In einer Reihe mit Legenden
23.07.2024 WohlenGrossanlass made in Wohlen
Nach zwei Ausgaben der Reunion Promotion Fight Night in der Zürcher Stadthalle findet der dritte Event im Dezember im Hallenstadion statt. Es ist erst das vierte Mal in der Geschichte, dass ein Kampfsportanlass im Hallenstadion ...
Grossanlass made in Wohlen
Nach zwei Ausgaben der Reunion Promotion Fight Night in der Zürcher Stadthalle findet der dritte Event im Dezember im Hallenstadion statt. Es ist erst das vierte Mal in der Geschichte, dass ein Kampfsportanlass im Hallenstadion durchgeführt wird. Hinter der Organisation steckt ein Trio aus Wohlen. --jl
Drei Wohler organisieren die Reunion Promotion Fight Night am 14. Dezember im Zürcher Hallenstadion
Alfred Kqira sowie die Brüder Albert und Arben Shtufi stehen hinter Reunion Promotion. Das Trio organisiert im Hallenstadion Zürich einen Kampfsportanlass. Es ist erst das vierte Mal in der Geschichte der grössten Mehrzweckhalle des Landes, dass dort Kampfsport zu sehen ist.
Josip Lasic
Arben Shtufi sitzt in den Trainingsräumen von Reunion Jiu Jitsu am Gewerbering in Wohlen und zeigt voller Stolz eine Bilderserie auf seinem Handy. 26. Dezember 1971: Muhammad Ali kämpft im Zürcher Hallenstadion gegen Jürgen Blin. 3. Juni 2000: Die Wohler Kampfsportlegende Andy Hug kämpft im Hallenstadion zum letzten Mal in der Schweiz. Gegner ist der Kroate Mirko «Cro Cop» Filipovic. 20. Dezember 2008: Der Amerikaner Evander Holyfield tritt gegen den Russen Nikolai Walujew um den Titel des Schwergewicht-Weltmeisters im Boxen an. Der Ort: Ebenfalls das Zürcher Hallenstadion. Das letzte Bild der Reihe zeigt ein Plakat für einen Anlass, der am 14. Dezember diesen Jahres stattfinden wird. «Unser Anlass ist erst der vierte Kampfsportevent in der Geschichte des Hallenstadions. Und der erste, der von Schweizer Promotern durchgeführt wird. Selbst Hugs Kampf wurde von ausländischen Ausrichtern organisiert.»
Der 33-Jährige Wohler und sein jüngerer Bruder Albert sind Schwarzgurtträger im Brazilian Ju Jitsu. Seit 2020 führen sie in Wohlen ihr eigenes Dojo. Während und nach der Covid-Pandemie schien aus ihrer Sicht die Anzahl der Kampfsportanlässe massiv zurückgegangen zu sein, weshalb sie sich entschieden haben, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Ein Kindheitskollege der Brüder, Alfred Kqira, ist ebenfalls Wohler und Profiboxer. «Die Idee war deshalb, mehrere Kampfsportarten zusammenzuführen und einen solchen Anlass anzubieten», erzählt der 30-jährige Albert Shtufi. «Die ersten zwei Events haben wir in der Stadthalle in Zürich durchgeführt. Nachdem wir gesehen haben, dass es auf grossen Anklang stösst, dachten wir, dass wir es in einem grösseren Rahmen aufziehen können, und haben das Hallenstadion angefragt. Nachdem wir uns dort vorstellen konnten und unsere Ideen präsentiert haben, erhielten wir die Zusage.»
Zwei der drei Organisatoren kämpfen selbst
Beim ersten Event kamen 1300 Zuschauer, beim zweiten waren es 1500. «Jetzt, im Hallenstadion, steuern wir auf die 4000 Besucher zu», so Albert Shtufi. Auch die Anzahl der Kämpfe wird für die nächste Ausgabe aufgestockt. Nachdem die ersten beiden Fight Nights 14 Duelle beinhalteten, wird man im Dezember vier Vor- und 20 weitere Kämpfe ansehen können. Das Besondere: Mit Arben Shtufi und Alfred Kqira werden zwei der Organisatoren selbst in den Ring steigen. Die Sportarten, die im Programm enthalten sind, sind Boxen, Ju Jitsu, Mixed-Martial-Arts, K1 und Muay Thai. «Wir wollen in erster Linie die Schweizer Kampfsportszene fördern und setzen deshalb auf nationale Athleten», erklärt Arben Shtufi. «Aber in gewissen Disziplinen sind die Schweizer Kämpfer auf so einem hohen Niveau unterwegs, dass sie kaum nationale Konkurrenz haben. Dort greifen wir auf Leute aus dem Ausland zurück.»
