Kulturelles Erbe lebendig halten
15.05.2026 Wohlen, Kultur, MuseumSonderausstellung im Schweizer Strohmuseum vom 30. Mai bis 25. April 2027 – Vernissage am 29. Mai
Was entsteht, wenn zeitgenössisches Design auf historisches Handwerk trifft? Die Ausstellung «Prix Paille. Aus der Sammlung in die Gegenwart» im ...
Sonderausstellung im Schweizer Strohmuseum vom 30. Mai bis 25. April 2027 – Vernissage am 29. Mai
Was entsteht, wenn zeitgenössisches Design auf historisches Handwerk trifft? Die Ausstellung «Prix Paille. Aus der Sammlung in die Gegenwart» im Schweizer Strohmuseum zeigt 15 Projekte von Kunstschaffenden, die aus der Auseinandersetzung mit der Sammlung und der Freiämter Hutgeflechtindustrie hervorgegangen sind.
Zum 50-jährigen Bestehen blickt das Schweizer Strohmuseum nicht nur zurück, sondern bewusst auch nach vorne: Mit dem Designwettbewerb «Prix Paille» lud das Museum Gestalterinnen und Gestalter aus Kunst und Design ein, sich mit der Sammlung des Museums sowie mit der Geschichte der Freiämter Hutgeflechtindustrie auseinanderzusetzen und daraus neue zeitgenössische Arbeiten zu entwickeln.
Das Interesse am mit 12 000 Franken dotierten Wettbewerb war gross: Insgesamt gingen 91 Projekteingaben ein – nicht nur aus der Schweiz, sondern auch aus Indien, Korea, Bangladesch, der Ukraine, Belgien, England oder Frankreich.
Historische Techniken neu gedacht
Eine Fachjury wählte daraus 17 Projekte aus und lud deren Urheberinnen und Urheber ein, ihre Ideen weiterzuentwickeln und umzusetzen. Petra Giezendanner, Leiterin des Schweizer Strohmuseums, freut sich über die grosse Resonanz: «Diese künstlerischen und gestalterischen Arbeiten helfen enorm, das kulturelle Erbe der Hutgeflechtindustrie lebendig zu halten und in die Gegenwart weiterzutragen. Eine Aufgabe, die für unser Museum zentral ist.»
Die entstandenen Werke bilden den Kern der Ausstellung «Prix Paille. Aus der Sammlung in die Gegenwart», die im Schweizer Strohmuseum am 29. Mai eröffnet wird. Die insgesamt 15 Projekte – von Kunst- und Designobjekten bis hin zu Vermittlungsformaten – greifen unterschiedliche Aspekte der Freiämter Hutgeflechtindustrie und der Museumssammlung auf. Sie setzen sich etwa mit historischen Arbeitsbedingungen auseinander, übertragen traditionelle Muster und Techniken in neue Materialien oder entwickeln bestehende Werkzeuge und Formen weiter. «Es ist spannend, zu sehen, wie die Beschäftigung mit historischen Techniken, Formen und Materialien zu überraschend eigenständigen Arbeiten führt», so Giezendanner.
Einblick in Prozesse und Menschen
Die Ausstellung zeigt nicht nur die fertigen Werke, sondern gibt auch Einblick in deren Entstehung. Die Künstlerin und Fotografin Ana Hofmann besuchte mehrere Gestalterinnen und Gestalter während der Umsetzung ihrer Projekte in den Ateliers, hielt Arbeitsprozesse sowie spielerische One-Minute-Sculptures aus Mensch und Material fotografisch fest. Die entstandenen Fotografien werden in einem eigens für die Ausstellung gestalteten Booklet präsentiert. Darüber hinaus realisierte Ana Scheu Amigo filmische Porträts der drei Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs, die ebenfalls Teil der Ausstellung sind.
Gespräche, Workshops und Vermittlung
Begleitet wird die Ausstellung von einem Veranstaltungsprogramm mit Gesprächen und Rundgängen mit den Künstlerinnen und Künstlern. Teil des Programms sind zudem zwei Workshops, die selbst aus dem Wettbewerb hervorgegangen sind und von der Jury zur Umsetzung ausgewählt wurden.
Die Gestalterinnen und Gestalter: Agnes Murmann, Emma Bruschi, Flavia Bienz und Clara Sollberger, Gabi Hangartner und Monika Wolf Hirsch, Hannah Zoë Weisbrod und Robin Louis Schneider, Katharina Sauter, Lena Heinrich, Maria Rudin, Maya Däster und Yvonne Fürst, Nils Rolli, Patricia Kindler, Salome Bruggisser, Thomas Marbacher, Vera Roggli und Julia Villamonte.
Vernissage und Workshop
Vernissage und Prämierung: Freitag, 29. Mai, 18 Uhr, Eröffnung der Ausstellung «Prix Paille. Aus der Sammlung in die Gegenwart». Im Rahmen der Vernissage werden die drei Gewinner des Wettbewerbs «Prix Paille» bekannt gegeben und ausgezeichnet.
Im Workshop «Flechtzeit» von Flavia Bienz und Clara Sollberger wird gemeinsam geflochten, gebacken und gegessen. Inspiriert von historischen Stroharbeiten werden mit Hefeteig Formen geflochten, anschliessend frisch gebacken und beim gemeinsamen Brunch miteinander genossen. – Sonntag, 5. Juli, 10.30 bis 13 Uhr, Sonntag, 23. August, 10.30 Uhr. --pd/dm
