Kultur vor der Haustür
28.07.2026 Wohlen, Kultur, Vereine, Kommende Events, MusikJahresprogramm 2026/2027 des Kulturvereins Kantiforum
Das Kantiforum hat erneut ein breit gefächertes Kulturangebot zusammengestellt. Mit dabei sind unter anderem Pascal Weber, Pippo Pollina, Cédric Wermuth sowie Riklin und Schaub – nur einige der ...
Jahresprogramm 2026/2027 des Kulturvereins Kantiforum
Das Kantiforum hat erneut ein breit gefächertes Kulturangebot zusammengestellt. Mit dabei sind unter anderem Pascal Weber, Pippo Pollina, Cédric Wermuth sowie Riklin und Schaub – nur einige der Persönlichkeiten, die man in der kommenden Saison auf der Bühne begrüssen wird.
Von klassischer bis moderner Musik, von feinsinnigen Gesprächen bis zu humorvollen Abenden: Im Kantiforum findet man alles unter einem Dach.
Dieses Kulturjahr steht im Zeichen der «Zusammenarbeit» mit Wohler Institutionen. Die Organisatoren freuen sich insbesondere auf gemeinsame Projekte mit der Gemeindebibliothek, dem Sternensaal und der DreiRaum-Kultur sowie auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem Kellertheater und der St. Josef-Stiftung mit dem Stephanstagskonzert.
Start im September und musikalischer Oktober
Das neue Programm startet am Sonntag, 13. September, mit «(Sur)Reale Welten». Im Zentrum des Programms steht «Sutil und Laar», komponiert für vier Singstimmen und vierhändiges Klavier vom Schweizer Jürg Wyttenbach nach Texten seines Jugendfreundes Mani Matter. Text und Musik sind höchst amüsant und oft komisch-absurd. Umrahmt wird dieses Werk von zwei romantischen Kompositionen (Schumann und Herzogenberg), die eine Welt zeichnen, welche sich auf ihre Weise als surreal neben oder über der nüchtern-realen darstellt.
Mit «Plusquamperfekt – Kurioses von vorgestern» geht es bereits am Donnerstag, 17. September, weiter. In seinem «Historischen Kabarett» filousophiert der Historiker Benedikt Meyer mit feinem Schalk über Wilhelm Tells Verwandlungen und die Obsession mit der Frage, wer eigentlich in der Steinzeit jeweils die Höhle aufgeräumt hat. Leichtfüssig, geistreich und mit feinem, augenzwinkerndem Witz bietet «Plusquamperfekt» Gegenwartsanalyse und Geschichtsunterricht der ganz anderen Art.
Das Festival DreiRaumKultur im Zentrum von Wohlen belebt die Wohler Kulturszene. Musikalisch erwartet das Publikum ein abwechslungsreiches Programm. Das Festival findet dieses Jahr nacheinander im Kantiforum, im Sternensaal, im Chappelehof sowie im Kulturwerk Bleichi statt. Eröffnet wird es im Calatrava-Gebäude der Kanti mit einem Gratiskonzert von Tr!nk-Mish.
Zusammen mit dem Bremgarter Blockflötisten Patrik Lüscher sowie der Cembalistin Naoko Matsumoto entführt die bekannte Aargauer Fagottistin Valeria Curti das Publikum auf dem Barockfagott in die Zeit von Vivaldi, Händel und Castello. Dabei zeigt das Ensemble mit «Highlight aus dem Barock», dass nicht nur die Blockflöte, sondern auch das Fagott äusserst virtuos aufspielen kann.
Der vielseitige sizilianische Musiker Pippo Pollina gilt als einer der kreativsten Künstler in der europäischen Singer-Songwriter-Szene und ist seit mehr als dreissig Jahren unterwegs. Unzählige Plattenproduktionen, internationale Tourneen und prestigeträchtige Kollaborationen verleihen ihm einen besonderen Status, den er sich durch Kontinuität und Engagement sowohl im Studio als auch live auf der Bühne erarbeitet hat. Mit «La vita è bella com’è» tritt Pippo Pollina mit einem kammermusikalischen Quartett auf.
