Stillstehende Baustelle am Rebberg/Wagenrainstrasse: Ende August soll es weitergehen
Seit dem vergangenen Herbst steht das Grossprojekt am Rebberg still. Die Bagger wurden abberufen, der Aushub der ersten Etappe ist nicht ganz fertig. Geblieben sind ein paar Wasserpumpen ...
Stillstehende Baustelle am Rebberg/Wagenrainstrasse: Ende August soll es weitergehen
Seit dem vergangenen Herbst steht das Grossprojekt am Rebberg still. Die Bagger wurden abberufen, der Aushub der ersten Etappe ist nicht ganz fertig. Geblieben sind ein paar Wasserpumpen und ganz viele Fragezeichen. Nun wird aus Zürich signalisiert, dass Ende August die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden könnten.
Daniel Marti
Das Grossprojekt am Rebberg ist zum Dauerthema geworden. Bereits die Projektierung und die Baugesuchsphase gingen nicht geräuschlos über die Bühne. Die Wohler Wohnbevölkerung hatte es sich etwas anders gewünscht als die 20 Mehrfamilienhäuser mit 202 Wohneinheiten. Der Rebberg mit der Wagenrainstrasse ist wohl zurzeit das beste Bauland an sehr guter und attraktiver Lage in Wohlen.
Seit das Baugesuch im Januar 2019 präsentiert wurde, gingen die Wellen hoch. Es hagelte Einsprachen. Und es dauerte.
Stillstand und langes Schweigen
Der Spatenstich erfolgte im Juni 2024. Die Swobag Group AG mit Sitz in Frauenfeld, Baumanagement und Totalunternehmung, versprach raschen Fortschritt. Es folgten die Abhumusierung und Teile des Aushubs sowie die Einzäunung des Bauplatzes. Im letzten November ging dann nichts mehr. Absoluter Stillstand und Stillschweigen. Die Swobag transportierte die Gerätschaften ab. Die Baubrache gibt seither ein jämmerliches Bild ab.
Und SVP-Einwohnerrat Manfred Breitschmid nahm das unliebsame Thema mit einem politischen Vorstoss auf. Nach langem Schweigen und nach dreimaliger Anfrage meldete sich der Vertreter der Bauherrschaft. Das Projekt werde in geänderter Form weitergeführt, liess M. Dzialo, CEO von Tower Group Immobilien und Verwaltung GmbH in Zürich, ausrichten. Dzialo vertritt damals die Bauherrschaft. «Aktuell ist die Planung des Rohbaus in Bearbeitung. Beginn der Baumeisterarbeiten ist voraussichtlich Anfang 2026», so Dzialo.
Sobald die Freigabe vorliegt …
Wiederbeginn Anfang 2026. Dieser Zeitpunkt ist nun seit über einem halben Jahr verstrichen. Und am Rebberg steht immer noch alles still. Eines allerdings ist neu: Der Ansprechpartner hat gewechselt. Von der Tower Group zum Generalunternehmen WWP AG in Zürich. Beat Waser, CEO und Verwaltungsrat, gibt gerne Auskunft. «Am Projekt wurde nichts geändert», sagt Waser auf Anfrage. Und er lässt durchblicken, dass es bald wieder weitergehen könnte.
Wie sieht allgemein der neue Zeitplan aus? «Sobald die noch ausstehende Freigabe betreffend Umlegung der Kanalisation sowie der übrigen Werkleitungen im Fussweg vorliegt, werden wir mit den Schlussarbeiten im Sektor A und B beginnen», so Waser. «Der Baubeginn der Baumeisterarbeiten ist voraussichtlich auf Ende August beziehungsweise Anfang September 2026 vorgesehen, also nach den Sommerferien.» Das ist immerhin eine klare Ansage.
Sektor A und B – das ist auf der linken Seite, wenn man die Wagenrainstrasse hochfährt. Beide Sektoren zusammen umfassen 50 Wohneinheiten. Der Rest – 152 Wohneinheiten in drei Sektoren – sind für die rechte Seite geplant. Wann das gesamte Grossprojekt realisiert sein wird, das kann zum jetzigen Zeitpunkt wohl kaum genau prognostiziert werden.
Gerüchte dementiert
Beim Spatenstich rechnete man mit einer Bauzeit von knapp zweieinhalb Jahren. Wäre stets mit Hochdruck und planmässig gearbeitet worden, wäre Ende 2026 das riesige Projekt vollendet. Und nun? Zwei Jahre später – reine Spekulation.
Und noch etwas: In Wohlen wird immer wieder gerüchteweise herumgeboten, dass das gesamte Projekt verkauft werden sollte. Das kann Beat Waser nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil. «Die Bauherrschaft wird das Projekt in Eigenregie erstellen.»
Damit sind wohl auch die Fragen von Einwohnerrat Manfred Breitschmid einigermassen beantwortet. Er hatte in seiner dringlichen Motion eine rechtliche Klärung und Überprüfung der Baubewilligung Rebberg verlangt. Breitschmid gab auch zu, dass er an der Ernsthaftigkeit und Rechtmässigkeit des Vorgehens gezweifelt hat. Letztlich wollte Breitschmid Rechtssicherheit schaffen. Ob nun tatsächlich Sicherheit herrscht, dass die Grossbaustelle wieder in Betrieb genommen wird, das wird sich im Spätsommer oder Frühherbst weisen.