Um den Anlass möglichst attraktiv zu gestalten greifen die Veranstalter auf Athleten zurück, die auf professionellem Level trainieren oder zumindest Amateure auf sehr hohem Niveau sind. Auch die Organisation im Hintergrund, beispielsweise die Vermarktung, Plakatgestaltung oder Social Media, wird über darauf spezialisierte und professionelle Unternehmen abgewickelt. Das lässt sich das Trio auch etwas kosten. Und das, obwohl sie keine Sponsoren haben und das meiste aus eigener Tasche zahlen. Arben Shtufi: «Um Sponsoren zu gewinnen, muss man auch etwas bieten können. Deshalb setzen wir den Fokus jetzt zuerst darauf, uns einen Namen zu machen und für eine gewisse Qualität zu stehen.» Albert Shtufi: «Wir haben natürlich bei den ersten beiden Events etwas eingenommen, was wir reinvestieren können. Es ist doch ein gewisses Risiko, das wir auf uns nehmen, aber gleichzeitig steigert das auch unsere Motivation, dass der Anlass gut und erfolgreich wird.»
Die erste Fight Night fand am 27. September des letzten Jahres statt, die zweite am 27. April diesen Jahres. Und jetzt steht der 14. Dezember auf dem Programm. Die Zeiträume zwischen den Anlässen sind kurz. Es gibt viel zu tun für das Trio, das neben dem Sport voll berufstätig ist. Zudem haben die Brüder noch ihr Dojo. Arben Shtufi: «Wir sprechen sicher täglich darüber und treffen uns jedes Wochenende. Aber wir sind nicht im Blindflug unterwegs. Wir haben einen strikten Zeitplan erstellt, bis wann was erledigt werden muss und halten uns daran. Und wir machen es ja gern. Es ist ein Herzensprojekt.»
Eine grosse Ehre
Die Arbeit zahlt sich aus. Mussten die Organisatoren für ihren ersten Anlass noch ihre Beziehungen einsetzen, um an Kämpfer zu kommen, werden sie jetzt von Anfragen überhäuft. Albert Shtufi: «Ob Schweizer Kämpfer, Ausländer, Amateure, Profis, Schweizer aus dem Ausland, von jeder Sportart erhalten wir zahlreiche Anfragen. Wir müssen auch Leuten absagen, da es halt nur 24 Kämpfe sind.» Arben Shtufi: «Das Hallenstadion ist ein klingender Name. Für die Leute ist es eine Riesenehre dort zu kämpfen, wo Legenden wie Muhammad Ali, Andy Hug oder Evander Holyfield angetreten sind. Mal von allen anderen Grossanlässen, die im Hallenstadion stattfinden, abgesehen.»
Und die Brüder planen voraus. Für das Jahr 2025 sind schon vier Anlässe geplant. Albert Shtufi: «Im August werden die genauen Daten und Orte bekannt gegeben. Aber wir planen weit voraus. Und haben auch schon weitere Ideen. Beispielsweise auch etwas für Nachwuchskämpfer einzubauen, das Angebot auf weitere Kampfsportarten auszuweiten und unser grösster Traum wäre, wenn wir es eines Tages schaffen könnten, dass das Schweizer Fernsehen einen unserer Anlässe überträgt. Aber das ist Zukunftsmusik. Jetzt steht erst mal unser Anlass im Hallenstadion auf dem Programm. Wir hoffen, dass wir möglichst viele Zuschauer begrüssen können.»
Tickets gibt es unter: https://www. reunionpromotion.ch/ oder unter https://www.ticketcorner.ch/">www.ticketcorner.ch/">https://https://www.ticketcorner.ch/">www.ticketcorner.ch/


