Manege frei fürs Jubiläum
23.06.2026 Bremgarten, Jugend, Kultur, Kommende EventsDer Jugendzirkus Arabas feiert sein 30-jähriges Bestehen und lädt zur Zeitreise ein
Was 1996 mit einer mutigen Idee und einem Startkapital von nur wenigen Hundert Franken begann, ist drei Dekaden später eine Erfolgsgeschichte. Am Regietag vergangenen ...
Der Jugendzirkus Arabas feiert sein 30-jähriges Bestehen und lädt zur Zeitreise ein
Was 1996 mit einer mutigen Idee und einem Startkapital von nur wenigen Hundert Franken begann, ist drei Dekaden später eine Erfolgsgeschichte. Am Regietag vergangenen Sonntag bereitete sich das Ensemble des Bremgarter Jugendzirkus Arabas auf die kommenden Auftritte vor.
Im Gang der Isenlaufer Turnhalle stapeln sich unzählige Kinderschuhe, drinnen wuseln kleine Akrobaten wild durcheinander und machen sich für ihre Darbietung bereit. Ob Seiltanz, Trapez, Diabolo oder Schwungseil: Intensiv wurden in den vergangenen Monaten verschiedene Disziplinen trainiert. Nun steht der Feinschliff an: das Zusammenfügen der einzelnen Nummern, das Einstudieren der Übergänge und die zeitliche Abstimmung mit der Live-Band.
Mittendrin trifft man die «Zirkuskinder» Nina Hegnauer und Joel Demierre. Beide sind bereits seit ihrer Kindheit Mitglieder der Arabas-Familie und heuer zum sechsten Mal im Co-Präsidium. «Bei der Übernahme des Postens sind wir ins kalte Wasser gesprungen», gesteht Hegnauer lachend und gibt einige Details zum Jubiläumsprogramm preis. So wird der anlässlich des 30-jährigen Bestehens gestaltete Quiz-Rundgang durch die Stadt Bremgarten noch bis Mitte Juli begehbar sein und danach, sofern alles klappt, nach Mellingen gezügelt. Passend zum Thema «Zeitreise» ist es den Verantwortlichen ausserdem gelungen, rund 30 ehemalige Artisten für die geschlossene Premiere am 8. August zu mobilisieren.
Mehr als nur Akrobatik
Nicht nur die 40 Kinder, sondern auch deren Mütter und Väter packen tatkräftig mit an. Ob beim Nähen der Kostüme, der Verpflegung der Mannschaft oder in der Administration und Logistik: Der Zusammenhalt entspricht dem Grundgedanken des Vereins. Der Familienvater und City-Manager von Bremgarten, Ralph Nikolaiski, erklärt: «Den Eltern der Artisten muss im Vorfeld bewusst sein, dass auch sie stark in den Zirkus mit eingebunden werden.» Dadurch kommen die unterschiedlichsten Menschen und Berufe zusammen. Und um die 100 Arbeitsstunden – pro Kopf und Saison. Deutlich wird dieses Engagement auch in der Mittagspause. Im Akkord bereiten freiwillige Helfer unzählige Hotdogs zu und bedienen die hungrige Meute am farbenfrohen Salatbuffet. Zeitgleich kurvt eine fröhliche Kindergruppe mit einer Garette über das Gelände und verteilt Glacen und kalte Getränke.
Grosses Lernfeld ohne Leistungsgedanken
Neben den artistischen Fähigkeiten sind Teamfähigkeit, Toleranz und Zuverlässigkeit wichtige Eigenschaften, welche dem Nachwuchs im Zirkus vermittelt werden. «Die Kinder lernen hier spielerisch, Verantwortung zu übernehmen», fasst Joel Demierre zusammen. In der intensiven Lagerwoche, welche jeweils kurz vor der Premiere stattfindet, ist das herzliche Miteinander besonders gut zu spüren. «Jedes Kind hat einen Götti. Abends bringen die Grossen die Kleinen ins Bett und lesen ihnen Geschichten vor», verrät Nina Hegnauer und ergänzt schmunzelnd: «Aber auch die psychologischen Fertigkeiten von uns Erwachsenen sind in dieser Zeit besonders gefragt.»
In der Turnhalle werden die Proben unterdessen fortgesetzt. Eine kleine Artistin tadelt ihren Bruder: «Im Zelt ist es auch heiss, wir müssen uns daran gewöhnen.» Wer vor dem Auftritt wohl jeweils nervöser ist: der Nachwuchs oder doch dessen Eltern? Ralph Nikolaiski, der seine Kinder angespannt dabei beobachtet, wie sie in schwindelerregender Höhe waghalsige Kunststücke vollziehen, antwortet nachdenklich: «Wohl beide gleich – nur anders.»
--sca
Arabas Cirque Jeunesse gastiert mit seinem Jubiläumsprogramm «Zirkusziit» vom 14. August bis 6. September (jeweils freitags, samstags und sonntags) in Mellingen. Vorverkauf: www.arabas.ch


