Musikalische Farbkombinationen
31.03.2026 Wohlen, MusikZweimal ausverkauft: Die Whippoorwills begeistern unter der Leitung von Jimmy Muff
Schluss mit Grau in Grau. Im Konzert der Whippoorwills wirds farbenfroh. Farben, die in den höchsten Tönen besungen werden. Ihr frisch-fröhlich koloriertes Programm, ...
Zweimal ausverkauft: Die Whippoorwills begeistern unter der Leitung von Jimmy Muff
Schluss mit Grau in Grau. Im Konzert der Whippoorwills wirds farbenfroh. Farben, die in den höchsten Tönen besungen werden. Ihr frisch-fröhlich koloriertes Programm, moderiert von Julia Frischknecht, begeistert die Zuhörer.
Monica Rast
«Für einmal begrüsst sie der Chor in der Aula der Kanti Wohlen», empfängt Julia Frischknecht die Konzertbesucher. «Trotz neuer Location heissen sie immer noch Whippoorwills», und sie bringt das Publikum gleich zu Beginn zum Schmunzeln. Erfrischend und informativ kündigt sie die einzelnen Songs an.
Die Titel sind vergleichbar mit einer bunten Farbpallette. Von Blau, Gelb, Rot und Grün zu Purpur und Scharlachrot. Dabei sehen sie nicht alles durch die rosarote Brille. Das Gegenteil ist der Fall. Sie rollen den roten Teppich aus und garantieren, dass sie nicht das Blaue vom Himmel versprechen, denn die Whippoorwills sind ja alles andere als grün hinter den Ohren.
Bunter Melodien-Blumenstrauss
Unzählige bekannte Lieder führen eine Farbe in ihrem Titel. So präsentiert sich das Konzertprogramm wie ein bunter Blumenstrauss an Melodien.
Beginnend mit einem Jazz-Standard von Irving Berlin, der bereits seinen 100. Geburtstag feiert. «Blue Skies» wird mit einem Intro von den Musikern Noah Näf, Gitarre, Rune Thomann, Bass, und Stee Gfeller, Schlagzeug, eröffnet, bevor die 45 Sängerinnen und Sänger mit dem Text einsteigen. «Was auf den ersten Blick wie ein Song mit viel Blau erscheint, ist eigentlich ein Text voller cleverer Wortspiele. Vom blauen Himmel zum blauen Vogel über die blauen Tage, welche verschwinden, wenn man verliebt ist», meint Frischknecht.
Musikalische Farbenlehre
Nach Blau wird es mit «Goodbye Yellow Brick Road» von Elton John gelb. Und da bekanntlich die Farben Blau und Gelb Grün ergeben, kommt der «Kleine grüne Kaktus» genau richtig.
Es ist lustig zu schauen, wie ein alter Song aus dem Jahr 1934 auch heute noch so viel Spass auf und neben der Bühne verbreiten kann.
Laut Google-KI wird Schwarz im Alltag und in der Kunst als Farbe wahrgenommen. Technisch gesehen ist es jedoch eine unbunte Farbe. «Deshalb bleibt Black Velvet im Programm», meint die Moderatorin lachend. Danach geht es samtig-groovig weiter. Vom Rock der 90er-Jahre zum Reggae der 80er-Jahre. «Red Red Wine» von UB 40, dessen Rhythmus wie ein Funke von der Bühne auf die Zuhörer überspringt. Ein Klassiker par excellence.
Beim nächsten Dauerbrenner mit – laut Ansage – Ohrwurm-Potenzial braucht es nur ein paar Takte, um das Stück zu erkennen. «Purple Rain» von Prince, gefolgt «La camisa negra». Da beklagt sich mit schmachtenden Worten ein Typ mit Gigolo-Attitüde des Verlassenwerdens.
«Nach den vielen Klassikern aus Pop und Rock eröffnet das nächste Stück eigentlich ein neues Genre», erklärt Frischknecht zum Disney-Song. «Colors of the Wind» leuchtet noch lange über den Film hinaus und ist auch nach 31 Jahren thematisch top aktuell.»
Danach erkunden die Whippoorwills nicht nur einen neuen Kontinent, sondern auch eine weitere Sprache. Der Weg führt sie nach Italien – genauer nach San Remo und ins Jahr 1958. Der Sänger Domenico Modugno gewinnt das legendäre Festival in San Remo an der Mittelmeerküste mit einer Standing Ovations und einem sicheren Platz in der Ewigenliste vom Italo-Pop. «Nel blu dipinto di blu» oder im Volksmund «Volare» erobert auch in der Kanti die Herzen der Zuhörer.
Besonderer Genuss einer Sopranistin
Julia Frischknecht ist nicht nur als Moderatorin ausgesprochen unterhaltsam. In «De couleurs vives» von der französische Nouvelle-Chanson-Sängerin Zaz begeistert sie das Publikum auch gesanglich und ein grosser Applaus ist ihr sicher.
Im farbigen Medley werden zahlreiche Hits vom Dirigenten Jimmy Muff zu einer Einheit arrangiert. Von «Blau blüht der Enzian», «Ein knallrotes Gummiboot» über «Rägeboge» zu «Du hast den Farbfilm vergessen». Ein buntes Potpourri, in dem viel Schlager versteckt ist. Der offizielle Abschluss des Konzerts gehört der Band Patent Ochsner mit ihrem «Scharlachrot».
Doch was ist der Wunsch eines zufriedenen Publikums? Ganz klar die Zugabe, der die Whippoorwills gerne nachkommen. Mit «Wir kommen wieder, keine Frage», verabschiedet sich der Dirigent von einem befriedigten Publikum.



