklärt Franziska Heusser von «Ssassa». «Sie sind im Gegenzug zu Regelklassen sehr aufmerksam und fokussiert und allesamt mit Begeisterung dabei.»
Bereits zu Beginn der Projektwoche haben sich die Schülerinnen und Schüler auf das abschliessende Konzert für die Eltern gefreut. «Die Kinder leben im Moment. Zeigen ihre Emotionen und sind sehr direkt», ergänzt Alicia Brockmöller. Sie zeigt den Kids in ihrer Gruppe einige Hip-Hop-Moves für das Abschlusskonzert.
Schüler wachsen über sich hinaus
«Es ist schön, zu sehen, wie die Mitglieder von ‹Ssassa› unsere Schüler machen lassen, sie entdecken lassen und sie über sich hinauswachsen lassen», erzählt die Schulleiterin erfreut. «Die Schüler geben uns so viel.» Genau diese Freude ist am Abschlusskonzert deutlich spürbar. Die Vorfreude vor dem Konzert ist den Kids ins Gesicht geschrieben und lässt auch die Lehrpersonen, pädagogischen Mitarbeiter und Besucher strahlen.
Anders als bei gewöhnlichen Schulkonzerten brauchen die Zuhörer keine Aufforderung, um mitzuklatschen oder mitzutanzen. Es passiert einfach und das geschieht nicht nur wegen der mitreissenden Musik. Es ist, weil der Funke von der Bühne auf die Zuhörer überspringt. Ein grosses Lob hat Marcelle Tschachtli für die Mitglieder von «Ssassa»: «Ihr Auftreten ist sehr sicher und es hat ihnen nichts ausgemacht, wenn ein Kind das Zimmer verlassen hat, um sich zurückzuziehen.»
Der Morgen wurde jeweils gemeinsam singend begonnen. Danach durften die Schüler zeigen, was sie bereits in den einzelnen Gruppen – Singen, Tanzen und Trommeln – gelernt hatten. Jeder so gut, wie er eben kann. Alle Kinder haben alles in dieser Woche ausprobiert. Zusätzlich durften sie sich für jeweils eine Gruppe entscheiden, in der sie sich vertieft mit Trommeln, Tanzen oder Singen beschäftigt haben. Ganz Mutige singen am Konzert sogar am Mikrofon oder trommeln zum Drehtanz von der Tänzerin Nadia Saba von «Ssassa».
«Mir hebid zäme»
Die Schule präsentiert sich am Konzert einheitlich mit weissen T-Shirts mit dem neuen Slogan der Hausordnung des Junkholz-Schulhauses. «Mir hebid zäme», ist nicht nur dahergeredet. Es ist das tägliche Leben an der HPS.
So entstand in der Projektwoche auch ein neuer Song unter diesem Titel. Dabei haben die Schüler tatkräftig mitgewirkt. Sie gaben Inputs darüber, was ihnen an der Schule besonders gefällt. Diese wurden anschliessend im Text festgehalten. Damit auch alle auf ihre Art den Text mitsingen können, zeigt die Heilpädagogin Melanie Flury die einzelnen Porta-Gebärden während des Songs vor.
Es herrscht eine festliche Stimmung, bei der gemeinsam zu türkischer, kurdischer Musik getanzt und gesungen wird. Ein goldener Konfettiregen bildet den krönenden Abschluss einer leidenschaftlichen Woche. Beschwingt von der Musik machen sich alle auf, um bei Brötchen, Salzigem und kühlen Getränken die intensive Woche noch einmal Revue passieren zu lassen.
Erinnerung aus 60 Jahren HPS
Vor Konzertbeginn wird den zahlreichen Besuchern eine Diashow aus 60 Jahren HPS geboten. Beginnend mit dem allerersten Foto der Schule aus dem Jahr 1966. Gefolgt von Projektwochen, Klassenfotos, HPS-Kollegium, Jugendfest, Erlebniswochen oder sportlichen Anlässen.
Damit sich alle Mitarbeitenden der HPS am Konzert beteiligen können, springt der engagierte Elternrat der HPS beim Apéro ein und sorgt für die Bewirtung nach dem Konzert. Und hier schliesst sich der Kreis wieder mit dem Motto: «Mir hebid zäme.»



