Hans Melliger, Sarmenstorf.
Es war wie immer – und doch ganz anders. Das schlechte Wetter stimmte und der rumorende Motorenlärm, dauernd verstärkt mit einer verwaschenen Speakerstimme, waren bis vor unsere Haustür zu ...
Hans Melliger, Sarmenstorf.
Es war wie immer – und doch ganz anders. Das schlechte Wetter stimmte und der rumorende Motorenlärm, dauernd verstärkt mit einer verwaschenen Speakerstimme, waren bis vor unsere Haustür zu hören. Motocross lag in der Luft und alle mussten hin. Denn es war schon Wochen im Voraus den Enkeln versprochen worden. Alle Kinder und Kindeskinder waren am Sonntag schon frühzeitig gut verpackt und mit Pamir ausgerüstet auf dem Renngelände versammelt. Ich konnte also gemütlich nach dem Mittagessen irgendwann eintrudeln.
Es begann alles an der Kasse im Wald, wo ich Jacqueline mit ihrer noch nicht drei Jahre alten Tochter Thilda antraf. Während mir Thilda unter dem Pamir mit den beiden Fingern anzeigte, dass sie erst zwei sei, versuchte die Mutter verzweifelt, über Twint ihren Eintritt zu lösen. Thilda war gratis, wurde aber eintrittstechnisch gefragt, ob sie schon sieben sei, was sowohl die Mutter wie die Tochter ziemlich stolz machten. Trotzdem gab es keinen Empfang weit und breit, obwohl das Handy in alle Himmelsrichtungen ausgestreckt wurde. Natürlich half ich in dieser echten Notlage mit Bargeld aus und der Eintritt und das Motocross war mindestens für zwei Personen gerettet.
Auf dem Hügel traf ich dann die ganze Pamir-Bande an. Dort konnte ich mit einem Fünfliber für den Löslikauf eine kleine Familientragödie verhindern, obwohl weder der Töff noch andere Preise abgeräumt werden konnten. Schliesslich traf ich noch Stefan. Ein Vollblut-Töfffahrer, der voller Bewunderung von unseren Kindern früher in «Töfffan» umgetauft wurde und mit Abstand am besten Töff fahren kann – und das in allen Kategorien. Das nützte ihm aber überhaupt nichts. Auch er versuchte vergebens, mit ausgestrecktem Arm in der Luft und dem Enkel Milo auf den Schultern, eine Twintverbindung zu erhaschen. Welch glückliche Wendung, dass ich dabei war, denn für einen Nussgipfel und damit einen Platz im warmen Festzelt reichte mein Münz gerade noch.
Ja, es war wieder einmal ein schönes Motocross mit vielen bereichernden Begegnungen. Und als der Speaker am Schluss allen Sponsoren und Motocrosshelferinnen den grossen Dank abstattete, fühlte ich mich direkt angesprochen und ich nickte mir innerlich zufrieden und wohlwollend zu.