Lebensqualität weiter stärken
20.03.2026 Wohlen, Vereine, Baugewerbe, Natur«Schöner Wohlen» – Zwei Vorstösse für attraktives Wohlen im Rahmen der BNO-Revision
Der Verein Schöner Wohlen hat im Rahmen der Auflage der Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung zwei Einwendungen eingereicht. Beide verfolgen ...
«Schöner Wohlen» – Zwei Vorstösse für attraktives Wohlen im Rahmen der BNO-Revision
Der Verein Schöner Wohlen hat im Rahmen der Auflage der Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung zwei Einwendungen eingereicht. Beide verfolgen dasselbe Ziel: Die Gemeinde Wohlen soll ihre Entwicklung so gestalten, dass Lebensqualität, Landschaft und Baukultur langfristig erhalten und gestärkt werden.
Der Gewässerraum beim Isler-Areal und die Handhabung der historischen Gebäude liegen den Vereinsmitgliedern von «Schöner Wohlen» am Herzen. In diese Richtungen hat sich der Verein schon öfters geäussert. Nun werden diese Anliegen auch bei der aktuellen Teilrevision der Wohler BNO thematisiert. Der Verein reichte zwei Einsprachen ein.
Zusätzliche Qualität entlang der Bünz
Im Zentrum der ersten Einwendung steht der Gewässerraum entlang der Bünz. Der Verein fordert, dass dieser im gesamten Gemeindegebiet einheitlich mit einer Breite von 25 Metern festgelegt wird. «Eine solche Lösung wäre aus Sicht des Vereins nachvollziehbar, gesetzeskonform, ökologisch sinnvoll und langfristig auch für die Ortsentwicklung vorteilhaft», heisst es in einer Medienmitteilung.
Gerade im Bereich des Isler-Areals sieht der Verein eine grosse Chance: «Hier könnte der Fluss stärker erlebbar werden und ein attraktiver Freiraum entstehen, der dem Zentrum von Wohlen zusätzliche Qualität verleiht. Eine Verengung des Gewässerraums würde dieses Potenzial jedoch deutlich einschränken», schreibt Vereinspräsident Philipp Simka.
Die Forderung ist nicht neu: Bereits im Februar 2026 hat der Verein Schöner Wohlen dem Gemeinderat eine Petition mit rund 280 Unterschriften überreicht, die genau diese Lösung unterstützt. Auch frühere Initiativen aus der Bevölkerung haben gezeigt, dass sich viele Menschen eine Aufwertung der Bünz wünschen.
Inventarlösung für schützenswerte Gebäude jetzt anpacken
Der Verein nennt in der Einwendung die Vorteile einer harmonisierten Lösung. Eine einheitliche Breite des Gewässerraums von 25 Metern entlang der gesamten Bünz auf Gemeindegebiet hätte mehrere Vorteile: Klare und nachvollziehbare Planung, Gleichbehandlung der Grundeigentümer, bessere ökologische Qualität, langfristige Sicherung des Gewässerraums, Aufwertung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. «Die vorgeschlagene punktuelle Reduktion wirkt demgegenüber schwer nachvollziehbar», hält der Verein fest.
Die zweite Einwendung betrifft den Umgang mit den historischen Gebäuden in Wohlen. Im Planungsbericht zur BNO-Revision wird zwar eine sogenannte Inventarlösung für schützenswerte Gebäude erwähnt, ihre Umsetzung soll jedoch auf eine spätere Gesamtrevision verschoben werden.
Aus Sicht des Vereins ist das problematisch. «Schon die aktuelle Teilrevision hat mehrere Jahre gedauert – bis zu einer Gesamtrevision könnten leicht weitere zehn Jahre vergehen», befürchtet Simka. «In dieser Zeit würden weiterhin wertvolle historische Gebäude verschwinden, ohne dass eine klare und zeitgemässe Regelung besteht.» Der Verein verweist darauf, dass zahlreiche Gemeinden im Kanton Aargau beweisen, dass eine Inventarlösung gut funktioniert. «Sie schafft Transparenz, erleichtert die Interessenabwägung zwischen Eigentümern und Öffentlichkeit und hilft, die charakteristischen Gebäude eines Orts gezielt zu erhalten und weiterzuentwickeln», heisst es in der Mitteilung.
Das gewachsene Ortsbild erhalten
Für den Verein «Schöner Wohlen» gehe es dabei nicht um ein Gegeneinander von Entwicklung und Schutz. Ganz im Gegenteil: Eine attraktive Gemeinde entsteht dort, wo neue Projekte entstehen können und gleichzeitig das gewachsene Ortsbild erhalten bleibt.
Oder laut Simka anders gesagt: «Wer Wohlen weiterentwickeln will, sollte auch dafür sorgen, dass es ein schöneres Wohlen bleibt – ganz im Sinne des Vereinsnamens.» Mit den beiden Einwendungen möchte der Verein einen konstruktiven Beitrag zur laufenden Planung leisten und dazu anregen, die Chancen dieser BNO-Teilrevision konsequent zu nutzen. --pd/dm

