Mit buntem Ideen-Strauss
01.05.2026 Waltenschwil, Region Oberfreiamt, VereineDie Frauengemeinschaft Waltenschwil feiert das 150-Jahr-Jubiläum auf vielfältige Art
Grillhopping, ein Jubiläumsbänkli, ein spezieller Dorfrundgang und ein Lichterweg. Die Frauengemeinschaft Waltenschwil will das grosse Jubiläum nutzen, damit ein ...
Die Frauengemeinschaft Waltenschwil feiert das 150-Jahr-Jubiläum auf vielfältige Art
Grillhopping, ein Jubiläumsbänkli, ein spezieller Dorfrundgang und ein Lichterweg. Die Frauengemeinschaft Waltenschwil will das grosse Jubiläum nutzen, damit ein Ruck durch den Verein geht und jüngere Mitglieder gewonnen werden können. Eine vierköpfige Projektgruppe steht hinter dem Programm.
Annemarie Keusch
Mit einem Essen, mit Blumen, mit Ballons – schon an der Jahresversammlung wurde deutlich, dass dieses Jahr für die Frauengemeinschaft Waltenschwil ein spezielles ist. «Ehrlich gesagt, habe ich manchmal gezweifelt, dass wir dieses Jubiläum erleben», sagt Monika Haller. Sie war während zehn Jahren im Vorstand des Vereins. Nun bildet sie zusammen mit Irene Steinhauer, Claudia Stöckli und Heidi Meier die Projektgruppe, die sich explizit dem Jubiläum widmet. «Um den Vorstand zu entlasten.» Und dabei geben sie Vollgas. «Das soll eine Chance sein, damit ein Ruck durch den Verein geht», sagt Monika Haller. Die Mitglieder werden immer älter, jüngere treten kaum mehr ein. Seit vielen Jahren gibt es die Untergruppe junger Mütter und den Domino Familienverein nicht mehr. «Früher gingen viele in die Frauengemeinschaft über, als ihre Kinder grösser wurden», sagt Irene Steinhauer. Sie selbst ging ebenfalls diesen Weg.
Rund 140 Mitglieder zählt der Verein. «Natürlich sind längst nicht alle aktiv.» Und eben, es mangelt an jüngeren Mitgliedern. Das Programm entsprechend mehr auf ein jüngeres Publikum, auf Familien ausrichten, ist eine der Ideen, um dem Trend entgegenzuwirken. Das Basteln von Kräutergärtchen am 13. Mai ist ein Beispiel dafür.
Längst nicht mehr nur «christlich»
Überhaupt, das Jahresprogramm ist bunt. Vom Spieleabend über eine Schnitzeljagd bis zu der Rorate-Feier. Das widerspiegelt auch die inhaltliche Vielfalt im Verein. «Im Vergleich zu den Gründungsjahren hat sich viel verändert», weiss Irene Steinhauer. Das zeigt ein Blick in das Protokoll der «Erzbruderschaft christlicher Mütter in Waltenschwyl» vom Oktober 1876. So hiess die Frauengemeinschaft damals. 65 Frauen waren bei der Gründung dabei. «Eine riesige Menge, angesichts der damals viel tieferen Einwohnerzahlen», sagt Monika Haller. Die Idee zur Gründung hatte der Pfarrer. «Erzkatholisch und konservativ», so beschreibt Steinhauer die Gründungsjahre vom heutigen Standpunkt aus. Die Nähe zur Kirche ist geblieben, aber die Offenheit ist längst da. Reformierte, Atheistinnen – wer im Verein mitmachen will, muss längst nicht mehr katholisch sein.
Es sei das Miteinander, das den Verein ausmache. Der Austausch unter den Frauen, das Gesellige, die gegenseitige Unterstützung, etwa in Form von Krankenbesuchen. Das schätzen Irene Steinhauer und Monika Haller am Verein. Darum setzten und setzen sie sich gerne für ihn ein – aktuell in der Projektgruppe zum Jubiläum.
Grill und Garten füreinander öffnen
Denn die 150 Jahre sollen gefeiert werden. «Möglichst breit», sagt Monika Haller. Entsprechend nicht mit nur einem grossen Anlass, sondern mit verschiedenen Veranstaltungen. «Wir haben Ideen gesammelt und setzen nun die besten um.» Eine davon ist das Grill-Hopping. Vom 6. Juli bis am 8. August können Interessierte ihren Garten mit Grill öffnen. Wer kommt, nimmt Geschirr und Grillade selber mit. «Ein gemütliches und unkompliziertes Zusammensein ist das Ziel», sagt Irene Steinhauer. Wie oft das Grillhopping stattfinden wird, ist noch unklar. «Je nachdem, wie viele Leute bereit sind, ihren Garten samt Grill zu öffnen.»
Am 17. September plant der Verein einen speziellen Rundgang durch Waltenschwil. Christof Burkard nimmt die Mitglieder mit auf die Spuren von Waltenschwiler Frauen. Im Ortsmuseum folgt ein Apéro – samt Stellwänden, die auf die lange Geschichte des Frauenvereins hinweisen. Im Herbst soll im neu entstehenden Pocket-Park der Ortsbürger in der Nähe des Myra zudem ein Jubiläumsbänkli eingeweiht werden.
Lichterweg beim Tierpark in der Vorweihnachtszeit
Ein grosses Highlight folgt dann vom 27. November bis am 13. Dezember. Mit Start beim Talacker-Parkplatz und Ziel beim Waldhaus ist ein Lichterweg geplant. «Wir wollen sichtbarer sein im Dorf und bei der Bevölkerung, speziell bei Familien», fasst es Monika Haller zusammen. Mit dem Jubiläumsprogramm soll genau das passieren. «Was ankommt, planen wir in den Folgejahren weiterzuziehen.» Dabei ist die Projektgruppe mit viel Herzblut und Engagement am Werk. «Wir wollen dem Verein etwas zurückgeben, damit er noch möglichst lange weiterbesteht», sagt Monika Haller. Denn so wie damals, 1876, ist es längst nicht mehr. Es ist nicht mehr die einzige Möglichkeit für Frauen, um aus dem Alltag auszubrechen, sich zu treffen. «Und trotzdem, das Miteinander braucht es nach wie vor.» Irene Steinhauer ergänzt: «Es ist ein Stück Dorfkultur, für die es sich einzusetzen lohnt.»
Mehr Infos unter: info@fgwaltenschwil.ch