Aus dem Nähkästchen
Riklin und Schaub tun, was den Gewinnern des Swiss Comedy Awards 2024 niemand mehr zugetraut hat: Sie übertreffen sich selbst. In «Lieder, die ins Auge gehen» erweitern die beiden Multiinstrumentalisten ihre Comedy-Songs abermals multimedial mit Video-Einspielungen zu Song- und Alltagserlebnissen. Witzig, berührend und tiefgründig sind sie im November in der Kanti-Aula zu Gast.
Der Vollblutpolitiker Cédric Wermuth trifft im Kanti Talk auf die reformierte Pfarrerin Bettina Lukoschus, die auch eine passionierte Reiterin ist. In lockerem Gespräch unterhalten sich die beiden im Dezember über ihren Werdegang und ihre Werte. Moderiert wird der Talk von Annelis Schröter-Meier.
Im Januar räumt Bänz Friedli auf. Seit Januar 2025 zeigt Bänz Friedli in durchwegs ausverkauften Häusern sein neues Programm: «Bänz Friedli räumt auf», bald nachdenklich, bald zum Brüllen komisch. Und immer aktuell. «Man glaubt es kaum, aber Bänz Friedli wird tatsächlich immer noch besser», schrieb Manfred Papst dazu in der «NZZ am Sonntag». Im sechsten Soloprogramm fächert der Dialektvirtuose sein ganzes Können aus.
Der Fotograf Bastian Maria und seine junge Familie wagten etwas Aussergewöhnliches. Die Familie unternahm eine atemberaubende Reise durch Südkorea und Japan – alles per Anhalter. Multivisionsshow, Reisevortrag und Livereportage im Januar.
Mit einem wilden Mix aus Puppenund Schauspiel wirbelt die Inszenierung «Weglaufen werde ich nie» mit Annika Schaper, Konrad Schreier und Jan Uplegger durch die wechselvolle Lebensgeschichte von Felix Fechenbach und katapultiert ihn in die Gegenwart.
Programm im Frühling
Schon mit 17 Jahren beginnt Felix Fechenbach für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. An der Seite von Kurt Eisner löst er 1918 in Bayern die Revolution aus. In der Weimarer Republik wird Fechenbach namhafter Journalist, arbeitet gleichzeitig aber auch als Puppenspieler und Autor. Durch seine pointierten Artikel in der SPD-Zeitung «Volksblatt» und sein unerschrockenes Auftreten im Wahlkampf gegen Hitler wird er zu einem Hauptfeind der Nazis. Das Theaterstück Anfang März wird in Zusammenarbeit mit dem Sternensaal präsentiert und mit einem anschliessenden Podiumsgespräch abgerundet.
Ebenfalls im März stellt sich der SRF-Korrespondent Pascal Weber die Frage: «USA – wohin?» Donald Trump stellt in seiner zweiten Amtszeit alles auf den Kopf. Er verändert, wie Macht ausgeübt wird und wer diese Macht kontrolliert. Pascal Weber, der seit 2021 als SRF-Korrespondent in Washington lebt und arbeitet, referiert über diese Themen und beantwortet auch Fragen aus dem Publikum.
Zum finalen Schluss im Mai geht das Kantiforum mit «Schwugo» von Milan Milanski ins Kellertheater. Was wie eine Beleidigung klingt, ist in der Causa Milanski die Erfindung eines Superhelden. In seinem ersten abendfüllenden und bereits zweifach nominierten Programm (Swiss Comedy Awards 2025) geht es genau um das: vom Coming-out zu Coming of Age, von Plattenbau und Arbeiterklasse zu RTL2 und Britney Spears. Seine Comedy ist Spot-on, verrückt und in erster (oder zweiter) Linie verdammt ehrlich.
--mo


